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Borrelli und Hatzigeorgiou feiern die Freundschaft
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Borrelli und Hatzigeorgiou feiern die Freundschaft

Wie und wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Mario: Das ist eine wirklich schöne Geschichte, denn als ich meinen 33. Geburtstag feierte in einer griechischen Taverne in Widnau, hatte der damalige Gerent eine musikalisches live Duo organisiert.
Vasilis Kotarelas mit Gitarre und Gesang und Saki Hatzigeorgiou mit Gitarre und Bouzouki. So hatte das Fest seinen Verlauf genommen, bis wir irgendwann gejamt haben und an diesem Erlebnis Abend
in der schönsten Art wie man sich inspirieren kann einen Song geschrieben haben.
So zu sagen à la carte und diesen Song «Ise Kalos filos» auf griechisch, du bist ein guter Freund, geschrieben haben und den wir heute nach gut 21 Jahren Freundschaft an all unseren Konzerten spielen. Proprio una bella storia (wirklich eine schöne Geschichte)


Saki: Kann ich alles so bestätigen. Ergänzend -> etwa 1-2 Jahre später hat mich Mario engagiert eine Konzertreihe im noblen Restaurant Bell-Etage in Widnau mit ihm zu spielen. Mario spielte da Klavier und sang und ich habe ihn in bei ein paar Lieder als Specialguest mit der Gitarre begleitet. Ab da begann offiziell die intensivere -gemeinsame musikalische Reise, die bis heute anhält und hoffentlich noch lange fortgesetzt wird.


Wann habt ihr gemerkt, dass eine ganz besondere Magie zwischen euch entsteht, wenn ihr gemeinsam musiziert?
Mario: In all den Jahren, die wir uns kennen hat sich die Freundschaft verfestigt und das musikalische Verständnis untereinander hat so seine Entwicklung erlebt. Ich durfte in den Jahren diverse Alben aufnehmen und das live einspielen eines Albums hegte ich schon länger in mir und wie es ist hat die Zeit uns zugespielt und dieses Erlebnis leben lassen. Dazu möchte ich auch noch sagen, dass Saki und ich diverse Konzerte gegeben haben im Duo. Die einwöchige Konzertreihe in Zermatt hat uns dabei noch mehr musikalisch zusammengeführt. Auch Zermatt war Bestimmung, dass an einem Abend Pascal Huber (Keys & Piano) anwesend war und wir ins Gespräch gekommen sind. Pascal ist heute Teil der Band.

Saki: Kann ich wieder alles so bestätigen. Ergänzend -> Bei seiner ersten Schweizer-Band war ich vorerst mal nur einer der beiden Gitarristen – quasi ein Bandmitglied wie jeder andere.  Schon da spürte man aber, dass wir musikalisch gleich denken und fühlen. Es sollten aber einige Jahren vergehen, Jahre die geprägt wurden von wunderschönen Erlebnissen, aber auch von einschneidende Erfahrungen bis wir den Entscheid trafen ein gemeinsames Album aufzunehmen.

Inwiefern beeinflusst eure Freundschaft die gemeinsame Musik?
Mario: Wir sind beide südlichen Ursprungs, Saki der Grieche und ich der Italiener. Dazu kommt, dass ich auf italienisch singe. Unsere Qulturen haben sehr vieles gemeinsam und dass hat uns sicherlich auch die Möglichkeit gegeben zusammen kommunikativ zu musizieren. Aber allem voran gegenseitiger Respekt!


Saki: Die Freundschaft mit Mario ist mit den Jahren gewachsen und mit ihr auch die Bedürfnis öfters zusammen Musik zumachen. Durch die gemeinsame Zeit, die wir im privaten Rahmen mit unseren Familien verbrachten hat dieses Bedürfnis noch mehr gestärkt. Es ist nun nicht so, dass Mario und ich komplett den gleichen Musikgeschmack haben. Durchaus gibt es Musik die Mario hört, mit der ich nicht viel anfangen kann und umgekehrt auch. Durch unsere gute Freundschaft und den gegenseitigen Respekt waren wir aber immer offen für die musikalischen Wünsche des anderen. Dadurch konnte Musik entstehen, die man vermutlich alleine so nie hingekriegt hätte.

