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Wege der Erkenntnis
Bild/Illu/Video: Lucas J. Fritz

Wege der Erkenntnis

Wo möchte ich beginnen? Vielleicht bei Weltoffenheit die ich durch eine lange Reise alleine erreichen könnte? Vielleicht mit einer Umarmung jeden Menschens, den ich liebe. Ebenso könnte ich versuchen Vorurteile als solche zu erkennen und mein Denken neutraler gestalten. Jeden Menschen als gleichwertig ansehen, egal ob arm oder reich, freundlich oder böse aussehend. An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu. Im einfachen, schlichten Sein ohne Zwang, ohne Mühseligkeit bist du niemandem unter- oder überlegen. Diese Erkenntnis führt unweigerlich zu wahrhaftiger Selbstachtung und Demut gegenüber allem dieser Welt.

 

Eine Tatsache ist, dass Äusserlichkeiten wenig über das Innenleben eines Menschen aussagen. Jeder Mensch versucht Leid zu vermeiden und strebt bewusst oder unbewusst nach Glück. Äusserlichkeiten können allen jederzeit genommen werden. Was bleibt, wenn Besitz, Eigentum und Körper nicht mehr unser sind? Das Innere bleibt uns immer erhalten. Das reine Gewissen, Liebe, Harmonie und Vergebung als Ausdruck einer friedlichen Lebensweise. Nicht unser Wille, sondern der Wille der Welt geschehe. Wir leben nicht unser eigenes Leben, im Gegenteil, das Leben lebt erst durch uns.


Wo bleibt das Bedeutungsvolle? Verbirgt es sich hinter alldem Belanglosen in dieser Welt? Weshalb ist es so schwierig steht’s mit Bedeutung zu leben und dem Vergänglichen keinen Platz zu gewähren? Ein ruhiges, frohes Leben nährt nicht von äusseren Umständen her, sondern der Mensch schöpft aus seinem Inneren wie aus einer Quelle Vergnügen und Lust an den Dingen, die um ihn sind. Was einst Leid war, wird wieder Freude werden. Was einst Freude war, verkehrt sich in Leid. Wie entkomme ich diesem unaufhörlichen Fluss der Wiederholungen? Wie bliebe ich bei der Erkenntnis? Wie bleibe ich bei mir selbst?


Befinde ich mich in der Natur so höre ich die Stimmen der Welt. Die Stimme ertönt aus dem Geplätscher des Baches, sie erklingt im Rufe des Vogels. Ebenso vernehme ich sie in den vom Wind bewegten Blättern der Bäume. Die Stimme ist das Knarren der alten holzigen Stämme. Auf sie, auf die Stimme allein haben wir zu hören, nach ihr zu leben, gedeihen und uns entfalten in Frieden.

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