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«Linthers Quell» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Linthers Quell» im Soundcheck

«2-1000-5» beginnt mit einem lauten, euphorischen Publikum und einer entspannten elektrischen Gitarre. Dazu gesellt sich die warme Stimme von Markus Stadelmann, die einem auf eine Zeitreise mitnimmt. Der Opener der CD ist ein Lied voller Nostalgie, in dem sich Linther zurück erinnert an das Festival an dem er seine Liebste kennengelernt hat. Vor allem in der aktuellen Situation sind solche mit Klängen gemalte Bilder eine Wohltat für die Seele. Auch wenn man immer noch keine Veranstaltungen besuchen darf, blitzen dank diesem Track doch einige Erinnerungen an unvergessliche Konzerte vor meinem inneren Auge auf. Mit einer grosser Klangwand zeigt die «Big Band», was aktuell wegen dem Veranstaltungsverbot in unserem Leben fehlt und das stimmt mich schon ein wenig nachdenklich.  


Die erste Auskopplung der EP mit dem Titel «Egal, was chunnt» ist ein Lied, welches sofort unter die Haut fährt und vom Vatersein handelt. Mich catcht er mit dieser Ballade natürlich total, da auch ich im Sommer erstmals ein solches Wunder auf der Erde begrüssen darf. Der feinfühlige Text passt stimmig zur sanften Melodie und verzaubert definitiv nicht nur seine Tochter, für die er das Lied geschrieben hat. So geht das mit den modernen Schlafliedern.


Auf «Glärnisch» zelebriert Linther seine Wurzeln und das Entschleunigen. Schon verrückt, wie wir alle immer im Stress sind und versuchen stetig noch wichtiger, erfolgreicher und reicher zu werden. Wenn wir es mehr wie die Berge halten würden, könnten wir das sonst schon relativ kurze Leben definitiv viel mehr geniessen.


Fünf Minuten und 34 Sekunden lang ist der letzte Track der EP mit dem Titel «Kater». Das ist nicht unbedingt die perfekte Länge, um in die Heavy Rotation von einer Radiostation zu gelangen. Doch das ist absolut egal, denn hier steht die packende Geschichte im Vordergrund. Die melancholische Nummer brilliert durch poetische Bilder, stimmige Klänge und eine Trompete, die niemanden kalt lässt. Kurz vor der vierten Minute nimmt das Werk dann plötzlich wahnsinnig Drive auf und verwandelt das vorgetragene Selbstmitleid in mitreissende Energie. Ein Lied, abwechslungsreich wie ein Musical und mit einem Gitarrensolo, welches jedes Rockerherz höherschlagen lässt. Genial!


Schlussfazit:
Die EP «Linthers Quell» vom Heimwehsängerknaben Markus Stadelmann aka Linther ist ein Debüt mit Ansage. Er geht seinen eigenen Weg, ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus und liefert vier Toptracks, die einem ein wohliges Gefühl schenken. Mit seiner Musik feiert er das Leben, die Musik, Traditionen und natürlich auch die Familie. Der Sound seiner Allstarband ist weltklasse und Fans von moderner Schweizer Mundartmusik kommen total auf ihre Kosten. Hier wechseln sich sanfte Töne mit krachenden Riffs ab und das furiose Finale lässt nur einen Wunsch offen: Bitte schnell mehr davon!  

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