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Ein Hoch auf die Stammkundschaft
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Ein Hoch auf die Stammkundschaft

Da die Ereignisse sich überschlagen haben Mitte März, war für Sabine Loop vom Buchladen Bad Ragaz schnell klar, dass ein rasches Handeln erforderlich ist. «Als wir gemerkt haben, dass eine Schliessung der Geschäfte kommen wird, haben wir schon alles für die Online Bestellungen und die Lieferungen vorbereitet.» Die spezielle Situation haben auch ihre Kunden wohlwollend wahrgenommen. Sie und ihr Team hätten in den sozialen Medien sofort eine grosse Welle an Solidarität gespürt, wie Loop erklärt. «Wir haben das Glück, eine grosse treue Kundschaft zu haben, die auch jetzt bei uns bestellt. Erfreulicherweise kommen auch immer wieder neu Kunden dazu.»


Bad Ragaz soll belebt werden
Vor bald einem Jahr hat der Buchladen Bad Ragaz eine zweite Filiale eröffnet, in der Second Hand-Produkte angeboten werden und welche zusätzlich als Café fungiert. Diese wird von den Töchtern Nadine (sie ist die eigentliche Buchhändlerin) und Sina geführt. Auch diese seien natürlich von der Ladenschliessung betroffen, wie Sabine Loop ausführt. Reserven gebe es dort keine, da das Geschäft mit dem simplen Namen «Der Laden» mit den Mitteln des Buchladens finanziert worden sei. Doch den Ausbau bereue sie nicht, wie sie schmunzelnd erklärt. «Wir sind da sehr mutig, unser Treuhänder würde sagen leichtsinnig, aber wir lieben unsere Läden und möchten unbedingt, dass Bad Ragaz belebt bleibt.»


Kurzarbeit und Lieferdienst
Beim Bund hat Sabine Loop lediglich Kurzarbeit eingereicht, doch sie ist sich sicher, dass da nicht viel Geld zusammenkommen werde. «Das ist so, dass wir eher ein Taschengeld als einen Lohn verdienen, aber für uns stimmt das so. Kredit möchten wir, wenn es irgendwie geht, keinen aufnehmen müssen, denn die nächsten zehn Jahre diesen abstottern zu müssen, haben wir eigentlich keine Lust – und wahrscheinlich auch kein Geld», gibt die Unternehmerin, welche den Buchladen vor sechs Jahren übernommen hat, offen zu. Der Lieferdienst könne den Umsatzeinbruch ein wenig aufhalten, wie Loop erklärt und deshalb sei es an der Zeit, der Stammkundschaft ein grosses Dankeschön auszusprechen.


Mit einer kleinen Geste gegen das Virus

Mit Wolfgang Frey, dem Gründer und Inhaber der Heiligkreuzer Seifenmanufaktur, sei die Idee entstanden, den Bestellenden kleine Naturseifen mitzugeben, sagt Sabine Loop: «Wir freuen uns, wenn wir unseren Kunden etwas Kleines und dazu noch Sinnvolles schenken können.» Für Wolfgang Frey, der für die Aktion insgesamt gut 300 Seifen spendet, geht es vor allem darum, den Menschen ein wenig Angst zu nehmen. Denn auch falls mal kein Desinfektionsmittel zur Hand ist: Das Virus lässt sich nach heutigem Wissensstand genauso gut mit haushaltsüblichen Mitteln wie fester oder flüssiger Seife und ebenso auch mit Spülmitteln oder fettlösenden Reinigern unschädlich machen. Das erklärt er - werbefrei und ausführlich dokumentiert - in der kleinen Broschüre «Warum das Virus Seife fürchtet», welche den kleinen Seifen beigelegt wird. Der faktenreiche Text, der beim Onlinemagazin Qultur bereits mehrere tausend Leser erreicht hat, soll vor allem Wissen vermitteln. Denn, so heisst es dort im Vorwort: «Je besser wir verstehen, wie das Virus funktioniert, desto bewusster können wir ihm etwas entgegensetzen.»  

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