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«Firsthammer» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Firsthammer» im Soundcheck

Mit «Move on» geht’s groovig und sehr tanzbar los. Ich fragte mich bis zum Zwischenteil mit dem kurzen Schlagzeugsolo an welche Band mich das Stück erinnert, doch dann springt es mich direkt aus den Boxen an: Heilige Scheisse, die klingen ja fast wie «The Doors»! Das ist nicht wirklich alltäglich und von mir als grosser Fan von Jim Morrison und seinen Jungs ein echtes Kompliment. Trotz dieser Ähnlichkeit schafft es die Band sich abzuheben und ihrem Sound den ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Ein sehr geiler Opener.

Der grosse Spass geht weiter mit dem Countrytrack «Lighthouse», bei dem Dario Hess seine Sehnsucht in die Noten drückt und fast zu Jodeln beginnt. Was für eine geile Nummer mit gekonntem Bläsereinsatz im Hintergrund, einem unwiderstehlichen Groove, rockigen Drums, sowie einer Melodie, die einem sofort mitsingen lässt.

«Don’t call me bad» beginnt mit einem walkenden Kontrabass, der allerspätestens bei den einsetzenden Geigenklängen mächtig in die Beine fährt und einem nicht mehr loslässt. Mich dünkt es fast ein wenig, es wäre besser die Band live zu erleben, als mir ihre Musik zu Hause reinzuziehen, da diese Musik perfekt für den Livemoment geschaffen ist.  

Die Ballade «L.o.v.e.» behandelt eine gescheiterte Beziehung und geht recht unter die Haut, was sicher zum Teil an der emotionsgeladenen Stimme von Dario Hess liegt. Der druckvolle Refrain, die etwas ruhigere sehnsüchtige Strophe, der akkustische Zwischenteil und der Mitsingpart ganz am Schluss machen das Werk zu einer bärenstarken Komposition, die ziemlich im Ohr hängen bleibt.

Beim Instrumental «Lonesome Rider» zeigen The spanky Hammers, wo der Hammer hängt, was ziemlich abgeht und für viel Wildwest-Stimmung sorgt. Der Break hat ein klein wenig was von «Hit that» von The Offspring, was entweder ein Tribut oder ein Zufall ist. Ich kann mit beidem leben, da beides sehr geile Songs sind.

Nahtlos schliesst das nächste Stück «Ride oh Sally» an das Instrumental an, bei dem eine echter Wild-West-Krimi vorgetragen wird, der einem packt wie ein Actionfilm mit guter Storyline und ebenfalls mit ziemlich viel Drive nach vorne vorgetragen wird.

Die Rockballade «Fly Away» ist eine romantische Freiheitshymne, welche von Aufbruch, Liebe und den grossen Weiten erzählt. Wirklich schön mal ein Liebeslied zu hören, dass nicht mit Plattitüden und Klischees gefüllt ist und auch den männlichen Zuhörern gefallen könnte.

Schön, dass das Quartett ganz am Schluss noch eine romanische Nummer auf der CD platziert. Ich habe zwar kein Wort vom Lied «Lein uss ira» verstanden, aber ich könnte mir noch vorstellen, dass Dario Hess darin mit einigen Wortwitzen um die Ecke kommt.

Schlussfazit:
Was für ein frisches Werk «Hess & the spanky Hammers» hier aufgenommen haben. Das etwas kurze Album besticht durch exzellentes Zusammenspiel, einer ansteckenden Partystimmung und abwechslungsreicher Countrymusik. Liebe Freunde von Wild-West-Musik werfen sie diese unsäglichen CDs von Billy Ray Cyrus und Shania Twain weg, denn hier kommt ein Herr aus der Surselva, der zeigt wie das Genre 2019 klingen muss. Ausserdem wird ihnen diese CD nicht nach ein paar Jahren peinlich sein, sondern in ihrem CD-Regal hoffentlich neben vielen weiteren «Hammer»-CDs stehen. Denn das Album «Firsthammer» ist wirklich hammermässig gelungen und hoffentlich erst der Start von einer langen Diskografie.  

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