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Verlust von Intimität
Bild/Illu/Video: Lucas J. Fritz

Verlust von Intimität

Unser derzeitiges allgemeines Verhältnis zu und Verständnis von Sex, respektive Sex als Teil der Liebe ist grundlegend krank. Weshalb sehe ich dies so? Sprechen wir doch als erstes über das Tabuthema Porno.


Ein Grossteil der jungen Menschen sehen sich aus Mangel an sexueller Befriedigung Pornos an. Auch sonst scheint ein Grossteil unserer Gesellschaft sich mit Hilfe von pornografischen Inhalten selbst zu befriedigen. In diesen Inhalten geht es oftmals darum, dass der Mann die Frau unterdrückt, durch Gewalt und einseitige sexuelle Befriedigung. Wenn Jugendliche sich solche Inhalte vor dem ersten Sex ansehen und aufgrunddessen zur Überzeugung gelangen, ein Porno wiederspiegle die Realität, ist ihr Verhältnis zu und Verständnis von Sex krankhafter Natur. An dieser Stelle verweise ich auf die Dokumentation Hot Girls Wanted. Seht euch den Film an, wenn ihr einen Einblick hinter die Kulissen der Porno-Industrie haben möchtet.


Ein ebenso wichtige Veränderung im Bezug zur Sexualität sollte sich im Bereich der Intimität als Ganzes abspielen. Der Konsum von pornografischen Inhalten kann das persönliche Verhältnis zur Intimität massiv schädigen. Immer wieder stelle ich ein Verlust von Intimität in unserer Gesellschaft fest. Die Menschen scheinen Nähe und Verbundenheit mit anderen Menschen zunehmend als peinlich zu erachten. Peinlich kann mit unbehaglich, beschämend oder schuldbewusst gleichgesetzt werden. Weshalb schämen wir uns und fühlen uns schuldig in intimen Momenten? Weil wir nicht wissen was wir in diesem Augenblick tun und fühlen sollten. Unsere Scham- und Schuldgefühle wurzeln in der Unwissenheit über die Intimität. Wir sind einander fremd, weil wir nicht mit der Intimität umgehen können. Die Liebe des Kindes den Eltern gegenüber versiegt, Beziehungen erkalten auf emotionaler Ebene, Streit bricht aus, seelische und körperliche Gewalt wird angewendet.


Damit wäre das Problem im wesentlichsten Sinne aufgedeckt. Um dem Verlust von Intimität und den negativen Auswirkungen des Konsums von pornografischen Inhalten auf unser Inneres entgegenzuwirken, sollten wir uns zum einen öffnen für Erfahrungen mit Menschen und zum anderen gänzlich auf Pornos verzichten. Ohne Vorurteil sollen wir denken, fühlen und handeln und nicht mit Angst oder Aggresivität dem Unbekannten gegenübertreten, sondern in Frieden und mit Freude. Wir sollen unser Gewissen miteinbeziehen und stets darauf achten, was es zu unseren Gedanken, Gefühlen und Handlungen sagt.

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