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«Just keep livin'»
Bild/Illu/Video: zVg.

«Just keep livin'»

Mit «Dazed and Confused» begann die Schauspielkarriere, des heute mittlerweile 50-jährigen Texaners. Er spielt einen Kiffer, eine Rolle, die er in «Surfer, Dude» sowie «Beach Bum» wiederholt. Es ist etwas was er am besten kann: an einem Glimmstängel ziehen, gut aussehen und eine Ruhe ausströmen, die nichts und niemand zu zerstören vermag. Anders seine ernsteren Rollen. Seit 2010 spielt McC. ernstere Rollen. Darunter waren «Interstellar», «Dallas Buyers Club» sowie «Serenity». Wer diese Filme nicht kennt, denen kann ich sie alle nur wärmstens empfehlen. In jedem Film führt der Schauspieler seiner Rolle jeweils eine Prise seines ganz persönlichen Charmes bei. Zuletzt war McC. im Film «The Gentlemen» von Guy Ritchie zu sehen. Der Film war eher durchschnittlich, bin ich der Meinung. Viel Gerede, einige Actionszenen, leider aber nur eine sehr kleine Prise McC. Charme.


Der eigentliche Grund, weshalb ich diesen Text schreibe, ist, da McConaughey Mitte Oktober 2020 seine ersten Memoiren veröffentlicht. Darum will ich vorweg festhalten, was ich heute von ihm halte und es vergleichen, sobald ich das Buch gelesen habe. Vielleicht wird es einen zweiten Teil zu «Just keep livin'» geben. Warum heisst dieser Text überhaupt so? Als ich im Frühjahr 2020, den Film «Surfer, Dude» sah, wunderte ich mich darüber, weshalb sich eine Produktionsfirma «Just keep livin’» nennt. Es stellte sich heraus, dass die Firma besagtem Schauspieler gehört und dies sein damaliger Leitspruch fürs Leben war. War für ein Leitspruch; lebe einfach weiter. Weder besonders positiv noch negativ, auch nicht gleichgültig. Einfach weiterleben… herrlich!


Ich denke das Mysterium McConaugheys liegt darin, dass er eine Mischung aus gutaussehend, kindlich und … Einen Mann als Mann gutaussehend zu nennen wirkt ein bisschen komisch… ich tue es trotzdem. Ich bewundere diesen Schauspieler wirklich sehr. Wahrscheinlich verzieht meine Bewunderung meine objektive Analyse des Mysteriums. Was soll's, über nichts und niemanden kann man wirklich objektiv nachdenken. Es funktioniert einfach nicht. Alle unsere Gedanken sind von unseren individuellen Erfahrungen abhängig.


Ich versuche es noch einmal; aus meiner Sicht ist McConaughey so interessant, weil er wirklich gut aussieht und damit umzugehen weiss. In manchen Filmen so wie in «Mud», in dem er einen Flüchtigen spielt, der ganz mit sich im Reinen ist und auf die Liebe seines Lebens wartet. In diesem Film sieht McConaughey wie ein Bär aus. Stark, etwas bärtig und braungebrannt wie Schokolade. Er erinnert mich irgendwie an meine Vorstellung von Santiago, dem alten Fischer aus dem Buch Hemingways «Der alte Mann und das Meer».

Er ist aber ebenfalls interessant, weil er charmant ist. Sein Charme in Kombination mit dem Aussehen sowie einer gröberen Prise Selbstkritik und Ehrlichkeit machen ihn zu dem was er ist. Alles was er tut, sieht einfach aus. Ob er nun im Film angelt oder an einer Zigarette zieht, es wirklich echt und authentisch. Vielleicht ist seine Authentizität sein wahres Rätsel?


Ich komme nochmals auf den Film «Surfer, Dude» zurück. Der Film, eigentlich komplett inhaltlos, zeigt einen Mann in der Sinnkrise. Es wird der letzte Film sein, den McConaughey als Schönling dreht. Danach beginnt seine Karriere als ernster Schauspieler. Es geht im Film mehr darum McConaughey beim Kiffen und labern zuzusehen als um den eigentlichen Inhalt. Es ist trotzdem oder vielleicht gerade deshalb einer meiner Lieblingsfilme.


McConaissance wird als die Zeit beschrieben, in der Matthew McConaughey als der beste Schauspieler Amerikas galt. Diese Zeitspanne dauert von 2013 bis und mit 2018 und vielleicht noch darüber hinaus an. Nur schon die Tatsache, dass diese Zeit einen Namen hat, spricht für diesen Mann. Möge diese Zeit noch lange anhalten. Ich freue mich auf die kommenden Filme.

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