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«Dunne mit de Gäng» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Dunne mit de Gäng» im Soundcheck

«Dunne mit de Gäng» erschien als erstes Vorabstück und spielt selbstironisch mit den Hip Hop- Elementen, welche die Jungs in ihrer Musik regelmässig verwenden. Selten klang ein Mix zwischen Volks- und Urbaner Musik so süffig und unterhaltsam. Das Tüpfelchen auf dem i ist die Klarinettenmelodie, die sehr eingängig ist und mächtig Lust auf viele weitere neue Lieder der Gäng macht.


«Logo hani mi lah gah lah» ist nicht nur einer der längsten Titel, die ich jemals gesehen habe, sondern auch eine ziemlich stimmungsvolle Nummer, die von einer vergangenen Partynacht erzählt. Der Melodie hat etwas an sich, was mich irgendwie an Frankreich erinnert und der Clip zum Song ist gespickt mit lustigen Sequenzen ähnlich wie beim Lied «Göschene-Airolo». Das ist sicher eine Nummer, bei der sich in Zukunft viele im Festzelt gehen lassen können und die einem rasant ein Lächeln auf die Lippen zaubert.


«De Pizzaiolo» behandelt den Ausgang auf dem Land und ist eine Hymne für alle, die beim Tanzen zwei linke Beine haben. Sehr unterhaltsam mischt die Gäng hier einen ziemlich bouncenden Beat mit ihrem Sound und zack ist ein epischer Partytrack entstanden. Grandios!

«Mettmenstetten» kann ziemlich zügig laut mitgesungen werden von Jung und Alt macht unheimlich viel Freude. Der stetig wiederholte Ortsnamen zusammen mit der Geschichte, die ein wenig an «Die da» erinnert, begeistert und wird definitiv ein neuer Livefavorit.


«Stärnschnuppe» heisst die erste Ballade des Albums, welche durch malerische Zeilen direkt ans Herz geht. Das Liebeslied entführt einem raus in die Natur. Dort geniesst der Protagonist gemeinsam mit seiner Liebsten Qualitätszeit und beobachtet den klaren Nachthimmel inklusive Sternschnuppe. Er hat dabei nur einen Wunsch, nämlich dass er immer bei ihr sein darf. Herzerwärmend!


«Bänk i d’Luft» klingt ein bisschen wie «We will rock you» von Queen auf Mundart. Wieder mal zeigt die Gäng, wie verbindend Musik sein kann und wie sie immer wieder Menschen zusammenbringt, die sonst eher weniger was miteinander zu tun hätten.


«Usgrächnet du» ist definitiv ein Lied für die nächste Après-Ski- oder auch Ballermann-Party. Genial, wie Aurel immer wieder Melodien findet, die sich sofort im Ohr festsetzen und augenblicklich mitgesungen werden können. Da Grossveranstaltungen noch eine Weile untersagt bleiben, gibt’s wenigstens jetzt ein paar neue Tracks als Entschädigung. Gross!


«Chriesibaum» gefällt mir sehr gut, da er einen Kontrabass-Lauf hat, der mich ein wenig in die Vergangenheit zurückversetzt und nostalgisch stimmt. Genau solche Musik wurde in meiner Kindheit häufig an Festen gespielt und es ist echt wunderbar, dass es jetzt neben den Ländler-Klassiker auch wieder mal neue Nummern mit Pfupf gibt.


«Immerhin» behandelt einen einfachen Lebensstil und kritisiert unterschwellig das sinnlose Anhäufen von Statussymbolen. Man muss es einfach mal sagen: Die Stubete Gäng ist eine enorme Bereicherung für die Schweizer Folklore, da sie es mit solchen Nummern schaffen, auch ein jüngeres Publikum für die traditionsreiche Musik in unserem Land zu begeistern.


«Frag de Heinz» ist Comedy pur und feiert den Kollegen Heinz, sowie sein umfassendes Allgemeinwissen. Die Chorusmelodie kommt mir verdächtig bekannt vor, doch ich kann spontan nicht sagen, wo sich die Crew dabei bedient hat. Alles halb so schlimm, denn dieser Track hier macht sofort gute Laune und ist neben «Petra Sturzenegger» mein neues Lieblingslied der Gäng. Genial!

«Härz isch Trumpf» feiert die Schweizer Tradition des Jassens. Spannend, wie das Volkspiel hier eine eigene Ode erhält und ich bereue es gleich ein wenig, dass ich es nie wirklich erlernt habe…


Schlussfazit:
«Dunne mit de Gäng» von der Stubete Gäng begeistert als Soundtrack für jedes Volksfest. Abgesehen von der Ballade «Stärnschnuppe» ist jeder Song ein Partykracher, der die Stimmung durch die Decke gehen lässt und zum Mitsingen einlädt. Die Formation aus dem Kanton Zug hat bei ihrem zweiten Album nochmals eine Schippe draufgelegt und wird damit ihre jetzt schon grosse Fangemeinde um ein Vielfaches erweitern. In diesem schwierigen, von der Pandemie dominiertem Jahr ist ihre Gute-Laune-Musik genau das Richtige, um wieder mal auf andere Gedanken zu kommen. Es ist ein kurzweiliges, humorvolles Werk, dass der Schweizer Volksmusik neue Magie einhaucht und sie so einer neuen Generation zugänglich macht. Chapeau!  

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