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Vom Alleinsein im Bezug aufs nicht alleine sein
Bild/Illu/Video: Lisa Leu

Vom Alleinsein im Bezug aufs nicht alleine sein

Wie sehr ich mein Alleinsein mag, fällt mir besonders dann auf, wenn ich eine längere Zeit unter Leuten bin. Wie jetzt gerade, seit fast 10 Tagen bin ich in den Ferien mit Familie und Freunden. Und ich geniesse alles daran, die langen Gespräche abends bei einem Glas Wein, das geweckt werden am Morgen von einer Stimme statt vom Piepen des Handys. Gemeinschaft stärkt mich. Und es zeigt mir auch auf, wie sehr ich das Leben weg von der Gemeinschaft brauche.


Wer bist du, wenn niemand zusieht?

Genau diese Frage ist so unglaublich wichtig, denn jeder kann gut sein, wenn jemand zuschaut. «Gut» zu sein aber, wenn niemand anders davon tangiert ist, also ordentlich, sorgfältig, pünktlich zu sein, sich selbst gut zu behandeln, wenn niemand sonst zuschaut, ist ein ganz anderes Thema. Wer sich der Einsamkeit hingibt, lernt sich selbst wirklich kennen. Ungeschönt, ehrlich. Bedürfnisse kristallisieren sich heraus, Wahrheiten auch.


Alleine sein ist manchmal auch unangenehm und unheimlich. Kompliziert. Verwegen. Man muss sich kennen, um sich zu tragen. Gerade deshalb fürchten sich viele Leute auch sehr davon, Dinge im Alleingang zu unternehmen oder alleine zu wohnen. Es lohnt sich aber, sich diesem Gefühl auszusetzen. Denn man lernt und wächst und es breitet sich auf jeden Fall ein wohliges Gefühl von Sicherheit aus, wenn man die eine oder andere Challenge bestanden hat.


«Today I am alone, but not lonely»

Für mich ist das Alleinsein zu einem fixen Teil meines Lebens geworden. Und ich würde auch nie wieder darauf verzichten. Ich freue mich auch schon richtig, wenn meine Ferien vorüber sind, und ich wieder viel Zeit mit einem wichtigen Menschen in meinem Leben verbringen kann: Mir selbst.

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