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Armut und Reichtum – mal anders!
Bild/Illu/Video: Stefan Schwarz

Armut und Reichtum – mal anders!

Zunächst einmal eine ganze simple Überlegung: Ein «armer» Mensch in der Schweiz würde mit seinem Besitz und seinem Vermögen in anderen Ländern definitiv als reich gelten. Mit einem Einkommen von knapp 2300 Franken gilt eine Schweizer Einzelperson als arm, bei einer Familie mit zwei Kindern liegt der Betrag bei knapp 4000 Franken in Bangladesch beispielsweise ist der Mindestlohn auf 85 Euro pro Monat definiert, oft werden aber auch Löhne um die 20 Euro ausgezahlt. Ein «armer» Mensch in der Schweiz hat doch immerhin meistens ein Dach über dem Kopf, genügend zu essen und oft auch ein Auto, wenn auch ein kleinerer Wagen. In anderen Ländern freut sich hingegen die ganze Familie, wenn sie sich zusammen ein Fahrrad leisten können.


Wie schon erwähnt, bedeutet für mich Reichtum nicht, dass eine möglichst hohe Zahl auf deinem Kontostand zu sehen ist. Es ist nicht unbekannt, dass Reichtum nicht automatisch Glück bedeutet. Natürlich stehen einem mit einer guten finanziellen Situation mehr Türen offen, die eigenen Träume zu verwirklichen und dadurch Zufriedenheit und Glück zu erlangen. Aber Reichtum kann auch unglücklich machen. Reichtum ist für mich nichts wert, wenn man unglücklich ist. Sei dies, ob man wenig Freunde, viel Stress bei der Arbeit oder Beziehungsprobleme hat. Dies sind für mich nur drei von vielen wichtigen Faktoren, die Reichtum vermindern können.

Eine typische Entscheidungsfrage lautet doch oft: Wären Sie lieber reich und unglücklich oder arm und glücklich? Hier ist mit reich und arm natürlich ausschliesslich die finanzielle Situation gemeint. Für mich wäre die Antwort sofort klar: Die zweite Option. Wenn Sie gute Freunde haben, einem Job nachgehen, in welchem sie voll und ganz aufgehen können, eine liebevolle Beziehung führen und sich einfach wohl in ihrer Haut fühlen, bedeutet dies doch wahrer Reichtum. Reichtum an Freude, Liebe, Fülle, Zufriedenheit. Das meiste Geld und das tollste Haus bringen einem nichts, wenn man diese Faktoren im Gegenzug nicht hat.


Es sind die Gefühle, die einem reich machen, nicht eine bestimmte Situation oder Materielles an sich. Wenn man ein Leben lang glücklich und zufrieden ist, sich ständig neue Sachen zu leisten und teure Klamotten zu tragen, dann führt dieses Leben zu innerem Reichtum. Vorausgesetzt, man redet sich das Glück nicht nur ein. Bevorzugt man jedoch lieber, neue Erfahrungen zu machen, sich weiterzubilden, Freundschaften zu schliessen, ist dies der innere Reichtum.


Sicherlich ist meine Botschaft schon rübergekommen, trotzdem möchte ich sie hier nochmals kurz zusammenfassen. Wahrer Reichtum herrscht dann, wenn man glücklich und zufrieden ist, unabhängig davon, wie viel Geld man besitzt. Deshalb ist es auch wichtig, einem Job nachzugehen, der einem viel Freude bereitet, am besten so viel, dass man es nicht mal mehr als Arbeit ansieht.


Es kann helfen, sich immer wieder vor Augen zu führen, was man alles hat, statt sich zu beschweren, was man alles nicht hat.

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