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Lasst uns froh und munter sein
Bild/Illu/Video: Jenny Schwarz

Lasst uns froh und munter sein

Zunächst einmal gehen viele Menschen, beeinflusst von der heimeligen Fernsehwerbung und den klischeehaften Vorstellungen vom Fest der Liebe, mit sehr hohen Erwartungen in die Festtage. Ob man erwartet an eine wundervolle Familienzusammenkunft zu gehen (bei der jeder mit jedem plaudert, alle bester, entspannter Stimmung sind) oder ob man einfach ruhige, besinnliche Tage verbringen möchte, jede Erwartung kann enttäuscht werden. Man sitzt mehrere Tage am Stück mit Menschen zusammen, die nur selten genau die gleichen Vorstellungen wie man selbst haben.


Jugendliche sind genervt, weil sie zu Verwandten mitgeschleppt werden, die sie eigentlich überhaupt nicht interessieren. Kinder sind entweder total enttäuscht von ihren Geschenken oder reizüberflutet. Bewegungsfreaks werden wahnsinnig vom Rumsitzen und Essen. Harmoniefanatiker versuchen Unstimmigkeiten und Differenzen zu ignorieren… Auf jeden Fall ist für viele das Fest der Liebe ein zusätzlicher Stressfaktor. Probleme innerhalb der Familie oder auch zwischen Paaren kommen gerade in dieser «friedlichen» und «harmonischen» Weihnachtszeit zum Vorschein. Man ist zwanghaft auf die Familie zurück geworfen. In diesem Jahr mit der Empfehlung nur im kleinen Kreis zu feiern wird diese Thematik «spannender» denn je.

Paare haben oft ganz unterschiedliche Auffassungen wie sie am liebsten die Festtage begehen möchten. Dies liegt daran, dass wir schöne Kindheitserinnerungen gerne (bewusst oder unbewusst) wiederholen möchten. Rituale, wie die unterschiedlichen Weihnachtsrituale, geben unserem Leben Struktur und Halt. Die Rituale unserer Kindheit sind uns daher besonders wichtig. Oft geht man dann einfach davon aus, dass der Partner genau die gleichen Rituale in der Kindheit gepflegt hat. Doch selbst trotz eines gemeinsamen christlichen Hintergrundes, können die Rituale in den unterschiedlichen Familien eine ganz andere Ausprägung, Bedeutung oder Wichtigkeit haben. Daher ist es wichtig dem Partner zu erzählen, wie man selbst früher die Weihnachtsfeste gefeiert hat, was schön war und was nicht. Und natürlich sollte man auch zuhören, wenn der andere von den Weihnachten seiner Kindheit berichtet. So versteht man vielleicht auch warum der alte Onkel Erwin jedes Jahr zum Frühstück eingeladen wird.


Doch nicht nur unterschiedliche Prägungen können zu Differenzen führen, auch der Druck von Medien und Gesellschaft suggeriert: glückliche Menschen haben ruhige und schöne Weihnachten! Hierbei muss man sich vor Augen führen, dass Vergleiche mit anderen oder irgendwelchen, von der Werbeindustrie suggerierten «Vorzeigefamilien» immer schädlich sind. Wir neigen dazu uns selbst schlecht darzustellen und dabei andere zu erhöhen. Und das, obwohl wir gar nicht wissen, wie es bei anderen tatsächlich aussieht.

Menschen, die während des ganzen Jahres viel arbeiten, sind es oft gar nicht gewöhnt so viel Zeit mit den Liebsten zu verbringen. Mit der Zeit stört dann der Lärm den die Kinder machen, die Eigenarten des Partners fallen mehr auf. Es ist also kein Wunder, dass die Polizei in dieser Zeit öfter wegen häuslicher Gewalt ausrücken muss und die Telefonseelsorge Hochbetrieb hat.


Daher hier meine Tipps für die Feiertage:

1. Plant auch Zeit für euch alleine ein, Zeiten in denen ihr zu Kompromissen bereit seid und Zeit mit Menschen, die euch wichtig sind.

2. Überlegt, was euch warum am Herzen liegt und erklärt das denjenigen, die mit euch feiern.

3. Wenn euch etwas gegen den Strich geht, sagt es sachlich und ohne Umschweife. Fragt bei den anderen nach, warum sie auf diese Sache, die euch nicht passt, so viel Wert legen.

4. Lasst euch nicht von irgendwelchen Trugbildern à la «An weihnachten muss man halt…» von euren Vorlieben und Abneigungen abbringen. (Lasst euch nicht von Klischees blenden)

5. Redet miteinander, umarmt euch

In diesem Sinne: Frohe und entspannte Weihnachten!

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