Ursina: «Das Internet ist so flüchtig.»
Bild/Illu/Video: Angelika Annen

Ursina: «Das Internet ist so flüchtig.»

Deine neue Single ist seit ein paar Tagen draussen. Wie sind die ersten Reaktionen auf dein neues Stück?

Die Reaktionen sind sehr gut. Meistens erreichen einen ja die guten Reaktionen. Ich bin jedenfalls sehr happy mit dem Song und finde, dass er eine neue Seite von mir zeigt. Wie gefällt er denn dir? :)


Ich mag ihn sehr. Er passt perfekt auf meine Herbst-Playliste.

Wie viel Zeit gibst du deiner Musik jeweils um zu reifen? Dein letztes Album «You have my heart» hat doch auch schon drei Jahre auf dem Buckel.

Das kann ich so pauschal nicht sagen. Es dauert eben so lange wie es dauert und dazwischen passiert das Leben. MIt «You Have My Heart» waren wir ziemlich lange unterwegs und haben im In- und Ausland über 60 Konzerte gespielt. Danach sehnte ich mich nach frischem Wind, suchte nach neuen Herangehensweisen für das Songwriting und nach neuen Musiker*innen. Ich habe diverses ausprobiert, mit verschiedenen Leuten gespielt und bin schlussendlich fündig geworden. Florian Egli spielt Bass, Saxophone und Flöte und hat an diversen Songs mitgeschrieben. Gitarre spielt Vojko Huter, ein junger Gitarrist aus Zürich. Rico Baumann spielt Schlagzeug, Perkussion und Drummachine und ist ein langjähriger Musikgefährte von Florian. Die zwei verstehen sich quasi blind - eine sehr gute Ausgangslage für die Rhythm Section. Zudem haben wir im Studio mit David Odlum gearbeitet. Er war nicht nur Tonmeister und Mischer, sondern hat uns auch sonst musikalisch begleitet und viele wertvolle Ideen eingebracht. Dieser Prozess hat einfach seine Zeit gebraucht. Vielleicht geht es das nächste Mal schneller, vielleicht auch nicht.


In der Medienmitteilung schreibst du, dass in der nächsten Zeit weitere Singles erscheinen werden, sowie auch ein Album. Wie wichtig ist dir die physische Veröffentlichung in Zeiten von Streaming?

Das Internet ist so flüchtig. Da taucht also plötzlich der Song auf, an dem man so lange gearbeitet hat. Man macht Werbung auf den sozialen Kanälen, hofft auf Airplay, schreibt Mails, wartet - auf Klicks, Likes, Followers... Und das alles immer am Bildschirm. Davon wird mir ganz schwindelig! Für mich ist es schon ein ganz anderes, schöneres Gefühl, wenn ich meine Platte in der Hand halte.


Du bist normalerweise viel unterwegs mit deiner Musik. Wie hart hat dich die Corona-Pandemie getroffen?

Mitten im Lockdown bin ich Mama geworden. Ich hatte in diesem Jahr deshalb fast keine Konzerte geplant und fand es sogar ganz schön, mit meiner kleinen Familie in die Lockdown-Bubble einzutauchen. Im Frühling 2021 möchte ich aber touren und das neue Album vorstellen. Ob das klappt oder ob eine zweite Welle uns einen Strich durch die Rechnung macht oder ob alle Venues eh schon ausgebucht sind, weil alle Herbstkonzerte auf den Frühling verschoben werden, wird sich noch zeigen.


Gratulation zum Nachwuchs. Als «La Triada» sorgst du gemeinsam mit Astrid Alexandre und Corin Curschellas für die Erhaltung von traditionellen romanischen Liedern. Welches ist dein Lieblingsstück aus eurem Programm?

«Egl jester» - ein Lied das von der Fremde und dem Heimweh erzählt.


Wie wichtig ist dir die Erhaltung und Förderung der romanischen Sprache?

Mir persönlich ist die rätoromanische Sprache sehr wichtig, weil sie zu mir und meiner Identität gehört. Ich singe gerne in dieser Sprache, weil sie gut klingt und schwingt. Es ist aber kein politischer Entscheid, Rätoromanisch zu singen. Ich möchte als Künstlerin auch nicht solch einen Auftrag haben. Wenn ich aber durch meine Musik einen Beitrag leisten kann, dann ist das ein schöner Nebeneffekt, aber eben nicht mein Hauptanliegen.


Wie viele romanische Lieder sind auf dem neuen Album drauf?

Darauf wird es drei rätoromanische Songs geben.


Die neue Single mit dem Titel «Lay low» könnt ihr hier hören.

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