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«Wir bekamen bereits sehr früh eine positive Resonanz.»
Bild/Illu/Video: zVg.

«Wir bekamen bereits sehr früh eine positive Resonanz.»

2016 ist euer letztes Album «Banalitad» erschienen. Wann kam bei euch der Gedanke nochmals eines zu produzieren?

Anfang 2020 hatten wir ins Auge gefasst noch ein letztes Projekt zu starten. Gut Ding will Weile haben und so sind wir nun mitten in der Produktion.


Wann habt ihr euch entschieden als Liricas Schluss zu machen?

Eigentlich hatten wir bereits beim letzten Album Banalitad offen gelassen, ob wir nochmals etwas machen wollen. Der definitive Entscheid kam mit diesem Projekt.

Wie überrascht wart ihr, dass eure Crowdfunding-Kampagne auf so viel positive Resonanz gestossen ist?

Wir waren komplett überwältigt und auch ein wenig überfordert! «Auf uns wartet niemand» haben wir befürchtet, vor allem nach 5 Jahren Pause. Umso überwältigter waren wir, als das Crowdfunding so durch die Decke ging.


Ein Teil des eingenommen Geldes kommt dem Musikwettbewerb bandXost und somit dem Nachwuchs zu Gute. Wie wichtig ist es euch, mit eurem Abschied auch der nächsten Generation etwas zu hinterlassen?

Es war uns wichtig klarzustellen, dass wir das Projekt nicht komplett über das Crowdfunding finanzieren wollen und auch nicht müssen. Einen guten Teil steuern wir aus unseren Mitteln bei und sind auch sehr dankbar, dass trotz Corona grosse Unterstützung von offizieller Seite, Kanton, Stiftungen und Kulturförderung, gekommen ist. So ist es naheliegend, dass wir den Überschuss weitergeben. Wir machen das nicht für den Profit!

Als ihr angefangen habt, wart ihr Pioniere mit romanischem Rap. Wie waren die ersten Reaktionen damals auf eure Musik?

Wir bekamen bereits sehr früh eine positive Resonanz. Anfangs halt eher nur aus der Szene, aber schnell auch von einem etwas breiteren Publikum.


Inzwischen gibt es doch einige Künstler wie Giganto, Sirius oder Snook, die auf romanisch rappen. Wie stolz macht es euch, da ein paar Türen geöffnet zu haben?

Haben wir das? Klar macht es uns stolz, dass wir vielleicht inspirieren konnten. Ich glaube aber, dass die Jungs auch ohne uns tätig geworden wären. Wir waren einfach halt die ersten; darum sind wir ja jetzt auch schon ein bisschen alte Säcke. (lacht)


In eurer Karriere habt ihr vieles erreicht. Wenn du zurückschaust, was war so der erinnerungswürdigste und schönste Moment eurer Karriere?

Ich möchte keinen spezifischen Moment herausheben. Es gibt so viele schöne Erinnerungen, da wäre es unfair auf einen zu fokussieren. Ich persönlich feiere die Analectrica-Tour!


Gibt es auch Dinge, die du im Rückblick vielleicht lieber nicht so gemacht hättest?  

Es gibt wohl Einiges, das ich heute anders sähe oder anders machen würde. Trotzdem ist alles richtig, wie es passiert ist, sonst wären wir heute nicht da, wo wir sind.


Ihr habt euch auch nie vor Veränderung gescheut und mit Elektroeinflüssen euch ein neues, breiteres Publikum erspielt. Wie wichtig war eure offene Haltung für euren kreativen Prozess?

Es ist sehr wichtig, immer offen für Neues zu sein, zumindest alles auszuprobieren, auch wenn man vieles wieder in die Tonne haut. Nur so können wir uns weiterentwickeln. Der Mut zu Elektro hat uns gewisse Kritik eingebracht, aber auch viel Anerkennung für den mutigen Schritt und die Innovation; damals waren eine der ersten Hip-Hop-Bands in der Schweiz, die Elektro in die Produktion miteingebaut hat.


Ihr produziert euer Abschlussalbum mit Gabriel Spahni von Pegasus. Wie seid ihr denn auf diesen nicht gerade alltäglichen Produzenten gekommen?

Das ist Romans Schuld! Er kannte jemanden, der jemanden kennt … Gabriel hat zum Beispiel das letzte Album von Stress produziert und hat auch in vielen anderen Hip-Hop-Produktionen mitgewirkt. Sein Stil und seine Person haben uns überzeugt, einen neuen Weg zu gehen. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit – der Shit bounced!


Inwiefern werdet ihr auch nach dem Ende der Band der Musikszene erhalten bleiben?

Es wird sicher für jeden von uns noch das eine oder andere Projekt geben. Konkretes weiss aber noch keiner. Wir konzentrieren und jetzt voll und ganz auf diese letzte Produktion als Liricas Analas. Wir freuen uns sehr, den neuen Sound der Welt zu zeigen.


Für das nächste Jahr sind zwei Abschiedskonzerte angekündigt. Gibt es da schon Details zu den Shows?

Nein, gibt es noch nicht. Es laufen einige Gespräche. Wenn alles gut geht, können wir im Herbst dazu Neuigkeiten verbreiten.

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