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Was ist so toll am Elternsein?
Bild/Illu/Video: Milena Rominger

Was ist so toll am Elternsein?

Manch einer ohne Kinderwunsch kann diesen kurzen Abschnitt grün abhäkeln. Für ihn stimmt es, ohne Kinder zu leben, dafür sein eigenes Leben vollends auszuschöpfen. Daran ist absolut nichts falsch, im Gegenteil: Es ist genau richtig und ganz und gar nicht egoistisch, wie viele Eltern behaupten würden. Manche Menschen fühlen sich einfach nicht in der Lage Kinder aufzuziehen. Was soll an einem Rotzlöffel auch toll sein?


Eltern vergessen manchmal selbst, was am Wunder Kind so schön sein soll. Es gibt Phasen, da schimpft man den ganzen Tag, brüllt im Haus umher, draußen im Garten, im Laden, am See. Überall muss man seinen Kindern Grenzen setzen, welche diese bis auf den Grat austesten. An Tagen wie diesen, vergisst man schnell den Sinn der Elternschaft dahinter.


Dass Eltern schimpfen müssen, laut sind und rumbrüllen wie rollige Schimpansen, ist leider nicht selten. Hinter all dem sichtbaren Stress dürfen Eltern sich aber unbedingt wieder an die Sonnenseite des Kinderhabens zurückdenken. Sobald man zu einem Elternteil wird, ist man nie mehr allein. Natürlich vorausgesetzt, dass alles gut geht. Tag und Nacht hat Mama und Papa einen Begleiter/ eine Begleiterin welche sie abgöttisch liebt. Diese Liebe ist unbeschreiblich. Sie gibt zurück, was du als Elternteil bist.


Das Leben wird lebendiger. Nie wirst du als Mama oder Papa mehr lachen und weinen, als mit einem Kind. Manche Lacher sind dermaßen erinnerungswürdig, dass sie es sogar in ein Album schaffen. Man kann sie wieder und wieder erzählen, sie werden dir immer ein Lachen ins Gesicht zaubern. Als Elternteil fühlt man vielleicht sogar zum ersten Mal stolz für jemand anderes. Für sein Kind, welchem man das Skifahren, das Schwimmen, das Schreiben oder ein paar Zahlen beigebracht hat. Du als Elternteil wirst als größtes Idol angesehen, du bist es, welcher deinem Kind dir wichtig vorkommende Werte lehren darfst.


Als Mutti und Vati wird man selbst lebendiger und stösst an seine Grenzen. Kinder haben ist nicht immer leicht. Es verlangt Vieles von einem ab. Kinder sind Spiegel, die uns unser Selbst wahrhaftig wie in einem Theaterstück aufführen. Das kann manchmal erschreckend sein, nichts desto trotz, führt alles dazu, dass wir mehr denn je über uns selbst lernen -uns selbst kennenlernen- dürfen.


Doch liebe Eltern, vergesst nicht in welche wundersame Welt ihr durch eure Kinder eintauchen dürft. In eine verletzliche, sensible und gleichzeitig unbekümmerte, selbstbewusste, ganz eigene, fantasievolle, sorgenfreie Kinderwelt. Erinnert euch daran, wie es war, als ihr selbst Kinder wart. Probleme gab es nicht, es gab nur den Moment. Und alles Schöne, alles was positiv war. Jedes Detail wurde begutachtet und eingeprägt. Unsere heutigen Déjà-vus. Kindheit- eine sozusagen meditative Zeit. Eine unproduktive, sich selbst kennenlernende Zeit aus Nonsens Spielen und Fantasiejagen. Und ihr als Eltern dürft noch einmal Teil dieses kleinen Universums sein, abtauchen in die Geschichten aus den Kindermäulchen und euch dadurch verzaubern lassen. Noch einmal eine Kindheit miterleben.

Und wenn sie einmal groß sind, sind die Eltern vielleicht froh, dass sie endlich ausgezogen sind, aber stolz darauf, was aus ihnen geworden ist. Weil sie sie durch das lebendige Leben begleiten durften. Und hoffentlich immer noch dürfen.

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