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Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Dem School das Wilde zurückgeben

Das Wetter am Samstagmorgen beim School in Sargans war nicht optimal. Nieselregen und ein frostiges Lüftchen sorgten dafür, dass die Anwesenden den Übergang in die kalte Jahreszeit definitiv am eigenen Leib erfuhren. Dies störte aber niemanden beim Anpacken, denn hier ging es definitiv um ein grösseres Anliegen, nämlich darum Lebensraum für Amphibien und Reptilien zu erhalten und den Umschwung am Waldesrand mit Baumscheren, Gabeln, Mähern und viel persönlichem Einsatz zu pflegen.


Ein Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung

Vor gut zehn Jahren wurde das Schutzgebiet beim Schiessstand School in Sargans errichtet und seit diesem Zeitpunkt konnten diverse Erfolge verzeichnet werden, wie Gebietsbetreuer Andreas Rotach bei der kurzen Ansprache erklärte. Es sei schön zu sehen, dass heute die Amphibien Kammmolch, Teichmolch, Bergmolch, Gelbbauchunke, Erdkröte und Grasfrosch hier heimisch seien. Das Vorkommen der sechs Arten und ihre Populationsgrössen machen das Naturschutzgebiet zu einem national bedeutenden Amphibienlaichgebiet. Doch nicht nur Amphibien finden im Sarganser School paradiesische Lebensvoraussetzungen, auch Reptilien werden hier aktiv gefördert.


Strukturvielfalt für Reptilien

Wie Rotach den fleissigen Umweltaktivsten erzählte, hätten sie bei der Erstellung des Naturschutzgebietes auch Steinlinsen in die Erde gesetzt. Diese seien wichtig für die Überwinterung von Reptilien, insbesondere Schlingnattern. Bereits drei Jahre danach seien diese im School erstmals gesichtet worden, was ein echter Höhepunkt sei. Neben den Gewässern, welche für die Amphibien auf Teilflächensogar gemäht werden, fiel vor allem auf, dass  an mehreren Orten Schilf aufeinander gehäuft wurde. Dies diene als häufig genutzte Brutstätte für die Eier der Ringelnatter und als Aufwärmplatz für weitere Arten. Neben den oben genannten Reptilienkommen auch die Zauneidechse, die Mauereidechse sowie die Blindschleiche vor.


Die Natur blüht auf

Am Waldrand und an weiteren Randstellen herrsche eine Wildheit und diese locke Tiere aus allen Himmelsrichtungen an, wie Rotach erwähnte. So sei beim School schon mehrfach ein Hermelin gesichtet worden und vor einigen Jahren habe er einen Graureiher Fressplatz entdeckt. Dort hätten diverse Froschskelette auf einem Baumstumpf gelegen. Das klinge zwar ein wenig gruselig, aber so könne es eben auch mal sein, wenn man der Natur das Zepter wieder zurückgebe. Dieser kleine Flecken Natur, welcher ursprünglich als Ersatz für den Parkplatz zwischen der Ospelt AG und dem Bahnhof Sargans herhalten musste, zeigt, wie wertvoll freiwillige Helfer sind und wie viel gemeinsam bewirkt werden kann. So hat sich das Naturschutzgebiet beim Schiessstand School zu einem Erfolgsprojekt gemausert, welches dank dem leidenschaftlichen Einsatz von Freiwilligen zu einem Musterbeispiel an Biodiversität geworden ist. Es ist der Erfolg der Naturhelden, welche auf Anfrage vom WWF aus allen Ecken der Ostschweiz angereist sind und mit BirdLife Sarganserland zusammen am Samstag wirklich etwas bewegt haben. Denn wer trotz miesem Wetterverhältnissen für eine Pizza, Kaffee und Kuchen richtig anpackt, dem liegt tatsächlich etwas am Wohlergehen von unserem Planeten und den darauf beheimateten Lebewesen, was absolut Respekt und die grösstmögliche Dankbarkeit von uns allen verdient.  

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