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Der Tanz
Bild/Illu/Video: Adriana Aceves / Unsplash

Der Tanz

Im Leben treffen wir auf scheinbar unüberwindbare Probleme. Wir bilden uns ein die Mauer nicht überwinden zu können, wir glauben nicht daran das Hindernis zu umgehen. Im Dickicht der Unmöglichkeiten übersehen wir die alles entscheidende Frage: Ist da überhaupt ein Problem, oder bilden wir uns dieses lediglich ein? Wir stellen uns ein Ziel, machen einen Plan um es zu erreichen, und wenn nicht alles nach Plan verläuft, glauben wir beinahe versagt zu haben. Manchmal sehen wir die Möglichkeit eine andere Richtung einzuschlagen nicht mehr. Vor lauter Plänen schränken wir uns selbst ein, wir sehen vor lauter unüberwindbaren Problemen die Schönheit des Lebens nicht mehr. Der Tanz des Lebens bleibt uns verborgen, weil wir nur das Ziel im Auge haben. Der Tanz des Lebens ist wie die Natur in Einklang lebt, kein Tier übertrumpft, keine Pflanze dominiert. Alles steht im perfekten Gleichgewicht. Das ist der Tanz.


Wie wäre es ein Ziel im Hinterkopf zu behalten oder auf gut Glück ziellos durch die Welt zu streifen? Zu leben statt zu planen? Wie wäre es nicht weiter als bis zum nächsten Moment zu denken? Bewusst zu fühlen, statt immer nur nachzudenken? Den Moment wahrnehmen, tief einatmen, hinaus in die wunderschöne weite Welt blicken, Natur und Mensch zu betrachten ohne zu urteilen und vor lauter Empfindsamkeit und dem Gefühl mit allem eins zu sein, die Tränen der Freude über unsere Wangen fliessen zu lassen.


Verlieren wir den Tanz aus den Augen, reicht es schon aus sich unter einen Baum in der Wiese zu setzen, bewusst zu atmen und die Augen zu schliessen. Hörst du das Rauschen des Windes in den Blättern des Baumes? Spürst du wie der Baum, an den du dich lehnst, lebt und gedeiht? Merkst du wie tiefes Ein- und Ausatmen deinem Körper guttun? Die einfachen Dinge im Leben sind die schönsten. Die Kleinigkeiten die Wichtigsten. Gesten der Freundschaft, der Liebe, Verständnis und Trost sind wichtiger als Papierstücke mit Zahlen drauf.


Ist es einfach, mag es der richtige Weg sein. Sind wir traurig, ist es am einfachsten zu weinen. Sind wir hingegen glücklich, ist das einfachste zu lachen. Wenn es im Leben doch nur immer so einfach wäre. Vor lauter Arbeit, sozialen Verpflichtungen und anderen Hürden, wie Geldnot und Angst, sind wir oft nicht in der Lage unsere Gedanken und Gefühle so ehrlich wie ein Kind auszudrücken. Muss ich das denn? Warum soll ich meine Gefühle wie ein Kind ausdrücken? Kinder sind ehrlich. Sie wissen nicht was richtig und was falsch ist, weil sie noch nicht mit der Komplexität der Welt konfrontiert wurden. Für die Kinder gibt es kein richtig und falsch. Sie kennen keine Wahrheiten, welche sie zu verschweigen haben, damit sie niemandem wehtun. Ein Kind spürt, wenn es jemandem nicht gut geht. Kinder verstehen ohne zu wissen.


In der Zeit, in der wir erwachsen wurden, verloren wir die Unschuld. Wir waren nicht mehr ahnungslos. Wir begannen zu verstehen, über was geredet werden darf und über was nicht. Wir begannen zu lügen, weil es einfacher war als die Wahrheit zu erzählen, weil wir vielleicht etwas zu verbergen hatten, oder weil wir jemanden vor dem Schmerz der Wahrheit beschützen wollten. Wir wurden älter, nahmen unsere erste Arbeitsstelle an. Wir lernten, dass wir produktiv sein müssen, da Zeit Geld ist, durften wir keine Minute verschwenden. Geld wurde wichtiger. Gierig arbeiteten wir viel zu viel nur um noch mehr davon zu erhalten, damit wir es für Unterhaltung und Spielzeuge ausgeben konnten. Das neue Zentrum unseres Lebens sind nicht mehr die Eltern und die Freunde, im Gegenteil, es ist ein Partner oder eine Partnerin, die Arbeitsstelle und die eigene Wohnung. Hier müssen wir uns fragen, ob es uns wirklich wert ist, dem Geld und der Arbeit den Vorrang vor der Familie und der Freundschaft zu geben. Was ist dir wichtig? Was soll dir niemals genommen werden können?


