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Nachgefragt bei Martina Linn
Bild/Illu/Video: Tabea Hüberli

Nachgefragt bei Martina Linn

Bist du vor der Veröffentlichung jeweils nervös oder überwiegt die Vorfreude?

Vor der Veröffentlichung eines Albums bin ich immer etwas angespannt. Das gehört dazu, die Vorfreude kommt erst wenn ich die Platte physisch in den Händen habe. Also zwei Wochen vor dem Release Tag.


Wie hat sich dein Sound verändert zu den vorgängigen Werken?

Mein Sound ist rougher, dreckiger und deftiger geworden. Ich spiele mehrheitlich E-Gitarre, was auf den beiden Vorgängern nicht der Fall war.


Du wohnst in Luzern, stammst aber aus La Punt Chamues-ch. Hast du nie Heimweh nach den Bergen?

Ich erinnere mich sehr gut an den ersten Winter in Luzern. Ich war so enttäuscht, dass es nie geschneit hat. Die Nebeldecke hing mir über den Kopf. Dafür habe ich dann erstmals Vor- Weihnachten im Shamrock verbracht. Ich liebe dieses Irish-Pub, und die Menschen die da arbeiten. Schwieriger zu finden in La Punt.


Du singst hauptsächlich in Englisch. Hat es einen speziellen Grund, warum du keine Lieder auf Romanisch verfasst?

An der Academia Engiadina in Samedan habe ich mich für die zweisprachige Matura entschieden, und gemerkt dass ich Rätoromanisch über alles liebe. Es ist eine Sprache, die mir sehr am Herzen liegt, und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann auch auf Romanisch singen werde. Im Moment bleibe ich beim Englischen weil es einfach am besten zu meiner Stilrichtung passt.


Was inspiriert dich mehr, die Stadt oder das Land?

Am liebsten hätte ich eine Altbauwohnung in Paris und ein Atelier in Luzern. Leider kann ich mir beides nicht leisten.


Deine bisherigen Alben «She is gone» und «Pocket of feelings» haben den Sprung in die Hitparade nicht geschafft. Frustriert dich das oder ist es für dich nicht so wichtig?  

Ich bin ein Fan von Eric Facon, Judith Wernli und Nick Hartmann. Sie alle wissen, dass es meine Musik gibt. Was will man noch mehr?

Wie viel kriegst du in Luzern noch von der Bündner Musikszene mit?

Rolf Caflisch holt mich ab und zu ans Weekly Jazz nach Chur. Dort treffe ich viele neue Bündner Musiker/innen.


Du bist seit Jahren als Musikerin ziemlich viel unterwegs. An welche Konzerte erinnerst du dich am liebsten zurück?

Eines meiner grössten Highlights war die Support Tour der schwedischen Band «Friska Viljor». Im Club Übel und Gefährlich in Hamburg hab ich mein Bandset Solo eröffnet. Kurz vor der Aufführung habe ich mir eine «Schein – Blasenentzündung» eingebildet. Ich war sehr nervös, aber das Konzert hat mich positiv geprägt.


Wie schwierig ist es sich als Frau in der Männerdomäne Musikszene Schweiz zu behaupten?

Ich bin mich an Männer gewöhnt. Und wenn dann mal eine andere Frau da ist, bin ich froh dass es wieder angenehmer riecht.


Welche Tipps kannst du jungen Newcomerinnen mit auf den Weg geben?

Ich fühle mich selber immer noch als Newcomerin, darum kann ich keine schlauen Tipps geben. In zehn Jahren bin ich erst 38. Bis dahin kann noch viel passieren.


Wann kann man dich zum nächsten Mal live im Bündnerland erleben?

Am Arosa Sounds und in der Werkstatt Chur im Januar 2020.


Martina Linn Tour

Live

20.11.19 Stans, Chäslager

04.12.19 Luzern, Schüür - Plattentaufe

17.01.20 Hasliberg, Hotel Wetterhorn

15.01.20 Chur, Werkstatt

31.01.20 Arosa, Arosa Sounds

01.02.20 Arosa, Arosa Sounds

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