Wild campen in der Schweiz - geht das?
Bild/Illu/Video: Milena Rominger

Wild campen in der Schweiz - geht das?

Und: Tatsächlich war es recht unproblematisch. Ich und meine Kleinfamilie wollten dieses Abenteuer für ein paar Tage testen. Es sei vorausgesagt, dass wir in unserem Wohnmobil problemlos bis zu sechs Tage autark leben können. Wem das nicht gegönnt ist, seid getrost, es geht auch so.


Tatsächlich gibt es diverse Apps, in denen erfahrene «Wildcamper» die Koordinaten der Plätze eingeben, an denen das Übernachten erlaubt sein soll. Unser Land ist da gewissermassen etwas streng. Vor unserer Abreise hatte ich mich über die Gesetze zum Übernachten im Wohnmobil auf Parkplätzen erkundigt und dabei nichts Schlaues herausgefunden. Ganz einfach herrscht hier wieder einmal der Kantönligeist. Kurzum: am besten fragt man die Gemeinde selbst, auf der man parkt, ob man hier übernachten darf. Wenn man auf Nummer sicher gehen will. Denn es gibt viele wunderschön gelegene Parkplätze an Seen und Flüssen, überall in der Schweiz.


Mit der Nutzung dieser App, konnten wir also einen Platz direkt am wunderbaren Vierwaldstättersee ergattern, mit einer Wiese zum Austoben, Relaxen und Spazieren. 24h für 10Fr. Ich war ein bisschen überrascht, dass zwei weitere Camper an den schmalen Parkplatz kurvten. Anscheinend waren wir nicht die Ersten mit dieser Idee. Umso beruhigter schlief ich nachts.


Und auch am nächsten Tag trafen wir auf ein weiteres Wohnmobil, welches direkt am Rheinfall (gratis!!! Stellt euch das vor!) parkte. Eine öffentliche Toilette ist sogar vorhanden, sowie beim PP am Vierwaldstättersee auch. Den Rheinfall konnten wir uns nur bedingt von ganz unten ansehen, da die schönste Aussichtsplattform wegen C… (wer kann es noch lesen?!) geschlossen blieb. Was soll’s? Dafür waren wir die Einzigen auf der ganzen Anlage am Laufener Schloss.

Vor dem Bodensee ging’s weiter. Hier machten wir die Erfahrung, dass einer der traumhaften Plätze direkt am Rhein wohl schon zu oft von Campern genutzt wurde, und daher ein Campingverbotsschild kurzerhand unten dran geklebt wurde. Wir wagten es nicht, im zauberhaften Stein am Rhein zu übernachten aber fanden zufälligerweise den letzten von vier Wohnmobilplätzen in Steckborn, mit Strom! 24 Stunden für 12 Franken. Vier Stromkästen, vier Parkplätze, ein wenig abseits der Strasse in einem Wohnquartier. Wie könnte es der Zufall wollen, trafen wir die gleichen Touris vom Rheinfall noch einmal. Direkt neben uns. Wir tauschten uns über andere Plätze aus, als noch ein anderer Camper dazukam und auch auf diese Art Ferien machte.


Fazit; es scheint so, als käme ein neuer Trend auf. Aber eins sollten alle wild gewordenen Camper bedenken: Stühle und Tische rausstellen, Markise runter und sich breit machen, geht leider nicht. Zum Glück gibt’s überall genügend Abfalleimer.

Viel Spass beim Ausprobieren!

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