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Warum nicht alles selbstverständlich sein sollte
Bild/Illu/Video: Stefan Schwarz

Warum nicht alles selbstverständlich sein sollte

Wir sind uns oft gar nicht bewusst, dass es viele auf dieser Welt gibt, die solche Dinge nicht besitzen. Das bedeutet nicht, dass man sich permanent schlecht fühlen sollte und mit Leuten, die man nicht mal kennt, Mitleid haben muss. Es reicht schon, sich ab und zu bewusst zu machen, dass eigentlich nichts selbstverständlich ist, nicht einmal, dass man am nächsten Tag aufwacht.


Ja Sie haben richtig gelesen, meiner Meinung nach ist nichts auf dieser Welt selbstverständlich. Sie können gewisse Dinge erwarten, weil Sie gewisse Erfahrungen schon gemacht haben. Ob es dann wirklich auch so eintreffen wird, weiss man nicht. Wenn man mit der Einstellung durchs Leben geht, das nichts selbstverständlich ist, wird man automatisch dankbarer, für das, was man besitzt. So wird einem bewusst, dass man es genauso gut auch nicht haben könnte.


Ich habe mir die Frage gestellt, was für mich so normal ist, dass ich es gar nicht mehr hinterfrage (es ist also selbstverständlich für mich). Der erste Gedanke war, ein Haus zu haben, in das ich jeden Abend zurückkehren kann um sicher und behütet zu schlafen. So wurde ich mir bewusst, dass es einige gibt, die kein Zuhause haben und auf der Strasse schlafen müssen. Sofort hat sich der Wert eines Hauses für mich gesteigert. Ich war in dem Moment echt dankbar, dass sich meine Eltern unser Zuhause leisten können. Wenn ich über diese Frage noch länger nachdenke, dann würden mir noch mehr Beispiele einfallen. So kann man den Dingen, über welche man schon gar nicht mehr nachdenkt, wieder mehr Aufmerksamkeit schenken.


Im Zusammenhang mit Selbstverständlichkeit möchte ich auf alle Eltern dieser Welt zu sprechen kommen. Mir ist bewusst, dass nicht jeder das Glück hatte, glücklich aufgewachsen zu sein. Trotzdem denke ich, dass man als Kind oft die Taten der Eltern gar nicht richtig wertschätzen kann, da sie zu einer Selbstverständlichkeit geworden sind. Es ist normal, dass man Mahlzeiten bekommt, dass man mit Problemen auf die Eltern zukommen kann, dass man umsorgt wird, dass man alles finanziert bekommt, dass man in die Ferien geht und so weiter und so fort. All das dürfte meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit und Dankbarkeit erfahren. Sich ab und zu bewusst machen, wie viel andere Menschen und insbesondere die Eltern tagtäglich für einem tun, schadet keinesfalls.


Wie schon angesprochen ist es nicht mal selbstverständlich, dass Sie morgen noch auf dieser Welt sind. Das bedeutet nicht, dass Sie ständig Angst haben sollten zu sterben, doch wenn Sie morgens eine kurze Zeit Dankbarkeit für den geschenkt bekommenen Tag empfinden, starten sie automatisch viel bewusster und vermutlich auch glücklicher in den Tag. Probieren Sie es für eine gewisse Zeit aus, es schadet auf keinen Fall.

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