Virtuose Eröffnung der letzten Ausgabe
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Virtuose Eröffnung der letzten Ausgabe

Schon gut eine Stunde vor Beginn des Konzerts verwandelte sich das Foyer des Bernhard Simon Saals in einen Treffpunkt von Kulturinteressierten, die aus allen Himmelsrichtungen angereist waren. Unter ihnen gab es auch ein paar bekannte Gesichter wie beispielsweise der Liechtensteinische Landtagspräsident Albert Frick, der Gastgeber Sina Samieian oder auch der Bad Ragazer Gemeindepräsident Daniel Bühler.


Ein Jahrzehnt voller Kreativität

Er schaue gerne zurück, erklärte der Präsident des Festivalvereins Next Generation, Prof. Dr. Jürg Kesselring. Nach der zehnten und zugleich auch letzten Ausgabe des Festivals sei die Zeit für Neues gekommen. Sie als Verein hätten mit dem zehn tägigen Programm einen würdigen Abschluss gefunden und er verbleibe mit sehr viel Dank. Diesen richte er vor allem an den Intendanten Dražen Domjanić, ohne den eine Nachwuchsförderung auf diesem Niveau wohl kaum möglich gewesen wäre, sowie an die zahlreichen Sponsoren und Gäste. Auch wenn dies die Eröffnung der Abschlussveranstaltungsreihe sei, gebe es einiges zu feiern: Nämlich ein Jahrzehnt voller Kreativität, welche weiterhin in die Welt hinausgetragen werde und so weiterlebe. Kultur sei dies, was das Leben aller bereichere und deshalb sollen bitte alle Besucher weiterhin daran festhalten. Auf dem Programm stehe Musik vom Carl Philipp Emanuel Bach, welchen er liebevoll als «Cafi»-Bach bezeichnete. Dieser sei zu Lebzeiten der bekanntere Komponist gewesen als sein Vater Johann Sebastian. Er wünsche einen spannenden Abend voller Musik, die nicht gerade täglich aufgeführt werde.


Wehmut, die mitschwingt

Auch der CEO von der VP Bank Gruppe Paul H. Arni bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit in den vergangenen zehn Jahren. Sie seien gerne dabei gewesen und hoffen, dass sie auch bei zukünftigen Projekten mithelfen können. Er freue sich auf die kommenden Konzerte und wünsche allen abwechslungsreiche und kurzweilige Musikerlebnisse. Kurz bevor die Musikerinnen und Musiker zu den ersten Klängen ansetzte, ergriff Intendant Dražen Domjanić die Gelegenheit und dankte allen Anwesenden von Herzen. Er habe dies in den letzten zehn Jahren nie gemacht, doch heute wolle er die Chance am Schopf packen und noch ein paar Worte des Dankes an alle Besucher, Sponsoren und Helfer aussprechen. Es werde nicht nur die Erfolgsgeschichte des Musikfestivals gefeiert, auch das auftretende Ensemble Esperanza feiere heute Abend seinen fünften Geburtstag.


Strahlende Gesichter und flitzende Finger

Die hinter den Rednern wartende Formation unter der Leitung von Chouchane Siranossian liess sich an diesem doppelten Jubeltag nicht lumpen und zeigte, wie populär klassische Musik auch bei jüngeren Semestern immer noch ist. Mit einer ungeheuren Spiellust überzeugten sie das Publikum im ausverkauften Saal und ernteten für ihre Darbietung minutenlange Applaussalven. Nach der ersten Hälfte betrat der Virtuose Christoph Heesch mit seinem Violoncello die Bühne. Bei seinem Cellokonzert wechselten sich ruhige, fast plätschernde Momente mit lauten brachialen ab, was niemanden im Saal kalt liess. Die Finger flitzten über die Griffbretter und die Musikerinnen und Musiker schienen einen perfekten Abend erwischt zu haben, denn alles klang sehr stimmig und auf den Punkt gespielt. Dass für den Solisten Heesch und das Ensemble Esperanza diese Musik das Ausleben einer Leidenschaft und kein Zwang ist, merkte das Publikum sofort, denn die kreativen jungen Erwachsenen strahlten während und nach ihrer Darbietung wie Maikäfer vor Glück. Die ansteckende Spielfreude und ein Intendant wie Domjanić, der wahrscheinlich schon an den nächsten Grossevent für die Jugend denkt, zeigen, dass die klassische Musik in der Region wohl lange noch nicht still zu kriegen ist.  

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