Die erste Generation mit Smartphones
Bild/Illu/Video: Emilia Schwarz

Die erste Generation mit Smartphones

In der Primarschule und Oberstufe wurden Smartphones auf dem ganzen Schulgebäude verboten, an der Kantonsschule sind sie ausserhalb des Unterrichts erlaubt. Seit ich die Kanti besuche, fällt mir der übermässige Handykonsum vor allem bei Jugendlichen auf. In jeder freien Minute sind 80 Prozent der Schüler und Schülerinnen am Handy, manchmal auch während dem Unterricht. Einige Lehrer sprechen uns auch immer wieder darauf an, wenn sie durch die Gänge laufen und alle auf ihre Smartphones starren.


Ich beobachte diese Szenen und es ist schon traurig anzusehen. Es werden immer seltener Gespräche geführt in den Pausen, jeder ist auf sich und sein Handy fixiert. Auch abgesehen von der Schule: man gerät immer wieder an Menschen, die Gespräche durch das Vibrieren ihres Smartphones unterbrechen oder sogar während dem gesamten Gespräch auf ihr Handy starren. Somit ist das Handy paradoxerweise ein wahrer Kommunikationsbrecher, denn eigentlich sind Smartphones unter anderem ja Kommunikationsmittel.


Zudem sind die Dinge, mit denen man sich am Handy beschäftigt, selten weltbewegend. Würde man einen Jugendlichen in 70 Jahren auf seinem Sterbebett fragen, auf welche Ereignisse er in seinem Leben besonders stolz ist oder was ihn richtig glücklich gemacht hat, wird er wohl kaum seine Followerzahl bei Instagram oder einen Sieg in einem Game erwähnen. Somit ist die Zeit, welche man vor dem Handybildschirm verbringt meist verschwendete Zeit, welche für viel Sinnvolleres genutzt werden könnte.


Auf der anderen Seite ist es nicht mehr so leicht, das Handy wegzudenken. Besitzt man keines, ist man praktisch ausgeschlossen. Man kann nicht mehr so leicht kommunizieren, wird von Gruppenchats ausgeschlossen und bekommt die neusten Trends nicht mit. Ich denke wie bei allem, man sollte ein gesundes Mittelmass finden. Doch dies ist schwierig, denn das Handy kann zu einer Sucht werden. Jede Sucht funktioniert vom Prinzip her gleich, auch wenn die Folgen unterschiedlich sein können.


Durch das Handy haben wir Zugang zu einer Scheinwelt, den sozialen Medien. Was dort gezeigt und angepriesen wird, kann man selten zu 100 Prozent übernehmen. Vor allem müssen wir uns immer wieder bewusst werden, dass man Bilder bearbeiten kann und fast nichts echt ist.


Cybermobbing ist ebenfalls ein Thema, welches nur im Zusammenhang mit den Smartphones und Internet praktiziert werden kann. Die Hemmschwelle ist viel kleiner, wenn man der Person nicht gegenübersteht. Auch verunstaltete Bilder, die im Netz kursieren, können die betreffenden Personen echt fertig machen.


Es bringt nichts, alles nur schwarz oder weiss zu sehen, man sollte sich den Vor- und Nachteilen bewusst sein und für sich persönlich einen vertretbaren Weg finden, mit dem Ganzen umzugehen. Es ist auch eine spannende Zeit, denn wie gesagt, wir sind die erste Generation, die mit Smartphones aufwächst, es ist noch nicht alles erforscht, wir werden sehen, wohin uns die Reise führt.

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