«Alter Egos» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Alter Egos» im Soundcheck

Swingend und mit einer wunderbaren Coolness beginnt das Album mit dem Lied «Gäli Rose». Das jazzige Trennungsstück geht sofort unter die Haut, da Denise Donatsch kreativ ein Thema aufgreift, welches gerade jetzt im Herbst total im Trend ist. Irgendwie bittersüss!


«Nacht» wird getragen von einer entspannten Orgel, die einem mitnimmt in eine dunkelblaue Nacht. Hier kommen mir gerade zahlreiche Anekdoten in den Sinn und ich fühle mich wieder zurück auf der Gasse versetzt, wo ich nach einem ausgiebigen Ausgang entspannt nach Hause schlendere. Die Gitarre nach knapp zweieinhalb Minuten setzt dem Werk noch das Krönchen auf und lässt mein Rockerherz höherschlagen.


«Briefpapier» behandelt das Thema, der schwierig zu findenden Wörter. Auch hier mag ich den holzigen Klang der Band sehr. Die Band schafft es mit ihrem Sound eine Wärme zu transportieren, die einem in den Arm nimmt und willkommen heisst.


Jazzig klingt «Troum», der sehnsüchtig von der grossen Liebe erzählt. Hier muss man genau hinhören, denn die Stimme ist im Vergleich zum Rest leiser abgemischt, was ein wenig schade ist. Doch die Botschaft des Liedes kommt auch an, ohne dass jedes Wort klar und deutlich verständlich ist.


Mit «A Revair» besinnt sich Donatsch auf ihre Wurzeln in den Bündner Bergen. Es ist eine nostalgische Hymne an die Vergangenheit, die einem nochmals zurück an die eigene Kindheit denken lässt. Ich für meinen Teil werde vom Song dazu animiert in Zukunft die schönen und unvergesslichen Momente bewusster wahr zu nehmen und sie intensiver zu geniessen.


Der Sommer ist vorbei, allerhöchste Zeit nochmals mit einem Stück wie «Sommerwy» an ihn zurück zu denken. Es ist ein Liebeslied, bei welchem ein melancholischer Unterton mitschwingt, was ich sehr mag. Cool!


«Alls die Falsche» beginnt mit einem groovigen Basslauf und lädt sofort zum Tanzen ein. Die Zuhörerschaft wird mitgenommen in ein Jazzlokal weit vor Corona und Rauchverbot. Diese hervorgerufene Assoziation ist vielleicht auch schon wieder ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Aus diesem Grund schliesse ich die Augen beim Hören dieses Liedes und schwelge nochmals in einer Zeit, in der die Beizen noch ohne Maskenpflicht und Sicherheitsvorkehrungen aktiv Qulturförderung mit Livekonzerten betreiben durften.  


Die Pianoballade «So still» zeigt eindrücklich, welche Emotionen durch eine zarte Melodie vom Klavier geweckt werden kann. Ich lehne mich zurück und geniesse das Meisterwerk, welches von der ersten bis zur letzten Sekunde berührt. Wow!


«Gschechte» ist fast schon rockige Nummer, die verstohlen ums Eck kommt. Auf den Refrain hin öffnet sich das Lied und präsentiert eine eingängige Melodie, die sehr zu gefallen vermag.  


«Café au Paradis» überzeugt durch einen entspannten Groove und eine Klangstruktur, die Wohlfühlatmosphäre schafft und träumen lässt. Es ist vor allem die faszinierende Stimme, die zärtlich und federleicht die Tonleitern raufklettert, was einem staunen lässt.

Das leider schon letzte Lied der Platte heisst «Uf em Chopf» und kommt ebenfalls auf leisen Sohlen daher. Zwischen den Zeilen klingt eine Traurigkeit mit, die dank der Liebe einen Twist mit der Hoffnung anfängt und von ihr am Schluss in den Schatten gestellt wird. Schön!


Schlussfazit:
«Alter Egos» von Denise Donatsch ist ein stimmiges Album für die ruhigen und kalten Herbsttage. Der gefühlvolle Soundtrack der Oltnerin mit Bündner Wurzeln hat eine entspannende Wirkung und schafft eine ruhige und träumerische Atmosphäre. In den aktuell ziemlich stürmischen Zeiten können wir ein paar solche Mundartsongs ganz gut brauchen, denn man vergisst während dem Hören des Werks praktisch alles um einem herum. Sehr gelungen!

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