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Suzie Candell geht unter die Streamer
Bild/Illu/Video: zVg

Suzie Candell geht unter die Streamer

Für diejenigen denen Ihr noch unbekannt seid. Wer steht hinter Suzie Candell und Ihren Bandmitgliedern?

Ich bin Singer/Songwriterin und die Screwdrivers sind meine Live-Band, mit denen ich seit 2012 zusammenspiele. Das sind aus dem Raum Zürich am Schlagzeug: Lukas Landis, Dominic Benz am E-Bass und Thomas Marmier an der E-Gitarre und Pedal Steel. Neben meinem Mann Roger Szedalik, der ebenfalls E-Gitarre spielt und singt, steht meistens noch Beth Wimmer am Backing-Gesang mit auf der Bühne. Sie hat es vor 14 Jahren aus Kalifornien in die Schweiz verschlagen und wir machen auch schon seit fast 10 Jahren zusammen Musik. Ich komme ursprünglich aus Kempten im Allgäu, bin aber 2008 meinem Herzen hier ins Rheintal gefolgt und wohne seit bald fünf Jahren in Liechtenstein.


Welchen Musikstil verfolgt Ihr und wer oder was hat dich inspiriert diese Musikrichtung zu gehen?

Wir bewegen uns von traditionellem Country, Rock, modernem Pop, bis hin zu Blues-beeinflussten Songs auf einer grossen Bandbreite. Dieses Genre wird als Americana zusammengefasst. Mir macht diese Vielseitigkeit immer schon grossen Spass und diese inspiriert mich auch zu neuen Song-Ideen, da ich mich ungerne einschränken oder in eine Schublade passen möchte.


Mit «Restless» hast du dein drittes Soloalbum veröffentlicht. Ist es richtig, dass du dies selber produziert hast?

Ja, das stimmt, aber ich hatte natürlich grossartige Hilfe von den Studio-Musikern. Ich habe ihnen keine detaillierten Vorgaben gemacht und sie einfach das spielen lassen, was sie in dem jeweiligen Song gehört haben. So war es einfach für mich aus den einzelnen Spuren, die besten Takes auszuwählen und ich bin sehr stolz auf das Ergebnis.


Du schreibst deine Songs selber, wie kommt so ein «typischer» Suzie Candell Song zustande und welches sind Deine Merkmale?

Ganz unterschiedlich. Manchmal habe ich eine Melodie im Kopf und auch sofort einen passenden Text oder eine Hookline dazu und manchmal schreibe ich zuerst den Text und nehme dann die Gitarre, um eine passende Melodie zu finden. Meine englischen Texte gehe ich dann noch mit meinen amerikanischen Freunden Beth Wimmer oder Shawn Jones durch. Oft hilft die andere Sichtweise dann noch, dem Song eine weitere Dimension oder Richtung zu geben, zum Beispiel fügen wir noch eine Bridge hinzu oder ändern den ein oder anderen Akkord, wobei mir auch Roger ab und zu hilft.


Wie würdest du das Album «Restless» beschreiben und welcher Song ist Dein Favorit?

«Restless» ist ein bunter Mix aus deftigem Country-Rock, gefühlvollen Balladen, modern arrangierten Power-Songs. Die Songs sind natürlich alle meine Babys, da fällt es schwer einen Favoriten zu wählen - aber ich würde sagen, der Titelsong «Restless» ist mit Abstand der persönlichste Song, in dem ich sehr viel preis gebe und meinem Mann gewidmet habe.


Die Veröffentlichung-Party und damit eines der ersten Konzerte ist der Pandemie im vergangenen März zum Opfer gefallen. Jetzt ist eine Studio Live-Session geplant mit einem Online-Stream. Wer unterstützt dich dabei?

Als erstes natürlich meine tolle Band, die Alle sofort zugesagt haben und wir freuen uns sehr über die grossartige Möglichkeit, welche wir dank der finanziellen Unterstützung der Kulturstiftung Liechtenstein wahrnehmen können. Little Konzett, dem das Little Big Beat Studio in Eschen gehört und sein Team stecken da auch sehr viel Liebe, Energie und Zeit in jede einzelne, dieser aufwändigen Produktionen, was man aber auch an dem qualitativ hochwertigen Ergebnis sieht und darum ist es uns eine besondere Ehre, dass Little uns gefragt hat.


