Nein sagen – schwieriger als man denkt
Bild/Illu/Video: Stefan Schwarz

Nein sagen – schwieriger als man denkt

Dabei beweist es echte Stärke auch mal nein sagen zu können. Gerade im jungen Alter wird man schnell Dingen überredet, die man eigentlich nicht möchte. Ich möchte dich mit diesem Beitrag ermutigen, auch mal nein zu sagen.


Gerade unter Jugendlichen wird man oft zu Taten gedrängt, welche man alleine nie tun würde. Grund dafür ist der Gruppenzwang und das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Viele haben Angst, als Aussenseiter dazustehen und nicht mehr dazuzugehören. Und andere möchten einfach keine vermeintliche Schwäche zeigen. Dabei ist ein «nein» überhaupt nicht schwach – im Gegenteil es beweist Charakterstärke, da man für sich und seine Entscheidung einsteht.

 

Schliesslich ist ja jeder für sein Handeln selbst verantwortlich, wenn man eine Dummheit begeht, fragt niemand, wer einem dazu überredet hat. Man muss selbst dafür gradstehen und ärgert sich im Nachhinein dafür, dieses kurze Wort nicht einfach ausgesprochen zu haben. Das bedeutet nicht, dass man nie Spass haben darf und was Neues ausprobiert, jedoch sollte man sich vor solchen Entscheidungen etwas gut überlegen: Will ich das wirklich oder wurde ich dazu gedrängt?


Mir fällt auf, dass es vielen in meinem Alter schwerfällt, etwas nicht mitzumachen, besonders bei männlichen Gleichaltrigen in Gruppen.


So verbreiten sich auch Suchtmittel schnell, was ich schon beobachten konnte. Auf einen der nicht mitmacht, wird so lange eingeredet, bis er es schliesslich doch probiert. Solche kleine Situationen können dazu führen, dass Menschen im jungen Alter an Drogen, Alkohol usw. gelangen und bis ins Erwachsenenalter Probleme haben, davon wieder loszukommen. Nur weil sie nicht alleine dastehen wollten. Doch wer zahlt und macht die Entzugstherapie? Wohl kaum diejenigen, die einem dazu gebracht haben. Also stehst man nun doch alleine da.


Das mit dem Suchtmittel war jetzt ein Beispiel der Extreme, man sollte aber auch bei weniger gravierenden Entscheidungen «nein» sagen können. Sofern es nicht aufmüpfig wird, bei einem Vorgesetzten kann man sich dies nicht so häufig leisten.


Mir ist noch wichtig zu erwähnen, dass man aufpassen sollte, nicht ausgenutzt zu werden. Viele gutmütige Menschen werden aufgrund ihres Charakters und ihrem guten Willen schnell ausgenutzt. Das viele Leute einfach gerne profitieren und sich ihren Weg so einfach wie möglich gestalten, durfte der ein oder andere sicher schon erfahren.


Es spricht nichts dagegen, anderen einen Gefallen zu tun. Das Mass ist auch hier ein entscheidender Faktor.


Eine Freundschaft baut auf ein ausgeglichenes Geben und Nehmen auf, wenn es nur zum Geben tendiert, läuft es in die falsche Richtung. Man darf keine Angst davor haben, auch mal einer Freundin/einem Freund zu sagen, dass man etwas nicht tun möchte. Eine echte Freundschaft hält das aus, ansonsten sollte man diese vielleicht hinterfragen.


Ein «nein» ist also keinesfalls schwach, langweilig oder mit welchen negativen Adjektiven es auch verbunden wird. Ein nein zu anderen ist ein ja zu dir selbst!

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