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WE ARE AVA und die Wirkung von Katzenvideos
Bild/Illu/Video: zVg

WE ARE AVA und die Wirkung von Katzenvideos

Am 10. September erscheint endlich euer Debütalbum. Wie gross ist die Vorfreude auf diesen Tag?

Nicola: Riesig! Jede Band freut sich wohl auf den Moment, ihr erstes, vollumfängliches Album zu veröffentlichen. Wir konnten unsere Zeit gut nutzen mit der allgemeinen Weltlage und haben viel Energie in neue Musik investiert. Nach mehr als 1.5 Jahren voller Studiotagen, Videodrehs und viel administrativer Arbeit freuen wir uns riesig, unser neues Album überall zeigen zu dürfen! Wir merken auch, wie fest wir uns seit unserer EP im September 2019 weiterentwickelt haben und sind sehr dankbar für alle Erfahrungen, die wir in den letzten 2 Jahren machen durften. Sein eigenes Debütalbum als LP und CD in der Hand halten zu können, ist ein wirklich schöner Meilenstein!


Wie zufrieden seid ihr mit dem Endresultat?

Andy: Wirklich sehr zufrieden! In den letzten 18 Monaten haben wir viel Zeit in unsere Musik investieren dürfen und sind nun sehr stolz, auf was wir erreicht haben. Wir konnten die konzertarme Zeit zum Glück kreativ nutzen und das Corona-Loch so gut überbrücken. Dass wir nun unser Debütalbum in den Händen halten, übertönt die ganze Negativität der letzten Monate.


Eure Debüt-EP «Feel Them Listening.» ist beim Publikum recht gut angekommen. Wie habt ihr euch musikalisch weiterentwickelt seit dieser Veröffentlichung?

Kim: Es ist gar nicht so einfach, in Worte zu fassen, wie wir uns weiterentwickelt haben. Aber ich würde behaupten, es ist schon klar hörbar, dass wir uns weiterentwickelt haben. Der Prozess, wie unsere Musik entstanden ist, hat sich vor allem stark verändert. Für unsere EP sind wir mit fertigen Demos ins Studio und haben das Ganze quasi in «schön» aufgenommen. Für unser Album wollten wir uns weiterentwickeln und Neues lernen, weswegen wir mit drei verschiedenen Produzenten zusammengearbeitet haben sowie drei Songs auch komplett selber produziert haben. Die Songs sind dann zu grossen Teilen erst im Studio entstanden und der Prozess war für uns auf eine Art viel kreativer. Ich selbst, würde wohl sagen, dass die Musik nun fesselnder und facettenreicher ist. Zudem ist das ganze Songwriting wirklich ehrlicher und pointierter. Aber das darf natürlich jeder selbst einschätzen.  


Ihr habt für dieses Album bei Musikvertrieb unterschrieben. Wie krass ist das für euch einen Plattenvertrag zu haben, in einer sonst so schwierigen Zeit für die Musikindustrie?

Nicola: Es ist grossartig, was die Jungs und Mädels von Musikvertrieb für uns leisten. Wir sind am Ende des Tages immer noch eine Newcomer-Band, die weder Millionen Streams generiert noch ganze Stadien füllt. Aber genau für solche Bands wie uns ist es eine tolle Möglichkeit, auf Unterstützung von anderen Personen zählen zu können und so kleine Schritte nach vorne zu kommen. Die Gefahr ist sicher oft, dass man sich dann darauf ausruht und alle Arbeit das Label machen lässt, aber da sind wir dann doch zu ehrgeizig dafür (lacht)!


Allgemein habt ihr doch einige Personen im Hintergrund, die für euch Vollgas geben. Wie wichtig ist euch zum Beispiel die Unterstützung von eurem Manager Andi Jud?

Kim: Andi Jud wurde zwar schon öfters für unseren Manager gehalten, ist aber tatsächlich «nur» unser Livetechniker – muss wohl an seiner seriösen Art liegen (lacht). Aber Quatsch beiseite: Menschen, die uns unterstützen und an uns glauben, sind etwas vom wertvollsten, was wir bekommen können. Natürlich haben wir zu dritt schon mal mehr Power, beziehungsweise einfach mehr verfügbare Zeit als eine Solokünstlerin. Aber trotzdem gibt es so unfassbar viel zu tun und man könnte immer noch mehr Playlists anschreiben, Konzerte anfragen, und und und. Daher zählt jeder Mensch, der mitanpackt und uns unterstützt. Und das fängt schon bei jeder Person an, die einfach unsere Musik hört und sie vielleicht noch einem Freund weiterschickt.


In der Zwischenzeit habt ihr einige Videos rausgehauen. Wie wichtig ist euch die visuelle Komponente bei eurem Schaffen?

Nicola: Sehr wichtig! Einerseits finden wir es schön, einen Song auch visuell interpretieren zu können und die Message eines Liedes nochmals als Bilder zu interpretieren. Andererseits haben wir auch einfach selbst sehr grosse Freude daran, viel verschiedenen, visuellen Content zu produzieren und uns dort laufend weiterzuentwickeln. Wir haben für das Album nun für jeden Song ein Video produziert, so dass wir schlussendlich ein kleines «Video-Album» am Start haben. Für uns war von Anfang an die visuelle Komponente ein zentraler Punkt, seien es Videos, Grafiken oder auch Bilder.