Wann wird der Stream veröffentlicht?

Der Stream läuft am Session-Tag, dem 12. Juni um 20:00 Uhr live über die Bildschirme. Streaming-Zugang gibt es auf www.littlebigbeat.com.

Man kann das Konzert aber auch im Nachhinein «on demand» auf der Website «ausleihen» und sich zu einem späteren Zeitpunkt ansehen.

Live im Tonstudio dürfen 50 Gäste Platz nehmen. Die Tickets sind sehr begehrt, aber wer schnell ist, kann vielleicht noch eines ergattern und bei den Aufnahmen hautnah dabei sein.


Ist der Stream deinen Fans und denen die es noch werden frei zugänglich?

Über die Streaming-Plattform www.littlebigbeat.com kann der Zugang für ca. 10 Franken erworben werden. Gratis ist es also nicht, aber wir sollten uns alle wieder langsam daran gewöhnen, dass Kunst und Qultur etwas wert sind. Bei so einem grossen Projekt arbeiten sehr viele Leute auch im Hintergrund, von den Kameras, dem Live-Schnittplatz, der Beleuchtung, bis hin zum Sound und vielen fleissigen Helfern, ohne die es gar nicht möglich wäre. Dafür bekommt man erstklassige Qualität direkt ins Wohnzimmer.


Klar ist so eine Produktion enorm aufwendig. Gibt es noch andere die euch da finanziell unterstützen?

Wir können die Kosten für die Produktion dank der grosszügigen Hilfe der Kulturstiftung Liechtenstein decken. Um als Musiker auch noch etwas daran zu verdienen, sind wir auf die Einnahmen aus den Streams und die Live-Tickets angewiesen. Daher hoffen wir auf die Unterstützung unseres Publikums und viele, viele Zuschauer!


Auf was können wir uns freuen?

Da meine «Restless» Album-Release-Party im März 2020 leider abgesagt wurde und nie wirklich nachgeholt werden konnte, freuen wir uns darauf, die neuen Songs in unserem «Suzie Candell and the Screwdrivers»-Gewand zu präsentieren. Wir sind hoch motiviert und haben riesigen Spass, wieder zusammen zu musizieren. Damit wollen wir natürlich unser Publikum anstecken und begeistern!


«Jackpot» wird aktuell schon im Radio gespielt, bist du zufrieden mit der Vermarktung?

Die neue Single «Jackpot» ist während des Lockdowns in unserem kleinen Studio zu Hause entstanden. Roger Szedalik hat den Song produziert und alle Instrumente eingespielt. Es ist ein kleines Experiment, da der Song recht funkig und poppig geworden ist und für den ein oder anderen sicherlich eine Überraschung war. Ich freue mich, dass der Song im Radio läuft, aber ich würde mich nicht beschweren, wenn ihn noch viel mehr Radiostationen spielen würden.


Langsam geht es wieder bergauf. Sind schon kleinere Konzerte in Sicht?

Ja, so langsam füllt sich die Agenda wieder, was sich sehr gut anfühlt. Aktuelle Konzert-Daten sind auf meiner Homepage zu finden. Regelmässig reinschauen, lohnt sich, da natürlich aufgrund der Situation auch kurzfristige Daten hinzu kommen können.


«Suzie Candell and the Screwdrivers», die letzte Botschaft an unsere Leserschaft und eure Fans gehört euch.

Auch wenn es so langsam wieder mit Konzerten los geht, haben es grössere Band-Formationen nach wie vor schwer Live-Auftritte zu spielen, da grössere Veranstaltungen immer noch grossen Auflagen unterworfen sind oder gar nicht durchgeführt werden können. Die Veranstalter müssen ihre Finanzen genau kontrollieren, vielen fehlen die Rücklagen vom vergangenen Jahr, um grössere Gagen zu bezahlen und somit fällt die Entscheidung dann doch eher auf kleinere Bands oder Duos.


Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder besser Aussichten für Festivals und grössere Anlässe gibt und wollen mit dem Live-Stream ein Angebot schaffen, wie man uns trotzdem mal ganz nah beim Spielen über die Schulter schauen kann. Ihr seid also herzlich eingeladen, dabei zu sein und wir freuen uns auf euch!

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