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Bild/Illu/Video: zVg.

Trybguet veröffentlichen Debütalbum

«Mit mier mit» ist Ende Juni erschienen. Wie sind die Reaktionen auf eure zweite Single?
Das Echo ist wie schon bei «Bellinzona» durchs Band äusserst positiv. Wir erhalten viele Nachrichten, in denen der neue Sound gelobt wird, dass der Song zum Tanzen animiere und dass er grosses Ohrwurm-Potential habe. Inzwischen haben dies auch schon ein paar Radiostationen entdeckt und ihn in ihre Playlist aufgenommen, was uns natürlich extrem freut.


Wie erleichtert bist du endlich mit einem neuen Longplayer an den Start zu gehen?
Ziemlich erleichtert. Ursprünglich war ja gar kein Longplayer geplant. Im letzten Herbst waren wir eigentlich soweit, eine EP mit 6 Songs zu veröffentlichen. Als dann aber unser Label «6003-Records» in einem Meeting meinte, dass ein Album einfach besser ankommt, beschlossen wir dann kurzerhand, fünf weitere Songs auf die CD zu nehmen, welche wir live bereits spielten, die aber noch nicht aufgenommen waren. Dies geschah alles noch vor der Corona-Epidemie und als dann der «Shutdown» kam, konnten wir diese 5 Songs in Nashville von Billy Decker abmischen und mastern lassen.


Ähnlich wie bei Bernhard und Mash, macht auch ihr Mundart und trotzdem klingt Trybguet ziemlich anders. Wie wichtig ist Sängerin Sarah Heer-Jud für euren Sound?

Sarah ist für den Sound und den Look der Band enorm wichtig. Trybguet sollte nicht unter «Padi Bernhard & Band» laufen und ich persönlich wollte schon lange nicht mehr alleine als Frontmann performen. Zudem ist es gut, wenn es nicht mehr genau so klingt, wie ich früher schon immer geklungen habe. So haben wir eine Stimme gesucht, die zu meiner passt und Sarah aus meinem ehemaligen BernHeartChor angefragt. Bereits nach der ersten Probe war uns allen klar, dass sie diese Stimme ist, welche wir gesucht haben. Seitdem stehen bei Trybguet zwei Personen an der Front, wobei ihr Gesangsanteil künftig immer mehr erhöht werden wird.  


Wie habt ihr euch als Band gefunden?
Drummer Sascha und ich haben 2007 nach der Auflösung von «Mash» den Proberaum in Goldau übernommen und gründeten daraufhin «Bernhard», veröffentlichten eine CD und versuchten ein Comeback mit «Mash», ebenfalls mit einem CD-Release & einer CH-Tour. Nachdem wir dann 2015 unser letztes «Mash»-Konzert im Stadtkeller gaben, stiess kurz darauf Al Schmid (Ex-Lockstoff) zur Band. Er hatte nicht nur massgeblichen Einfluss auf den Sound und auf das Songwriting, sondern zeigte sein Talent auch beim Arrangieren. Als dann mit Sarah mit mir an der Front, Pasquale und Chrigi an den Gitarren und Oli am Keyboard die Band 2017 komplettiert wurde, suchten wir über Monate einen passenden Bandnamen, den wir mit «Trybguet» dann gefunden hatten.


Was erwartet eure Fans auf eurem Debütalbum?
Da wir unter keinem Zeitdruck standen, konnten wir uns ausgiebig mit dem Songwriting, dem Sound und dem Arrangement beschäftigen. Dazu orientierten wir uns am amerikanischen Modern-Country - einfach ohne Geigen, Steelguitars und Mandolinen - und fanden relativ schnell Elemente, die uns so gut gefielen, dass wir sie in unsere Songs integrieren wollten. Al hat sich dann der Produktion angenommen und uns seinen musikalischen Stempel aufgesetzt. Für ihn war schnell klar, dass die Songs nicht in der Schweiz abgemischt und gemastert werden sollten, sondern eben in Nashville. Mit Billy Decker hat er dann den Mann gefunden, der genau unseren Vorstellungen entsprach. Aber nicht nur das Soundkleid wurde immer wieder hinterfragt und angepasst, sondern auch meine Texte. Es wurden unter anderem neue Gesangshooks gesucht und gefunden und Zeilen oder ganze Textpassagen angepasst und verändert, so dass es am Schluss für alle stimmig war. Ich glaube, ich selbst habe noch nie besser getönt und finde, dass wir ein kleines Meisterwerk geschaffen haben, auf dem jeder Song ein potentieller Hit sein könnte. Al hat jedem Song seine grösste Aufmerksamkeit geschenkt, nie lockergelassen und immer wieder gesagt: «Hey Padi, gut genug war gestern». Ich wüsste somit nicht, was wir noch besser hätten machen können. Für mich ist «So wyt so guet» bestimmt das beste Album meiner Karriere.


Sind eure Tourpläne durch die Pandemie stark beeinflusst worden?  
Ein wenig, ja. Einige Gigs wurden coronabedingt abgesagt, aber wir sind guter Dinge, dass das Beste immer vor einem liegt und freuen uns über jeden Auftritt, den wir als Trybguet bestreiten dürfen.


Wird es von Trybguet auch ein kleines Hitmedley von den alten Mashnummern geben oder plant ihr die Vergangenheit ruhen zu lassen?
Das war eine lange und grosse Diskussion als wir als Band gestartet sind. Sollen wir oder nicht? Ich denke, wir haben eine gute Lösung gefunden, mit diesem Thema umzugehen und die Besucher unserer Konzerte werden sehen, wie wir das gelöst haben. Ich find's gut so und stehe voll dahinter. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass wir nach vorne schauen wollen und keine «Mash»-Coverband abgeben wollen. Wir sind Trybguet und wir wollen auch als solches wahrgenommen werden. Vielleicht wäre anders rum einfacher gewesen, sich Gehör zu verschaffen - wer weiss - aber uns ist es wichtig, dass wir eigenständig bleiben, unsern eignen Sound weiter entwickeln uns als etwas Neues in der Mundartszene etablieren können.


Wann seid ihr das nächste Mal in der Ostschweiz anzutreffen?

Das wissen die Götter. Hoffentlich möglichst bald. An uns soll es zumindest nicht liegen, schliesslich durfte ich schon viele, unvergessliche Konzerte in der Ostschweiz erleben. Es wäre schön, wenn sich das irgendwann mal wiederholen liesse.

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