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«Blueberry Mountain Train» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Blueberry Mountain Train» im Soundcheck

Opener und zugleich auch titelgebender Song der EP ist «Blueberry Mountain Train». Dieses Midtempo-Lied vereint alles, was Country so beliebt macht. Es ist ein grooviger Soundtrack, mit viel Fernweh zwischen den Zeilen und einem eingängigen Refrain, bei dem man beim ersten Hören schon mitsingen kann. Es ist Musik ohne Grenzen und irgendwie auch für die ganze Familie.


Etwas sanfter klingt «Wings», welches ein Liebeslied der anderen Art ist. Ich mag das Natürliche der Musik von Florian Fox. Durch seine tiefe Stimme und die holzigen Klänge seiner Gitarre können echte Emotionen entstehen, die niemanden kalt lassen. Immer wieder schön, Künstler zu hören, die sich ihren Wurzeln bewusst sind und das Pure zelebrieren. Überproduzierte Lieder, die so niemals auf einer Bühne reproduziert werden können, gibt es schliesslich schon genug.


«Dream my Jean» hat einen angenehmen Rhythmus, welcher einem zumindest musikalisch in den wilden Westen mitnimmt. Allgemein schafft es die Musik von Fox einem gedanklich auf Reisen zu schicken und Erinnerungen in einem zu wecken, die schon fast als vergessen galten. Seine Art der Intonation auf diesem Lied hat hin und wieder fast etwas von einem Gospel, was zeigt, dass er trotz Liebe zum Country auch für andere Genres was übrig hat.


«Big River» punktet bei mir sofort. Der Track erinnert mich ein bisschen an «Cry, cry, cry» von Johnny Cash. Doch kurz vor dem Ablaufen der ersten Minute schafft es Fox aus diesem Korsett auszubrechen und mit einem catchy Riff dem Stück seine eigene Handschrift aufzudrücken. Ich mag das extrem, wenn man den Tribut, respektive das Verneigen vor den Helden zwar erkennt, es aber nicht wie ein billiger Abklatsch, sondern viel mehr wie eine optimierte Interpretation wirkt.


Schlussfazit:
«Blueberry Mountain Train» ist eine sehr kurzweilige Angelegenheit, die Wärme ausstrahlt und zeigt, wie abwechslungsreich und international Country aus der Schweiz klingen kann. Der kurze Einblick in das Werk von Florian Fox ist nicht nur eine Art lebendige Geschichtsstunde, es tröstet auch ein wenig drüber hinweg, dass momentan das Reisen nicht wirklich möglich ist. Durch die vier Tracks nimmt der Künstler seine Hörerschaft zumindest akustisch mit in die USA und man darf mit geschlossenen Augen sein Fernweh ein wenig stillen. Es bleibt spannend, wie sein Debütalbum klingt, welches Fox aktuell gerade in der Vereinigten Staaten aufnimmt, die EP als Teaser hat ihre Wirkung auf jeden Fall nicht verfehlt.  

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