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«Who’ll be here» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Who’ll be here» im Soundcheck

Es ist eine Angelegenheit von wenigen Sekunden, bis Lina Button einem mit ihrer packenden Stimme im Eröffnungssong «Hidden Land» in Beschlag nimmt. Das Lied ist moderner Pop, der groovt, zum Mitsingen einlädt und auch sonst ziemlich gut pumpt. Genial!


Das zweite Lied «One wish» erinnert mich phasenweise durch ihre Phrasierung fast ein wenig an «Heal the world» von Michael Jackson, wobei Frau Button viel verspielter an die Sache rangeht. Die Freude an der Musik ist ansteckend und viele Wünsche lässt die Thurgauerin bei dieser Nummer nicht offen.

Das sehr tanzbare «Dance into Freedom» ist wie es der Titel schon vermuten lässt eine ziemlich gelungene Disconummer, die sofort in die Beine fährt und einem irgendwie nicht mehr loslässt. «La-La-Like it!»


«A little» kommt sehr bassig aus den Boxen und lässt einem sofort mitwippen. Ein klein wenig neidisch, darf man auf die Ostschweizerin durchaus sein, denn bei einer solch starken Stimme klingt eigentlich jede musikalische Begleitung ziemlich genial. Krass, wie der «uhuhuh»-Zwischenteil direkt unter die Haut fährt.


Auf «Take me away» zeigt Lina, die bürgerlich Brigitt Zuberbühler heisst, welche Singer-/Songwritter-Qualitäten sie beherrscht. Das bluesige Stück überrascht durch einen atemberaubenden Refrain voller elektronischer Elemente, welcher aber trotzdem sehr gut zum Lied passt. So klingt ein Hit 2019, der mit etwas Mut von Radio-Musikredaktoren uns in diesem Herbst/Winter noch öfters begegnen könnte.


Interessant wie Lina auf «Bridges» eine Brücke zwischen alten Klängen und moderner Technik schlägt. Sehr spannend, wenn man etwas überlegen muss, was das gestreute Geräusch jetzt genau sein könnte. Eine Ode an die Melancholie, die im perfekten Moment erscheint. Die Pianomelodie im Zwischenteil sorgt für viel Gänsehaut und irgendwie gibt man sich als Zuhörer sehr gerne dem Abschiedsagen hin und suhlt sich ein wenig gemeinsam mit Lina in der Traurigkeit.

Deutlich hoffnungsvoller und lebensbejahender klingt «Keeping it close», welches sich als selbstbewusster Lovesong an das eigene Ich herausstellt und sehr viel Spass beim Zuhören macht. Ziemlich cool und erfrischend!


«Oil & Water» fällt vor allem durch die ungewöhnliche Keyboard-Melodie auf und klingt im Refrain nach einem internationalen Hit, wie ihn die Hitschreiber von Katy Perry oder Taylor Swift nicht besser hinbekommen hätten. Interessant, dass in der kleinen Schweiz auch Musik von solchem internationalen Format stattfindet. Ich mag es sehr.

«Curtains» hat etwas mystisches, das einem irgendwie einsaugt und nicht mehr loslässt. Der epochale Refrain kommt ziemlich druckvoll, was sofort fesselt. Der Abschlussteil bei dem Lina regelrecht emotional wird, berührt und lässt einem irgendwie mitleiden.


Der Titeltrack «Who’ll be here» ist eine tolle Midtempo-Nummer, die an Konzerten sicher zum sofortigen Mitklatschen animiert und eine süsse Message in sich trägt. Für jemanden da sein zu können, ist etwas ziemlich Schönes, das jetzt mit diesem Lied auch noch einen passenden Soundtrack dazu erhält.  Cool.

Erst jetzt wird mir bewusst, wie unglaublich schnell das Erlebnis Album wieder mal vorbei gehuscht ist. Das instrumentale «Outro» lässt einem nochmals zurückdenken und zum folgenden Schluss kommen:

Schlussfazit:
Auf ihrem neuen Album «Who’ll be here» zeigt die Ostschweizerin Lina Button wie kreativer und moderner Pop im Jahr 2019 zu klingen hat. Federleicht vermischt sie holzige mit elektronischen Klängen und beweist auf ihrem bereits vierten Soloalbum, dass ihre Stimme nach wie vor zu den stärksten der Schweiz gehört. Die Thurgauerin, die ihre musikalische Handschrift gefunden hat, muss mit dem neuen Album auch keinen Vergleich mit internationalen Acts scheuen, denn sie überzeugt mit einem Longplayer voller Songperlen. Seven, wäre die nicht was für die zweite Staffel von Sing meinen Song Schweiz?!?

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