Stefania Kaye’s «Traces» im Soundcheck
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Stefania Kaye’s «Traces» im Soundcheck

«Hear the Ocean call» klingt rein vom Gitarrenspiel wie die späten Aufnahmen von Johnny Cash, doch durch die sanfte, sowie berührende Stimme der Sängerin und eine beschwingte Atmosphäre erhält das Lied einen ganz eigenen Touch. Es ist Pop von der angenehmen Sorte, denn hier hört man das Handwerk heraus.


Ein grooviges Stück mit viel Drive nach vorne ist «Same piece of wood». Darauf hört man, was man alles mit einer Mandoline alles anstellen kann. Ein richtiger Fetzer mit einer wundervollen, verbindenden Message.


Voller Popappeal und etwas sehnsüchtig klingt die Ballade «Before I do», welche enorm viel Hitpotenzial mitbringt. Hier hört man, wie die Magie von einem Thomas Fessler funktioniert. Der Produzent, der auch schon bei Nickless oder 77 Bombay Street aus kleinen Songs Bestseller gezimmert hat, schenkt seiner Kundschaft jeweils einen leicht verträumten, aber immer angenehm anzuhörenden Sound. Wow, was für eine grandiose Nummer!


Etwas melancholisch und doch ziemlich positiv klingt das Lied «Shining through the rain», in welchem man am Liebsten versinken möchte. Das hier zwischen den Noten porträtierte Fernweh macht sofort klick und erinnert zwischenzeitlich an die grossen, ruhigeren Songs von Bruce Springsteen. Ich bin geflasht.


«I know it’s true» ist wundervoll poppig und lädt mit seiner herrlichen Rhythmik fast ein wenig zum Schunkeln ein. Es ist ein irgendwie zeitloses Stück, da es gestern, heute und morgen miteinander verbindet und enorm viel Freude bereitet.


Mit «Leave the world outside» reiht sich schon wieder ein Hit an die anderen dran. Krass, wie eingängig das ganze Album bis hier hin ist. Stefania Kaye macht Musik, die wirklich Jeder und Jedem gefallen könnte und die trotzdem nie anbiedernd, sondern immer sehr gefühlvoll klingt.


Auf «Unkissed» werden die Tanzstiefel montiert und etwas Cowboy und Indianer gespielt. Die Songwriterin schafft es nämlich hier ein Wild-West-Gefühl zu vermitteln, wie es nicht gerade einfach zu reproduzieren ist. John Wayne hätte daran einen Heidenspass gehabt.


Die Hymne «Turned the bad Times to good» klingt fast schon rockig und geht dank dem tollen Gitarrenriff sofort ins Ohr. Auch hier hat sie ein wahnsinniges Gespür für die Melodieführung im Refrain. Ihre Lieder sind genial um Mitzusingen und vermitteln einem in der Bauchregion sofort ein wohliges Gefühl.


Bei der letzten Nummer «Keep on running» zeigt sich die Berner Sängerin nochmals von einer anderen Seite und setzt auf ein etwas modernes Soundgebilde, welches sich doch ein wenig vom bisher gehörten Liedgut unterscheidet, ihr aber sehr gut steht. Mit diesem Lied zeigt Kaye Tiefe und es ist so eine Nummer, welche unglaublich viel Motivation ausstrahlt.


Schlussfazit:
Stefania Kaye hat mit ihrem Album «Traces» ein rundes und wundervoll eingängiges Popalbum erschaffen. Die Refrains laden zum Mitsingen und die Klangkulisse zum Mitträumen ein. Die fein eingestreuten Countryklänge bringen ihrem Sound zusätzliche Würze. Als ich vorher kurz auf Hitparade.ch nachgeschaut habe, wie hoch dieses Werk eingestiegen ist, bin ich gleich ein wenig erschrocken, dass es gar nie drin war. Für mich ist dies wirklich ein stimmiges Werk, welches für alle was bereithält, aber ab und zu verschläft auch die breite Masse eine echte Perlensammlung… Schade eigentlich. Hoffentlich lässt sich die Künstlerin davon nicht entmutigen und geht trotzdem ihren Weg voller Leidenschaft und Herzblut, da bei ihr sicher noch einige wundervolle Nummern im «Hinterstübli» lagern, die viel Freude schenken könnten.  

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