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Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Miss Rabbit taufen im ausverkauften Fabriggli

Der «Hasen-Sound» lockte am vergangenen Samstag nicht nur einen Grossteil der regionalen Musikszene nach Buchs, auch sonst schien er beim bunt durchmischten Publikum auf Begeisterung zu stossen.


Zwei Bühnen, eine im Foyer und eine im Hauptsaal. So sieht es aus, wenn im Werdenberger Kleintheater Fabriggli etwas Grosses bevorsteht. Anlässlich der Plattentaufe von Miss Rabbit hatte sich die Band Divension auf der Bühne im Foyer eingerichtet und startete kurz nach Acht mit einem spannenden Set in den Abend voller Rockklänge. Angetrieben von der lautstarken Unterstützung vom aufgeschlossenen Publikum, spürte man, wie ihr Konzert immer mehr Fahrt aufnahm und so zu begeistern vermochte. Die Sarganser schafften es, federleicht aufzuzeigen, wie abwechslungsreich Metal sein kann und welche Kreativität und Leidenschaft in der lokalen «Schattenszene» steckt. Ich persönlich freue mich jetzt schon auf die neue Musik der Herren, welche laut Roger Baumgartner nächstens erscheinen sollte.

Miss Rabbit feiern Geburtstag

Bevor es losging mit der grossen Sause, erschien im Konzertsaal ein Countdown auf der grossen Leinwand im Hintergrund. Kurz darauf erschien eine aufwändig produzierte kurze Videosequenz, bei der Gitarrist Roger Köppel mit seinem rollenden Auftritt für viele Lacher sorgte. Anschliessend startete der musikalische Direktor mit dem neuen Song «Stoned» die Show des Hauptacts. Frontfrau Angela Bösch schnappte sich das klingende Telefon und sang die ersten Zeilen in den nostalgischen Hörer. Mit diesem ziemlich spannende Stimmenverzerrer zeigte die Band, welche Showqualitäten sie sich über die Jahre angeeignet haben und dass alles was sie auf der Bühne präsentieren, immer ein Konzept hat. Im Verlauf der ersten Strophe gesellten sich dann noch Trommler Thomas Frei, sowie die beiden Curiger-Schwestern Melanie an der Gitarre und Fabienne am Bass zu ihnen auf die Bühne. Alle Bandmitglieder wurden dabei frenetisch bejubelt, was ihnen jeweils ein ziemlich breites Grinsen auf die Lippen zauberte. Nach dem kurzen Duo-Intro ging die Post richtig ab und der typische Miss Rabbit-Sound schaffte es die Herzen des Publikums im Handumdrehen zu erobern. Die Buchser Band zeigte sich von Anfang an enorm spielfreudig und happy. Dies nicht ohne Grund, denn neben der Plattentaufe des neuen Albums zelebrierten die Damen und Herren auch noch ihr 10-jähriges Bandjubiläum. Die charismatische Frontfrau Angela Bösch zeigte aus diesem Grund einige Outfits, respektive Uniformen mit denen sie im vergangenen Jahrzehnt auf der Bühne gestanden hatten. Für die meisten Lacher sorgte aber nicht etwa die Polizeiuniform oder die Miniröcke der Girls, sondern vielmehr der modische Fauxpas der Jungs in Form eines ziemlich kitschig roten Sakkos.  

Und weiter geht’s
Miss Rabbit habe ich schon öfters live gesehen, aber so tight und dynamisch wie gestern haben sie selten geklungen. Ihre professionelle Performance ist ein Augenschmaus und ihre Spielfreude schaffte es sofort auf das Publikum überzuschwappen. Die Zuschauer durften eine Band erleben, die trotz ihrer langjährigen Aktivität immer noch leidenschaftlich bei der Sache ist und trotzdem frisch und unverbraucht klingt. Die facettenreiche Setliste hielt neben den neuen Krachern auch ältere Lieder wie «On your own», «News» auch den ersten von ihnen überhaupt veröffentlichten Song «Inner Conflict» bereit. Als Abschlusssong bedienten sie sich bei den grossartigen Ramones und würdigten deren immenses Werk mit dem Song «Blitzkrieg Bob». Es war echt für alle Anwesende eine Freude, das Konzert voller Punch zu erleben. Miss Rabbit bewies trotz grosser musikalischer Qualität viel Bodenhaftung und die Mitglieder nahmen sich viel Zeit für Gespräche mit ihren Anhängern.


Ich wünsche nochmals alles Gute zum Jubiläum, gratuliere zur neuen Platten und wünsche mir, dass ihr nochmals weitere zehn Jahre Vollgas gebt. Denn solche «Klassentreffen», wie sie an Plattentaufen wie dieser passieren, sind einfach wundervoll! Hey ho, let's go!  

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