Inneren Frieden erlangen und bewahren
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Inneren Frieden erlangen und bewahren

Seitdem wir mittels moderner Technologie ständig erreichbar worden sind, ist unser Alltag hektischer worden. Der Chef kann uns jederzeit anrufen und spontane Aufträge für den kommenden Tag auftragen. Wir arbeiten teilweise im Homeoffice. Es führt dazu, dass unser Berufs- und Privatleben zunehmend ineinander übergehen. Manchmal tun wir privates während unserer Arbeitszeit oder wir erledigen nach der Arbeit einige Aufträge von zuhause aus. Mich stört diese Vermischung extrem. Nach der Arbeit, möchte ich nach Hause gehen können, abschalten und nicht mehr an die Arbeit denken müssen. Die ständige Erreichbarkeit und Möglichkeit von zuhause arbeiten zu können, resultiert darin, dass wir keine Ruhe mehr haben. Wir geben den inneren Frieden auf, doch für was eigentlich? Damit wir unsere Arbeit wie von uns erwartet sauber und fristgerecht abgeben? Damit wir von unseren Kollegen im Büro als fleissiger und zuverlässiger Mitarbeiter geachtet werden? Manche Menschen geben ihren Frieden dafür her. Ist es das wirklich wert?


Ferien geben uns den Frieden zurück, der sich unser Herz für uns wünscht. Aber davon haben wir bekanntlich nie genug. Schon in der Schule waren mir vierzehn Wochen Ferien im Jahr zu wenig. Dann begann ich meine Lehre und hatte plötzlich nur noch fünf Wochen Ferien im Jahr. Im Militärdienst habe ich eine Sechs-Tage Woche und arbeite über fünfzehn Stunden im Tag. Von Ferien war niemals die Rede. Kurz; Ferien sind keine langfristige Lösung um inneren Frieden zu erlangen. Der Friede, die Zufriedenheit mit sich selbst soll auch während des Alltags bleiben.

Doch wir können mit Hilfe anderer Mittel erlangen langfristige Zufriedenheit erlangen. Das Mobiltelefon weglegen oder ganz aufgeben, spazieren gehen, mit Freunden einen Gesellschaftsabend organisieren, in den Wald gehen und den Lauten der Natur lauschen, faul im Bett liegen und den Gedanken nachhängen. Inneren Frieden erlangen wir, sobald wir erkennen, dass wir nicht unsere Gedanken oder Gefühle sind. Wir sind das Wesen, dass den Fluss der Gedanken beobachtet und die Gefühle fühlt. Erkennt man diesen Unterschied vom Sein und dem Denken, erscheinen Probleme in einem anderen Licht, und belasten uns nicht mehr zu sehr. Indem wir akzeptieren was unumgänglich ist, und versuchen zu verändern was möglich ist, erlangen wir inneren Frieden. Möchten wir etwas wirklich finden, so finden wir es nicht, weil wir unsere Zeit mit Suchen verschwenden. Einzig der, welcher nicht mehr sucht, wird finden. Wer nicht im Reinen mit sich selbst ist, wird unweigerlich unzufrieden werden. Wer nicht eins mit sich selbst ist, und versucht oder sich wünscht, jemand anderer zu sein, als er ist, wird scheitern. Die Angst vor dem Scheitern führt dazu, dass wir scheitern. Sobald man sich seiner selbst bewusst wird, erlangt man den inneren Frieden.

Die Bibel berichtet, dass Jesus für 40 Tage in die Wüste ging um mit Gott zu sprechen. Für mich bedeutet das so viel wie, er ging in die Wüste um sich selbst zu finden, und den inneren Frieden zu erlangen, damit er bereit war das Volk zu unterrichten. Eine zeitlang die Städte und Dörfer zu verlassen ist ebenso eine Option, um die Mitte im Leben zu finden, und zufrieden in die Zivilisation zurückzugekehren. Stress ist die Folge von Problemen, die uns wir uns zu sehr zu Herzen nehmen. Das Leben an sich ist einfach. Wir kommen zur Welt, finden eine Beschäftigung, leisten unseren Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung des Zusammenlebens und schlussendlich sterben wir irgendwann. Das ist der Fluss des Lebens. Im Vergleich zur Unendlichkeit des Universums, sind unsere Probleme nichts. Wenn wir uns dies vor Augen halten, wird uns schnell bewusst, dass wir uns nicht zu sehr um unsere Probleme kümmern sollten, wie wir manchmal tun. Das Leben funktioniert auch, wenn wir es gelassen nehmen und uns nicht hetzen lassen.

Alex Capus beispielsweise hat mit seinem Buch Das Leben ist gut eine Oase vom hektischen Alltag geschaffen. Ebenso die Bücher «der Alchimist» von Paulo Coelho, «Siddartha» von Hermann Hesse, «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry oder «Stille» von Erling Kagge. Aber allen voran das Buch «A new Earth» von Eckhart Tolle, ein Buch, das uns hilft aus der Unbewusstheit unseres Leben aufzuwachen, und als Wegweiser dient, inneren Frieden zu erlangen. Alles Bücher, die mir geholfen haben ein glücklicherer Mensch zu werden.

Wer inneren Frieden erlangen möchte, sollte sich überlegen, ob er sein Leben nicht entspannter angehen will und seine Sorgen von Zeit zu Zeit vergessen kann. Innerer Frieden ist die Vorraussetzung, um wirklich glücklich werden zu können.

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