Bild/Illu/Video: Christian Imhof

«Z'drumumä» hat eröffnet

In einem alten Bauernhof an der Büntenstrasse hat der Laden «z’drumumä» Platz gefunden. Um 9 Uhr wurde offiziell eröffnet und schon früh wurde klar, dass Gründerin Carina Walser mit ihrem Konzept eines Unverpacktladens in Walenstadt echt einen Nerv getroffen hat. Doch die zahlreichen Interessierten mussten sich beim Besichtigen des neuen Ladens ein wenig gedulden. Wie in anderen Geschäften in der Schweiz gilt auch hier Maskenpflicht und die empfohlenen Sicherheitsabstände konnten nur gewährleistet, wenn maximal fünf Gäste sich gleichzeitig in der Lokalität aufhielten.


Jetzt oder nie
Sie habe ein wenig Gas geben müssen mit der Umsetzung ihres Traumes. Schliesslich könne man nie wissen, wie lange das Gebäude noch stehen werde, erklärte Initiatin Carina Walser beim kleinen Rundgang durch ihren Laden. Doch sie hoffe, dass sie sicher zwei bis drei Jahre noch in dem alten Bauernhof bleiben dürfe. Falls sie dann irgendwann raus müsse, sei ein Standort vorne im Städtli durchaus auch eine Option. Walser öffnet ihr Geschäft jeweils am Freitagnachmittag und am Samstag. Das ergäbe etwa 30 Prozent, was für den Anfang perfekt sei. Sie sei auch nicht so gross wie beispielsweise der Unverpacktladen «Oba aba» in Chur. Ihr gehe es primär nicht ums Kommerzielle, sondern viel mehr darum ein Zeichen gegen die Plastikverschwendung, sowie die damit verbundene Umweltverschmutzung zu tun. Was sie mit den Churer Frauen neben dieser Einstellung teilt, ist der Mundartname für ihr Geschäft. Dieser habe sich eigentlich durch einen Zufall ergeben. «Es gibt viele coole englische Namen, ich wollte aber etwas auf Schweizerdeutsch haben. Mein Cousin sagte dann, dass es ja eigentlich um das Drumherum gehe und ich mich damit von den Supermärkten abheben wolle. In unserem Dialekt sagen wir «z’drumumä» und so war der Name beschlossene Sache.»


Essen, Körperpflege und vieles mehr
Obwohl Carina Walsers Geschäft auf wenigen Quadratmetern Platz findet, bedient sie eine breite Palette an Artikeln aus der Region, welche in Einmachgläser abgefüllt werden können. Neben Lebensmitteln wie Chilischoten, Kaffeebohnen, Mehl, Körnern, Nudeln, Spaghetti und Likören, werden auch Produkte für die Körperpflege verkauft. Neben handgemachten Seifen stechen dabei vor allem die Deodorants ins Auge, die in Aludosen abgefüllt werden können und die sich in der Handhabung von den Handelsüblichen doch sehr unterscheiden. Während bei anderen Sprays die Ozonschicht leidet, kann das hier feilgebotenes Deo kinderleicht mit den Fingern unter den Armen platziert werden.

Zurück zum Ursprung
Es steckt viel Liebe im Detail in dem kleinen stimmigen Geschäft. «Z’drumumä» erinnert irgendwie an einen Tante-Emma-Laden bei dem auf die praktischen, alltäglichen Produkte und nicht auf die grossen internationalen Marken gesetzt wird. Es ist fast wie eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, als die Menschen noch nicht dermassen in der Hand des Konsumwahns waren. Die Lokalität, die mit Holzelementen frisch ausgekleidet wurde, schafft eine heimelige Atmosphäre, die einem zum Verweilen einlädt. Selten war Umweltschutz so simpel.  


«z’ drumumä»

Büntenstrasse 13

8880 Walenstadt


Öffnungszeiten:

Freitag: 13 bis 19 Uhr

Samstag: 9 bis 16 Uhr

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