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Selbstentwicklung durch bewusste Aufmerksamkeit
Bild/Illu/Video: Lucas J. Fritz

Selbstentwicklung durch bewusste Aufmerksamkeit

Selbstentwicklung bedeutet die Entwicklung vom Selbst. Entwicklung bedeutet sich Fortzubilden, neues zu lernen, altes los- und unbekanntes zuzulassen. Das Selbst wiederum ist das Ich, dass jeder in sich trägt. Damit ist nicht das Ego gemeint, sondern vielmehr das innerste Selbst, die Stimme, die unsere Gedanken und Gefühle hinterfragt. Bewusst bedeutet absichtlich (bei Taten) und geistig wach (beim Verstand). Aufmerksam bedeutet soviel wie sich nicht entgehen zu lassen, wodurch die Aufmerksamkeit als Nomen zur Tat des sich nichts entgehenlassens wird. Ich fasse zusammen: Selbstentwicklung durch bewusste Aufmerksamkeit bedeutet, dass wir Menschen uns weiterentwickeln, positiv weiterentwickeln indem wir auf der Ebene der Gedanken und Gefühle uns bewusstmachen, dass wir durch Aufmerksamkeit mehr vom Leben haben, da es sich intensiver anfühlt.


Das Selbst lernt seit Anbeginn des Lebens dazu. Zuerst lernt es den menschlichen Körper zu bedienen. Es lernt zu krabblen, zu blabbern, zu stehen und schliesslich zu gehen. Später entwickelt sich die Sprache. Das junge Selbst im Kindeskörper wird älter und lernt dazu. Es lernt den Verstand zu gebrauchen, dieser wird in der Schule genährt. Im Idealfall lernt das Selbst zu lieben sowie vernünftig und verständnisvoll zu sein. Hier beginnt das Problem. Wenn Eltern unfähig sind diese Eigenschaften dem Kind mitzugeben, wird das Kind zunehmend eine Mangelerscheinung zeigen, welche sich in Aggressivität und Angst ausdrückt. Die harten Gefühle Angst und Aggresivität sind nur die Symptome der Ursache, dass dem Kind etwas fehlt. Ein Selbst, das im Kindesalter nicht gelernt hat sanft mit Wort und Tat umzugehen, wird anderen Menschen durch ebendieses Leid schaffen. Böse Worte richten unsichtbaren Schaden in der Seele eines Menschen an. Böse Taten wiederum nähren Angst und Aggresivität, wodurch sich Neid, Hass und Gier mehrt. Daraus wiederum entsteht die Ungleichbehandlung, welche wir zurzeit in unserer Welt erfahren. Die Ungleichbehandlung drückt sich darin aus, dass die elementarsten Grundbedürfnisse von über einer Milliarde Menschen nicht gedeckt sind.


Tagein tagaus machen wir Erfahrungen. Diese Erfahrungen prägen unser Bewusstsein, anders gesagt unser bewusstes Sein. Läuft unser Leben gleichmässig ab, entwickelt sich durch die Gleichmässigkeit eine Routine, welche uns unaufmerksam macht. Ein Grossteil der Menschheit erlebt das Leben als eine Routine. Im reichen Westen, wo wir uns befinden, bedeutet dies zur Arbeit gehen, Geld verdienen, um damit die Grund- und Sicherheitsbedürfnisse zu decken und darüber hinaus sich vielleicht selbst zu verwicklichen. Unser gesamtes Leben ist von Unbewusstheit geprägt. Machen wir uns immer Gedanken zu allem was wir tun, lassen, sagen und wagen? Wir essen Fisch und Fleisch und fragen uns oft nicht woher diese Nahrung stammt.


Manche Menschen fahren mit öV oder Privatfahrzeug stundenlang zu einer Arbeit, welche sie einst, im Alter von 16 Jahren erwählt haben und fragen sich nicht bewusst, ob ihnen der Beruf und die Arbeit wirklich gefällt. Zu viele Menschen fügen sich ihrem Leben, ohne sich darüber bewusst zu sein, das sie vieles zum Besseren verändern können. Menschen akzeptieren den Status Quo, auch wenn er nicht von Verständnis, Vernunft und Liebe geprägt ist, weil sie nicht aufmerksam und bewusst sich selbst und ihre Umwelt betrachten. Wer nicht nach diesem Grundwerten lebt, schadet der Natur, den Mitmenschen und sich selbst. Ich gehe in einem nachfolgenden Beitrag näher auf diese drei Werte ein.


Wer sich selbst und andere hinterfragt auf der Ebene der Gedanken und der Ebene der Gefühle, wird Erkenntnis und Frieden erfahren, was wiederum dazu führt, dass das eigene Leben und das Leben aller besser wird. Leid wird vermindert, Freude vermehrt. Das sich bewusstwerden der eigenen Unaufmerksamkeit geschieht auf der Ebene der Gedanken und der Ebene der Gefühle in Form von Erfahrungen. Doch um Erfahrungen zu machen, muss Mensch nicht die halbe Welt bereisen. Es reicht in den meisten Fällen in sich selbst hineinzugehen und sich des eigenen Seins, Fühlens und Handelns bewusst zu werden. Eine harmonische Umgebung wie Wald oder Meer mit den dazugehörenden Nat-Urgeräuschen kann diese Erfahrungen intensivieren.


Wie schaffe ich es mir meines eigenen Seins, Fühlens und Handelns bewusst zu werden? Durch Gebet, Meditation, Atemübung oder durch das schlichte Sein im hier und jetzt können unbewusste Verknüpfungen der Gedanken- und Gefühlsebene aufgelöst werden. Dadurch erscheint die Welt wie neu.

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