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Florian Fox startet durch

Hey Florian, was hat sich alles getan seit deiner Teilnahme bei den Adventssessions?

Die Adventssession war der geglückte Abschluss eines magischen Jahrs! Der Anfang 2022 war aufgrund des damals neu aufgeflammten Dauerthemas eine Herausforderung. So musste ich die für den 5. März am International Country Music Festival vorgesehene Plattentaufe meines U.S. Albums wegen der Festivalabsage verschieben. Jedoch tat sich im Februar gleich eine neue Tür auf: Ich wurde von Country-Star Chuck Mead eingeladen, mit ihm auf der U.S. Outlaw Country Music Cruise in Florida aufzutreten. Das Line-Up der diesjährigen Outlaw Kreuzfahrt war ein Traum – so waren im Line-Up etwa Rodney Crowell, Emmylou Harris und Carlene Carter. Auf der Cruise feierte ich übrigens gleich meinen 30. Geburtstag ‘live on stage’. Nun hat meine ‘Made in U.S.A.’ Tournee als Auftakt zum Album-Release begonnen.


In der Schweiz sind ein Grossteil der Massnahmen gefallen. Ist das Reisen für Konzerte wieder ein bisschen einfacher geworden oder immer noch mit sehr viel Strapazen verbunden?

Ich hatte seit 2020 das Privileg, dass mich die internationalen Reiserestriktionen nur sehr wenig betroffen haben. So gelang damals meine Übersiedlung in die USA trotz geschlossener Grenzen durch einen Glücksfall: Da ich im Zusammenhang mit meinem zweiten Beruf als Anwalt ein Stipendium der Vanderbilt University in Nashville erhalten hatte, erteilten mir die US-Behörden eine Ausnahmegenehmigung zur Einreise aus «nationalem Interesse». Seither konnte ich unbehelligt hin- und herreisen. Man merkt jedoch, dass derzeit umgekehrt viele US-Countrystars ihre Europa-Tourneen absagen bzw. weiter verschieben. Dies hängt einerseits mit den unterschiedlichen Reiseregimen in den einzelnen EU-Ländern zusammen, andererseits seit Kurzem auch mit der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem neuen Ost-West-Konflikt. Aus der entstehenden Marktlücke ergeben sich wiederum für Schweizer Country-Acts ungeahnten Chancen.


Wie geht es voran mit dem Touren in den USA? Grosse Acts machen da ja jährlich um die 40 Shows.

Das Projekt ist on track. Diesen Juni werde ich einen Teil der ‘Made in U.S.A.’ Tournee (gleichnamiger Titel des neuen Albums) in den USA durchführen. Dabei geht es fürs Erste um ca. 10 Shows in Nashville und im Mittleren Westen. Zusätzlich wurde ich von texanischen Musikern für Co-Songwriting-Projekte und Sessions eingeladen, welche bis ins Jahr 2024 gehen. Das Projekt ‘Florian Fox’ lebt von dieser ständigen USA-Verbindung. Schliesslich ist Country-Musik amerikanische Musik. Nur wenn ich die Seele des Landes und der Menschen stets aufs Neue spüre, kann ich in meinen Songs authentische Geschichten erzählen. Dies sind die Geschichten, die die Menschen hören möchten.


Hat dir dein Exotendasein als «Swiss Guy» für deine US-Karriere auch schon Türen geöffnet?

Absolut. Der Titel ‘Swiss Guy’ ist in Nashville zu meinem Markenzeichen geworden – viele Mitmusiker oder auch Fans aus Amerika kennen mich fast nur noch unter dem Namen. Als ich auf der U.S. Outlaw Country Cruise auftauchte, hörte ich ‘Swiss guy did it again’ (das heisst soviel wie: der Swiss Guy hat’s wieder geschafft). Eine Anspielung darauf, dass ich wie bereits 2020 mit der Einreise trotz Reisesperren im Februar dieses Jahres mit dem Auftritt auf der Outlaw Cruise erneut eine Überraschung aus dem (Cowboy-)Hut zog.

‘Swiss Guy’ ist ein Rufname geworden, den einerseits Fans benutzen, andererseits auch Mitmusiker aus den USA. Bei den Musikern schwingt dabei die Anerkennung mit, dass jemand aus einem anderen Land ihre Traditionen mitpflegt und ehrt. Das zeigt: Country ist nicht nur Musik, es ist eine Lebenseinstellung. Echtheit, Direktheit und Glaube an die Zukunft. Solche Werte verbinden. So erlebte ich auch die grossen Stars auf der Outlaw Cruise. Ich habe etwa mit Carlene Carter zu Abend gegessen und sie dabei als wunderbar unbeschwerte, direkte und zugängliche Frau mit eindrücklicher Präsenz kennengelernt. Wenn wir uns das nächste Mal begegnen, wird sie sich wohl am ehesten mit ‘ah yes, the Swiss Guy’ an mich erinnern... (lacht)


Kürzlich ist deine neue Single «Only Son» erschienen. Ist es eine Ode an Einzelkinder oder hat das Lied eine ganz andere Bedeutung?

Der Song ist meiner Mama gewidmet. Wir haben immer eine enge Verbindung gehabt. Als ich sieben Jahre alt war, kauften wir zusammen meine erste Gitarre. Durch das solide Fundament, das mir meine Eltern gaben, konnte ich ein gesundes Selbstvertrauen und eine natürliche Positivität entwickeln. Das hilft mir noch heute bei Auftritten genauso wie bei anderen Herausforderungen. Ich bin heute mit 30 Jahren ein erwachsener Mann, aber darf noch heute aus diesem unschätzbaren Fundus schöpfen. Ein Vers aus dem Song lautet entsprechend:

«Now I’m thirty years old, I’m a grown-up man, travelling through on my own plan. Sometimes when I lay my head down to sleep, I can hear my momma singing to me soft and sweet.»


Du hast ja schon im Winter von deinen beiden neuen Alben gesprochen. Hast du schon einen Veröffentlichungstermin für eines der beiden?

Mein erstes Album, das ich mit Chuck Mead in Nashville aufgenommen habe (‘Made in U.S.A.’) kommt am 13. Mai 2022 heraus. Die Plattentaufe ist dann am 24. Juni 2022 am Country & Trucker Festival in Interlaken.


Wann kann man dich wieder in der Schweiz sehen?

Meine ‘Made in U.S.A.’ Tour in der Schweiz hat Anfang April begonnen. Die nächsten Auftrittsdaten sind:

9. April: Henry’s Live Music & Sportsbar Baden

21. April: Theater Ono Bern

26. April: Alts Schlachthuus Laufen BL (presented by Martin Meier)

30. April: Sihltal Session, Kulturschachtle Adliswil ZH

Danach folgt die Sommer-Tournee. Ein absolutes Highlight für den Ferien-Herbst: Vom 11. Bis 18. September 2022 werde ich auf der 1. Country Music on the River Cruise auf der Donau zu sehen sein.

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