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Mit Coversongs gegen den Lagerkoller
Bild/Illu/Video: zVg.

Mit Coversongs gegen den Lagerkoller

Der Frontmann von Naturtrüeb erinnert sich noch gut daran, wie es zur aussergewöhnlichen Situation gekommen ist. «Ich war an besagten Montag, als der ganze «Wahnsinn» bei uns begann im Proberaum. Die Probe war abgesagt und ich habe mir gedacht, ich spiele ein bisschen für mich. Ich bin fast täglich am Üben und da kam mir die Idee, ich nehm jetzt mit dem Handy ein Lied auf und stelle dies auf Facebook.» Für dieses spontane Unternehmen wählte er einfache und unkomplizierte Lieder, da Hoch, wie er sagt, was Technik anbelange nicht gerade der Beste sei und vielleicht auch ein weniger schneller zufrieden sei als andere.

Abwechslung schenken mit Musik
Marco Hoch wählte zum Start das Lied «Knockin’ on Heavens Door» von Bob Dylan und wies darauf hin, dass alles ein bisschen anders werde in nächster Zeit, egal ob es die Proben, der soziale Kontakt oder die Arbeit betreffe. «Das Lied ist bis heute fast 700 Mal  aufgerufen worden.», stellt der Musiker begeistert fest. Sein Konzept schien bei den Menschen auf Facebook auf offene Ohren zu stossen, denn er wurde von vielen Seiten gebeten respektive dazu aufgefordert doch am nächsten Tag wieder ein Lied ins Netz zu stellen. «Ich dachte mir so, okey eines geht noch. Das zweite Lied, eine Coverversion von «Turn The Page» von Bob Seger wurde bis heute fast 1500 Mal aufgerufen...», stellt Hoch fest. Auch beim neuen Song habe es viele positive Feedbacks gegeben. Die Zuschriften zeigten, dass es den Leuten nicht nur gefällt, sondern ihnen jeweils eine willkommene Abwechslung bringt am Abend. Dadurch sei er zum Entschluss gekommen, während der Quarantänenzeit jeden Abend ein Lied ins Netz zu stellen. «Ich möchte aber auch ganz klar sagen, dass es mir nicht um die «Likes» geht, erklärt Hoch. «Ich freue mich natürlich darüber. Aber warum das so gut ankommt, weiss ich nicht. Ich spiele ja «nur» Covers… aber den Leuten gefällt’s. Es ist eine aussergewöhnliche Zeit und so kann ich den Leuten ein wenig Abwechslung schenken.»

Das Proben fehlt schon
Marco Hoch, der vor über 20 Jahren die Band Naturtrüeb gegründet hat, ist froh, dass die Band nicht so schwer getroffen wurde von Konzertabsagen. Drei Auftritte, die nicht stattfinden seien verkraftbar, da sie das Glück hätten, das ganze Jahr durch von Veranstaltern gebucht zu werden. Was ihm aber im Moment schon sehr fehle, ist mit seinen Kollegen Clemens Kaufmann, Hansjörg Sulser und Peter Ambühl zu musizieren.  «Ich vermisse meine Bandkollegen schon stark, mit Ihnen ist Musik machen einfacher und macht auch mehr Spass.» Und doch hat Hoch vor kurzem auch ein paar Seiten entdeckt, die in einer festen Formation nur bedingt funktionieren. «Der Vorteil beim alleine Musik machen ist, man kann die Wechsel, Breaks und so weiter machen wenn man denkt, es passt und über die Fehler, die man spielt beschwert sich ebenfalls niemand...», erklärt er mit einem Schmunzeln auf den Lippen.


Die Menschen sind offener

Viele Leute schreiben dem Liechtensteiner Gitarrist und Sänger aktuell, die er nicht einmal kennt, wie er begeistert erzählt. Auch sonst hätten sie als Naturtrüeb eine treue Fangemeinde, welche jetzt ihre Lieder eben in seiner Solovariante und von zu Hause aus geniesse. In der jetzigen Zeit seien die Leute dankbar für ein wenig Abwechslung und diese müsse nicht unbedingt wahnsinnig professionell sein. «Mir kommt es so vor, die Menschen sind dankbarer oder nehmen viel mehr Sachen als sonst wahr.»


Vielleicht wird’s eng
Auch für ihn sei das Musizieren und die neue Aufgabe mit den täglichen Coversongs eine angenehme Abwechslung, neben dem Job und dem zu Hause bleiben, erklärt Marco Hoch. «Im Moment bin ich neben der Arbeit sehr viel im Proberaum oder übe daheim. Da man ja nichts anderes machen soll, bleibe ich halt daheim. Da ich Anfang März noch eine Knie OP gehabt habe, gehe ich manchmal noch ein bisschen spazieren.» Allzu lange dürfte die Pandemie laut Marco Hoch dann aber nicht gehen, weil das Repertoire gehe ihm langsam aus. «Da ich nicht geplant habe, dass ich jeden Abend ein Lied ins Netz stelle, weiss ich im Moment nicht, ob ich das bis zum Ende der Pandemie machen kann. Mir gehen langsam die Lieder aus. Ich habe bereits angefangen solche Songs zu spielen, die ich noch nie gespielt habe…» Wie lange Marco Hoch noch für Abwechslung sorgt und welche neuen Lieder er während der Pandemie noch erlernen wird, könnt ihr auf seinem Facebookprofil erleben.

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