Das Leben als Kind ist einfacher. Es mag schöner sein, als der ganze Rest unseres Lebens. Die traurige Wirklichkeit des Lebens als Erwachsener ist, dass es so viel Konkurrenz, Hass, Neid, Gier und Habsucht beinhaltet. Alle sind gegeneinander, jeder scheint nur für sich selbst zu kämpfen. Gegeneinander sieht man viel häufiger als Miteinander.


Die Unschuld ist uns abhandengekommen. Wie wäre es, wenn du alle deine Lügen jetzt sofort gestehen würdest? Wie würde sich das anfühlen? Jeder von uns lügt, manche kleiner andere grösser. Geheimnisse zu haben ist wichtig, sie formen den Charakter, aber zu lügen brauchen wir nicht. Welche böse gemeinten Worte sind dir bereits über die Lippen gekommen? Warum hast du sie ausgesprochen? Nur wer vergeben kann, wird weiteres Leid verhindern können. In einer perfekten und gerechten Welt würde niemand über den anderen urteilen, es würde niemand lügen und morden. Alle wären zufrieden.


Wir machen unsere Probleme selbst. Das Leben an sich ist einfach und schön. Werbung versucht unsere Unzufriedenheit zu nähren, damit wir ihre Produkte kaufen. Indem wir ihre Produkte kaufen, tragen wir dazu bei, dass die Erde ausgebeutet wird. Wälder werden abgeholzt, Seen leergepumpt, Meere leergefischt und zugemüllt. Es ist ganz einfach; wer zufrieden ist, mit dem was er hat, ist nicht Teil des Problems, sondern ist Teil der Lösung. Darum brauchen wir heutzutage unseren inneren Frieden mehr denn je. Wir müssen uns selbst stoppen vor unserem Verlangen nach mehr, wir müssen uns vor Augen führen, was wir der Erde antun, müssen verstehen, dass uns Grenzen gesetzt sind, ansonsten werden die kommenden Generationen des Menschen für unsere Fehler bezahlen müssen. Ihr Leben wird ein anderes als das Unsere. Ihr Leben wird von Hunger, Hitze, Durst und viel Leid geprägt werden, wenn wir nicht sofort aufhören unsere Welt zu zerstören für die Gier und Habsucht weniger. Die grenzenlose Gier weniger nimmt die Lebensgrundlage vieler.


Es ist wichtig einen bösen Gedanken als solchen zu erkennen und ihn aus der Distanz zu betrachten. Indem wir bewusst auf unsere Worte und Taten achten und nicht jeden Gedanken aussprechen, nicht jedes Verlangen in die Tat umsetzen, werden wir Frieden finden.


Der Tanz des Lebens ist, wie die Natur in Einklang lebt, kein Tier übertrumpft, keine Pflanze dominiert. Alles steht im perfekten Gleichgewicht. Der Tanz hat viele Erscheinungen, manchmal ist er feurig und schnell wie in der Liebe, manchmal gemütlich, wie sanfter Wind, der durch die Blätter eines Baumes fährt, gleichmässig wie die Wellen eines windlosen Tages. Unsere Mitmenschen bedürfen unserer Zuneigung sowie die Tiere unseren Respekt fordern. Was hat uns die Welt getan, dass wir es wagen so mit ihr umzugehen? Weshalb sehen wir uns im Recht den Regenwald abzuholzen, die Meere leerzufischen und zuzumüllen? Weshalb glauben wir immer nur nehmen zu können, und nie zurückgeben zu müssen?


Das Leben ist der Fluss in dem wir alle tanzen und gut zueinander sein sollen.

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