Ihr veröffentlicht im Streamingzeitalter auch noch CDs und Vinyls von eurem Werk. Wie wichtig ist es euch, dass man eure Musik auch anfassen kann?

Andy: Streaming ist genial für die Reichweite. Man kann uns theoretisch überall auf der Welt innert Sekunden finden und hören. Wenn man aber 1,5 Jahre in ein Album investiert, ist es ein wenig unbefriedigend die eigene Musik nur in der Cloud zu haben. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, auch ein haptisches Produkt unserer Musik zu haben. Ausserdem ist es superschön, dass so auch das Album Artwork seinen speziellen Platz findet und wir in den Beilagen das Album mit Bildern und Texten noch untermalen können.

Kim: Und wer träumt schon nicht von der eigenen Musik auf einer Schallplatte?


In den vergangenen Wochen habt ihr doch einige Konzerte gespielt. Wie sehr hat euch das gefehlt?

Kim: Schon wirklich sehr fest. Anfangs gab’s doch immer mal wieder irgendwelche Events und auch Livestream-Konzerte waren oft an der Tagesordnung. Aber je länger kein richtiges Publikum mehr vor uns stand, desto mehr haben wir gemerkt, wie sehr uns diese Magie einfach fehlt. Auf der Bühne merken wie immer so stark, wie sehr wir das Musikmachen einfach lieben und wie unsere Musik die Leute bewegt und das ist doch eigentlich das Schönste an der ganzen Musikmacherei. Wir konnten nun bei einigen Festivals sowie unserer IN YOUR GARDEN TOUR – unser Inner Gardening Gartenkonzert-Reisli – unsere Reserven wieder richtig auftanken. Es war unfassbar schön!


Bereits zwei Mal wurde euer grosser «Festivalsommer» verschoben. Wie schafft ihr es trotz den vielen Schiebungen immer noch positiv zu bleiben?

Andy: Wir schauen jeden Tag Katzen- und Hundevideos. Das hilft (lacht). Tatsächlich war es nicht ganz einfach. Wir konnten die Zeit gut für das Album nutzen, aber natürlich hat es geschmerzt, dass die Festivalsaison bereits zweimal verschoben wurde. Wir hoffen natürlich, dass nächsten Sommer alles wieder wie gehabt stattfindet und wir unsere Musik an den Open Airs St.Gallen, Lumnezia und Quellrock zeigen dürfen. Die Vorfreude hat sich jetzt einfach ein wenig ausgeweitet.


Tüftelt ihr bereits an neuem Material oder wartet ihr erstmals die Reaktionen auf das Debüt ab?

Nicola: Wir sind natürlich sehr gespannt auf die Reaktionen zum Album und hoffen auf jeden Fall, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist und die Songs ganz viele Menschen im Alltag begleiten können. Dadurch, dass wir die letzten Monate eigentlich keine Zeit gefunden haben, an neuer Musik zu arbeiten, sondern uns auf den Album Release vorbereitet haben, schlummern ganz viele ungebrauchte Ideen in uns drin und wir sind schon voller Vorfreude, bald wieder an neuem Material zu arbeiten. Wir werden bestimmt sehr bald nach dem Release wieder ins Studio gehen und an neuen Songs arbeiten. Lange werden wir wohl nicht warten können (lacht)!


Wie macht ihr das, wenn im nächsten Sommer alles wieder erlaubt ist und Kim bei einem Musical eingebunden ist?

Kim: Das wäre tatsächlich eigentlich 2019 schon so der Fall gewesen. Natürlich steht mein Beruf als Musicaldarstellerin unserer Band immer mal wieder terminlich etwas im Weg, aber andererseits beflügeln sich die zwei Bereiche auch immer wieder stark. Zum Glück gibt es ja immer Menschen hinter den Maschinerien und meistens lassen sich da auch Lösungen finden, wie alles gut aneinander vorbeigeht. Für nächsten Sommer zum Beispiel darf ich den Musicalproben und -aufführungen dann für WE ARE AVA auch mal fernbleiben. Wenn bei uns aber die Bombe einschlagen sollte und wir auf Welttournee gehen, darf das Musicalleben auch absolut mal liegenbleiben. (lacht)


Was erwartet eure Zuschauer an der Plattentaufe am 17. September?

Andy: Uiiii, hoffentlich ein Live-Konzert-Erlebnis, wie es dies schon viel zu lange nicht mehr gegeben hat. Wir verwandeln die Grabenhalle in St.Gallen in ein Partylokal und feiern die Musik, das Leben und unser Debütalbum. Endlich können wir dann alle Albumsongs dem Live-Publikum zeigen und wir haben natürlich auch einige Überraschungen im Köcher. Die ganze Show wird im Rahmen des Album Themas «Inner Gardening» visuell untermalt und nicht nur in den Songs, sondern auch in neuem Merchandise seinen Platz finden. Ausserdem können die Zuschauer:innen an diesem Abend ein signiertes Exemplar der CD oder der Vinyl direkt kaufen.

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