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«Keep your Grace» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Keep your Grace» im Soundcheck

«I was there» startet auf leisen Sohlen und auch ein wenig repetitiv. Die Künstlerin zeigt beim Opener zugleich auf, dass sie wohl eher in den sanfteren Klanggefilden daheim ist. Wunderschön groovig gesellt sich im Verlauf des Liedes immer mehr Musik im Hintergrund dazu. Dabei bleibt die Geschichte des Liedes nie auf der Strecke und es geht ziemlich unter die Haut, wenn Linah Rocio phasenweise zu den Klängen aus anderen Welten ihre Worte ins Microphone haucht. Grossartig!


Bei «Keep your grace» mag ich den speziellen Rhythmus im Hintergrund sofort. Spannend, wie die aufgebaute Stimmung für den Refrain komplett über den Haufen geworfen wird und etwas völlig Überraschendes aus den Boxen dringt. Doch das ist noch nicht alles, plötzlich tauchen auch noch ein paar spanische Fetzen auf, ein treibendes Rockriff und schon ist der sehr kurzweilige Opus vorüber. Das Lied ist ein wilder Ritt durch unterschiedliche Genres und begeistert durch seine jugendliche Verspieltheit.


Ziemlich geheimnisvoll, aber auch irgendwie verzaubert klingt die Ballade «Available», welche mit einem deutschen Text auch bei Silbermond oder Juli sehr gut funktioniert hätte. Die sehnsüchtige Stimme geht direkt unter die Haut und allerspätestens als die gesamte Band einsetzt, haut es mich direkt aus den Socken. Ein Hit bei dem gerne das Feuerzeug gezückt und geschwenkt werden darf.


«How to wait» trägt einen melancholischen Unterton mit sich, ohne komplett in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Eine schöne, gefühlvolle Nummer, die mich ein wenig an die grossen Hymnen von Lunik erinnert. Gänsehaut!


Den schlichten Titel «Hot» trägt das abschliessende Lied der CD. Es ist ein Lied mit viel Tiefgang, ausufernden Emotionen und voller Kreativität. Mir gefällt, dass die Künstlerin von den bekannten Mustern abweicht und ihre Ideen frei und ungefiltert rauslässt. So entsteht Kunst, die nicht künstlich klingt.

Schlussfazit:
Die EP «Keep your Grace» von Linah Rocio klingt wundervoll erfrischend, da die Musikerin nicht viel von alten und angestaubten Regeln hält. Sie verschmilzt mit ihren Liedern, die wirklich innovativ klingen und stets überraschen. Auch gleicht nicht einer ihrer Songs dem anderen, was das Hören der neuen Musik so spannend macht. Sie sucht auf der EP nicht zwanghaft nach Radiohits, sondern lädt die Hörerschaft auf eine imposante Reise durch Stile und Emotionen ein, bei welcher alle mindestens eine Perle finden können.

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