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«Am Anfang wurde die Kunst links liegen gelassen.»
Bild/Illu/Video: Daniel Gassner

«Am Anfang wurde die Kunst links liegen gelassen.»

Roger Szedalik ist sehr erleichtert, dass er inzwischen wieder Konzerte spielen kann. «Auftritte zu spielen, bedeutet mir sehr viel und endlich wieder auf der Bühne stehen zu können ist überwältigend. Man merkt auf einmal nochmal mehr, wie sehr es einem gefehlt hat.» Die Pandemie und die Veranstaltungsabsagen waren für den leidenschaftlichen Livemusiker keine einfache Zeit und doch habe er glücklicherweise weiterhin an der Musikschule Gitarre unterrichtet.  «Das hat auch in dieser schwierigen Zeit viel Freude bereitet und war sehr motivierend. Auch die Schüler hatten Freude, wenigstens in den Musikunterricht zu dürfen. Das merkte ich schnell, da viele Schüler währen der Pandemie in die Musik tief eingetaucht sind und auch mehr Zeit zum Üben hatten als sonst. Immer zuhause, man sollte niemanden treffen, alle Serien durchgeschaut - da ist die Gitarre eine tolle Beschäftigung.» Doch neben diesen magischen Momenten mit seinen Schülern sei die Zeit als Musiker doch ziemlich fürchterlich gewesen. «Am Anfang wurde die Kunst natürlich links liegen gelassen, was mich schon kränkte. Aber mittlerweile denke ich mir, jetzt erst recht. Ich glaube die Gesellschaft hat mittlerweile bemerkt, dass wir Künstler auch einen Platz haben und eine grosse Rolle spielen.»


Vom Gitarristen zum Mitorganisator der LIGITA
An seine Anfänge mit seinem Instrument erinnert sich Szedalik noch genau. «Mit sieben Jahren habe ich angefangen, bei der Musikschule. Meine Eltern haben mich gefragt, ob ich ein Instrument lernen möchte. Die Gitarre hat mich immer schon fasziniert, so weit ich mich zurückerinnern kann. Und sie fasziniert mich noch immer.» Die Begeisterung für sein Instrument ging soweit, dass der Vaduzer irgendwann sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Auf die Idee gebracht habe ihn ein ehemaliger Schüler, den er privat unterrichtete. «Das hat mir grossen Spass gemacht und ich habe mir sofort gedacht, dass dies sicher ein toller Weg wäre in meinem Leben.» Inzwischen ist Roger Szedalik ein gefragter Saitenhexer im Fürstentum und auch über die Grenzen hinaus. Einen gewissen Bekanntheitsgrad hat der Musiker als Mitorganisator der Liechtensteiner Gitarrentage. Auch dort sei wegen Corona so einiges anders gewesen. «Die Ligita letztes Jahr mussten wir komplett absagen. Dieses Jahr können wir immerhin drei tolle Konzerte und den internationalen Duo - Wettbewerb veranstalten. Die Meisterkurse, Ausstellungen, Studenten von überall her - das ist leider noch zu heikel. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr endlich wieder eine ganze Ligita machen dürfen.


Skaten und ein Soloalbum
Als Gitarrist begleitet Szedalik nicht nur seine Frau Suzie Candell bei Auftritten, sondern ist auch noch Mitglied der Bands «Screwdrivers» und «Chaos Ark». Ein Soloalbum von ihm lasse aber noch ein wenig auf sich warten. «Zwei Songs habe ich bereits fertig geschrieben mit Shawn Jones aus CA - unserem guten Freund von Übersee. Dank ihm passen dann die Texte im Englishen so, dass es auch jemand sagen würde, der wirklich Englisch spricht. Die Pandemie und das Probeverbot hat das Ganze etwas nach hinten geworfen, ich nehme mir aber für mein eigenes Ding eh viel Zeit. Ich habe ja keinen Druck, du bist der erste, der mich danach fragt!» Der Gitarrist lässt das Leben fliessen und bleibt ausgeglichen, was für ihn sehr wichtig ist. Auch wenn er wegen vielen Auftritte oder Aufnahmen aufs Skateboarden aktuell verzichte, da es sich mit schmerzenden Handgelenken nur mühsam spielen lasse, sei er ein Fan von Aktivitäten draussen. «Der Ausgleich ist wirklich sehr wichtig. Neben Skaten mache ich Fitness, fahre Mountainbike (ohne Motor!!) und wandere sehr gerne.» Also ist es nicht mal so unwahrscheinlich, dass Sie in diesem Sommer Roger Szedalik persönlich über den Weg laufen könnten. Wenn er nicht gerade auf einer Bühne steht, ist er bestimmt irgendwo draussen an der frischen Luft antreffen.

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