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Aus 2 mach 3
Bild/Illu/Video: Jenny Schwarz

Aus 2 mach 3

Und bei einer Scheidungsrate von fast 40% ist es wichtig, sich einige Fakten über das Kinder bekommen bewusst zu machen, damit man weiterhin ein Paar bleibt, obwohl man gemeinsam Eltern geworden ist.


Die gute Nachricht vorne weg: Je länger man ein Paar ist, bevor man ein gemeinsames Kind bekommt, desto grösser ist die Chance, dass die Beziehung den hohen Anforderungen an das Elternsein standhält.

Doch auch Paare, die sich noch nicht ganz so lange kennen, sind nicht hoffnungslos verloren.  Sie müssen allerdings daran arbeiten weiterhin ein Liebespaar zu bleiben und dürfen sich hierfür gerne einige der Fakten und Tipps dieses Artikels zu Herzen nehmen, bevor sie die Flinte ins Korn werfen.


Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass eine Geburt eines der herausragendsten Erlebnisse im Leben der Eltern ist. Doch herausragend muss nicht immer nur positiv sein.


Sowohl Mutter als auch Kind können von einer langen und schwierigen Geburt traumatisiert sein. Dies kann zu psychischen und körperlichen Schwierigkeiten führen. Doch auch die Väter, die seit den 1970/1980er Jahren immer mehr in den Kreißsälen vertreten sind, können von der Geburt Eindrücke mitnehmen, die sie sich im Nachhinein besser erspart hätten. Dies würden zwar nur die wenigsten Männer zugeben, aber auch der Anblick der leidenden Partnerin und der Erlebnisse des Geburtsvorgangs ohne den Hormoncocktail, der der Gebärenden zur Verfügung steht, ist nicht immer einfach zu verkraften.


Wenn die Geburt von allen Beteiligten gut überstanden ist, lauert die Gefahr eines sogenannten Babyblues. Drei Viertel aller Mütter erleiden nach der Geburt ein hormonbedingtes Stimmungstief, das meist nach ein paar Tagen von alleine verschwindet. Doch in manchen Fällen entwickeln die jungen Mütter eine postpartale Depression, die mit ärztlicher Hilfe zwar schnell in den Griff zu bekommen ist, allerdings die junge Familie und die Partnerschaft auf eine harte Probe stellt. In diesen Fällen ist frühzeitige professionelle Unterstützung die beste Alternative.


Auch der Körper der Frau kann zu einer Belastung für die Beziehung werden. Meist noch nicht einmal, weil der Mann sich nicht an den veränderten Körper seiner Liebsten gewöhnen kann, sondern weil die Frau mit sich hadert und sich zurückzieht oder unter Druck setzt. Dabei braucht die Rückbildung der körperlichen Veränderungen, die sich während 9 Monaten ereignet haben, mindestens 9 weitere Monate. Dies sollten beide Partner akzeptieren und sich den Druck nehmen, à la Heidi Klum bereits nach ein paar Wochen wieder in Bademode posieren zu müssen.


Jedoch belastet dies oft die Sexualität des Paares. Hinzu kommt, dass Männer oft in einen Rollenkonflikt kommen und ihre Partnerin nicht mehr nur als Geliebte, sondern auch in der Rolle einer Mutter sehen. Hier hilft es oft, dass man sich bewusst macht, dass alle Menschen mehrere Rollen haben und diese auch gut in ihrem Leben integrieren können. Nur, weil man Mutter ist, kann man nebenbei auch Geliebte und Partnerin sein. Schliesslich ist man ja als erwachsener Mann meist auch gleichzeitig Sohn und Vater (und Mitarbeiter und Kollege und Schwager…)


Wenn die Nächte schlafarmer werden, der Lärmpegel durch Babygeschrei steigt und sonst noch alles anstrengender wird, wird der Umgangston zwischen den beiden Partnern oft rauer. Dies liegt daran, dass Stresssituationen unsere schlechtesten Seiten zum Vorschein bringen. Daher der dringende Rat über wichtige Dinge in Ruhe zu reden, wenn beide einigermassen entspannt sind und schon frühzeitig regelmässige Hilfe von Grosseltern, Göttis und anderen Kollegen in Anspruch nehmen, damit man mehr Zeit für sich hat.


Abschliessend bleibt zu sagen, dass alles was intuitiv, spontan und unüberlegt entschieden wird, oft den meisten Spass bringt. All dies ist mit einem Kind nicht mehr möglich. Darunter leidet die Partnerschaft. Doch wenn man fixe Tage vereinbart, in denen man ohne Kind «spontan» etwas unternehmen kann, kann man den Alltagstrott etwas umgehen, der so vielen Partnerschaften das Genick bricht. Die Kunst daran ist, nicht aufzugeben und das «Ausfallen lassen» dieser geplanten Spontanität nicht einreissen zu lassen, weil man zu müde, zu genervt oder zu faul dazu ist.  

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