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Gedanken - Gefühl - Handlung
Bild/Illu/Video: Stefan Schwarz

Gedanken - Gefühl - Handlung

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass dein Gehirn ein Organ ist, das wie alle anderen, für dich arbeitet. Es ist darauf aus, dich aus Gefahrensituationen zu retten und so dein Überleben zu gewährleisten. Daher wird es dir immer versuchen zu helfen aus Situationen hinaus zu manövrieren bei denen es davon ausgeht, dass du sie nicht möchtest.


Hinzu kommt, dass dein Gehirn (= dein Verstand) auf deine Befehle hört. Diese Befehle sind deine Gedanken. Dein geniales Gehirn macht alles, was du möchtest. Hierfür musst du zum einen klare Anweisungen geben und zum anderen wissen, was du möchtest. Denn der Verstand kann nicht auf widersprüchliche Anweisungen reagieren.


Ein Paradebeispiel für widersprüchliche Anweisungen wäre zum Beispiel (dies gilt leider nur für Frauen): «Ich möchte schwanger werden» und «Ich möchte abnehmen».


Damit du das mit den Gedanken als Befehl fürs Gehirn besser versteht, hierzu ein kleines Beispiel:

Du musst bei der Arbeit eine Präsentation vor dem kompletten Team halten. Die obersten Führungskräfte deiner Firma werden auch anwesend sein. Du hast mächtig Bammel, dich vor so vielen Leuten blamieren zu können. Also sagst du zu dir Sätze wie: «Ich sterbe, wenn das schief geht» oder «Ich möchte das nicht machen» Dein bester Kumpel, der Verstand, erkennt sofort die «Gefahr», in der du dich zu befinden scheinst und dass du das absolut nicht tun möchtest und hat sofort die Lösung für dich in Form von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Grippe parat. Es hat seinen Job erfüllt und dich aus der vermeintlichen Gefahrensituation erlöst.

Wenn du dir allerdings sagst, «Das schaffe ich» «Ich kann gut damit umgehen, dass so viele zuhören» oder Ähnliches, dann spornst du damit dein Gehirn an, das Bestmögliche aus der Präsentation heraus zu holen.


Daher ist es wichtig, du dich selbst nicht in die Misere «rein redest» beziehungsweise denkst, sondern dir Mut zusprichst, zuversichtlich bist und dich nicht von vorne herein auf eine Niederlage einstellst. Beobachte doch einfach mal, wie du mit dir selbst redest. Kommen dir Sätze wie «Das schaffe ich nie», «Bin ich blöd!» oder «Ich hasse das» bekannt vor? Dann ist es höchste Zeit einmal zu beobachten, wie oft du dir mit solchen Sätzen von vorneherein die Möglichkeit nimmst, dass etwas gut für dich laufen kann und du dich damit selbst boykottiert.


Aus einem weiteren Grund ist es wichtig auf deine Gedanken zu achten: Deine Gedanken beeinflussen die Weise wie du dich fühlst und dein Wohlbefinden wiederum beeinflusst deine Handlungen. Hierzu wieder ein Beispiel:

Du denkst: «Ich schaffe diese Arbeit nie und nimmer in der vorgegebenen Zeit.» Dieser Gedanke setzt dich enorm unter Druck. Du fühlst dich überfordert, unzulänglich, gestresst. Sogar dein Körper reagiert auf diesen Gedanken mit der Ausschüttung von Stresshormonen, die wiederum den Herzschlag und die Atmung beschleunigen, den Blutdruck steigern und die Verdauung und Stoffwechsel drosseln. Das Gefühl der Unzulänglichkeit und Überforderung treibt dich dazu an schneller und unkonzentrierter zu arbeiten, was dazu führt, dass du Fehler machst und durch die Korrekturen immer wieder aufgehalten wirst. Dies unterstützt und bestätigt wiederum deinen Anfangsgedanken, dass du das niemals schaffen wirst. Et voila: Du hast einen negativen Gedankenkreis mit negativem Ergebnis konstruiert.


Wie könnte man das in so einer Situation besser machen? Alles beginnt (du hast es schon erraten) mit einem Gedanken, der dich unterstützt, anstatt uns zu schwächen. In unserem Beispiel könnte es wie folgt ablaufen: «Ich kann damit umgehen und werde mein Bestes geben». Dieser Gedanke motiviert und spornt an. Du fühlst dich aufgeregt und zuversichtlich. Wieder reagierst du körperlich mit Stresshormonen. Dieses Mal handelt es sich nicht um negativen (Dis-)Stress, sondern um positiven (Eu-)Stress, der dich mobilisiert und dein Gehirn zusätzlich mit Blut und Sauerstoff versorgt. Mit dem Gefühl der Zuversicht wirst du tatsächlich hochkonzentriert arbeiten und gut voran kommen, da du dich viel besser fühlst und dein Gehirn genau weiss, dass du es schaffen willst und Ergebnisse brauchst. (Zuvor war die Message: Ich schaffe das ohnehin nicht, also bemühe dich nicht). Die Tatsache, dass du konzentriert arbeitest und gut voran kommst, bestätigt wiederum deinen Anfangsgedanken: «Ich schaffe das!».


Wenn dir das alles unwirklich und seltsam erscheint, probiere es doch einfach mal für zwei Wochen aus. Dafür musst du lediglich genau darauf achten, welche «Anweisungen» du deinem Verstand gibst und wie du mit dir selbst redet. Ein Versuch ist es allemal wert, denn somit hast du eine grosse Chance dein Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Und das verleiht dir absolute Macht und Freiheit über dein Leben. Wahrscheinlich ist genau das gemeint mit der Redewendung «das Schicksal selbst in die Hand nehmen».

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