Wann kam die Idee, mal einen ganzen Longplayer zusammen einzuspielen?
Mario:
Als wir mein letztes Album, Respiri libero (Atme frei) vom 2010, live zum Besten gaben und wir in der St.Laurenzen Kirche in St.Gallen ein doppeltes Konzert gespielt haben mit Band und einem Streicher Ensemble , «Il Mosaico» aus Wattwil unter der Leitung von Hermann Ostendarp, war für mich klar, dass ich das nächste Album mit Band einspielen wollte. Als wir dann zu komponieren begannen und ich meinen damaligen Produzenten im Boot hatte, war diese Idee noch in den Startlöchern. Es gab Trennungen und wie man sagt, dass wenn eine Türe sich schliesst, öffnet sich ein Tor hat die musikalische Geschichte Ihren Lauf genommen. Wir haben gut fünf Jahre verbracht mit komponieren, texten und gemeinsamen Reisen. Zwischen Kreta und Italien und der schönen Schweiz ist das Album entstanden und es wurde uns bewusst, dass wir das mit unserer Band einspielen wollen.


Saki: Ich war schon immer sehr beeindruckt von Marios Produktionen. Es waren immer perfekte Pop-Produktionen, mit namhaften italienischen Studiomusiker und Produzenten. Ich war somit begeistert von dieser Welt, da ich sie auch nicht kannte. Ich meinerseits komme aus einer anderen Welt. Ich habe mit 17 zusammen mit meinem anderen langjährigen Freund Vasilis (der übrigens auch bei unserer Band spielt) meine erste Band gegründet. Von da an habe ich unzählige Livekonzerte mit verschiedenen Formationen gespielt. Jazz- oder Rockbands spielte mir keine Rolle, solange die Musik, die wir machten meine Qualitätsansprüche entsprach. Mit anderen Worten: Ich bin der geborene Livemusiker, der die Studiowelt erst mit ca.30 Jahren entdeckt hatte. Da kam Mario eines Tages zu mir und sagte: «Ich will mal ein Album aufnehmen, dass die Kraft eines Livekonzertes hat!» Meine Antwort war: «Ich als Jazzmusiker würde es ihm Studio live einspielen. Dadurch besteht keine Gefahr die Songs zu überproduzieren und authentischer geht nicht mehr.» Da sind wir nun und freuen uns das authentische nicht überproduzierte Album am 04.09.21 vorzustellen.

Wie waren die Sessions mit Little Konzett?
Mario: Atemberaubende Erfahrung in einem ebenso besonderen Studio!
Ich möchte auch erwähnen, dass wir uns alle inmitten der Welt Geschehnisse befanden und das Einzige was uns alle immer und nur verbinden kann, ist die Musik. Little ist ein Freund geworden und seinen Beitrag mit seiner Arbeit lässt sich lauschen! Grazie!


Saki: Little ist ein feiner Kerl und der sein Handwerk exzellent beherrscht. Ich war mit Mario circa zwei Jahren vor unserem Recording in einer Livesession und ich war hell begeistert von seinen Livesessions und von seinem Studio. So begann auch mit Little eine schöne gemeinsame Freundschaft, die bestimmt auch in Zukunft anhalten wird.

Wie klingt das Werk?

Mario: Ein ehrlich authentisches Werk, dass auf eine mediterrane Reise einlädt mit allen Facetten
die unser Wirken der letzten fünf Jahre zum Besten gibt. Wir schweifen vom Rock zur Ethnischen Welt über gespickt mit «canzoni d’autore».

Saki: genau so 

Am 4. September kehrt ihr zurück ins Studio, wo ihr das Album aufgenommen habt. Spielt ihr an diesem Konzert einfach das ganze Werk durch oder gibt es noch weitere musikalische Leckerbissen zum Entdecken?
Mario: Wir stellen das neue Album «Specchiati» in Form eines Releases vor mit Live Stream.
Mit von der Partie soundet natürlich die Band und ein Streicher Quartett das beim Titelsong
«Specchiati» (Spiegle dich) für eine sehr spezielle Umrahmung sorgt.

Saki: Lasst euch das nicht entgehen.


Ihr seid beide schon recht lange unterwegs. Was treibt euch nach all den Jahren an, immer wieder neue Lieder zu schreiben, sie aufzunehmen und zu veröffentlichen?

Mario: Schreiben und zusammen Musizieren ist wie ein Lebenselixier! Natürlich unsere Freundschaft und den Hunger an neuen musikalischen Exkursionen. Das ist wie Benzin für den Motor oder die Luft fürs Atmen.


Saki: Ich kann da nur Friedrich Nietzsche zitieren: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Dir Christian muss ich das nicht erklären, du weisst über was ich rede. Einer der schönsten Kompliment die ich von einer Zuhörerin (zufälligerweise war das Konzert auch mit Mario) bekommen habe war wörtlich übersetzt: «Danke für meine Emotionen». Solange wir Menschen so berühren können, werden wir nicht hören weiterhin Musik zu machen. Erst recht nicht in diesen nicht so einfachen Zeiten.        

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