10 Lange Nacht der Museun 10 George 10 Maramber
«Go!» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Go!» im Soundcheck

Die CD startet beschwingt mit dem Song «Nordwärts». Die Aufbruchstimmung ist in jeder Zeile und jedem Ton sofort spürbar. Die Ode an die Freiheit brilliert durch eine druckvolle Klangwand, ein grooviges Zusammenspiel und eine sehr motivierende Botschaft, die zum Aufstehen und Weitermachen animiert. So und nicht anders funktioniert das mit einem packenden Opener.


«1969» klingt rockig und wunderbar nostalgisch. Die etwas langsamere Nummer nimmt einem mit in eine Zeit, in der «retro» noch aktuell und alles irgendwie unbeschwerter war. Mit diesen Themen können sich definitiv einige Hörerinnen und Hörer sehr gut identifizieren. Ich bin zwar noch ein bisschen zu jung für die gleichen Bilder und doch schafft es das Lied bei mir Jugenderinnerungen aus den 90ern zu wecken, die mir ein wohliges Gefühl in der Magengegend verschaffen. Früher war zwar nicht alles besser, aber es war auch nicht alles schlecht.


«Chuntguet» ist wunderbar jugendlich verspielt und preist die schönen Seiten des Lebens. Das klingt einerseits sehr nach Liedermacher mit Einflüssen aus dem Genre Country, irgendwie hat es aber auch ein wenig was von einem Kinderlied. Schön, dass in einer so schwierigen Zeit Musiker es schaffen mit ihren Werken zu unterhalten und einem auf andere Gedanken zu bringen. Sehr gelungen!


«Det woni bin» beschreibt vielleicht unbewusst die aktuelle Situation von vielen. Auch wenn man gerne wie die Wolken mit dem Wind um die Kugel ziehen möchte, zu Hause ist es eigentlich auch ganz schön. Dies haben während der Pandemie wieder viele schätzen gelernt und es ist wirklich was dran, die Schweiz bietet mehr als man vielfach meint. Mich dünkt es auch, dass sie mit diesem Pop-Song versucht haben, eine gewisse Genügsamkeit zu porträtieren, was ihnen mit Leichtigkeit gelungen ist.


Die vorab veröffentlichte Single «Halb so wild» hat mich bereits beim ersten Hören sofort begeistert. Das Lied behandelt das Älterwerden und zeigt gleichzeitig auf, dass es eben nur halb so wild ist, da es irgendwann so oder so alle trifft.


«Las guet sii» startet mit Geigen, die mich ein bisschen irritiert haben. Doch dann kommen die rockigen Klänge aus den Boxen geschossen und es ist alles wieder genauso wie es sein sollte. Hier wird daran erinnert, dass man das Gestern doch hinter sich lassen und mit viel Tatendrang in die Zukunft starten soll. Was für eine aufstellende Hymne!

Schlussfazit:
«Go!» von Finn’s Finale ist eine EP, die randvoll mit positiven Botschaften gefüllt ist, die einem unheimlich aufstellen und motivieren das Leben ein wenig leichter zu nehmen. Es ist eine gewisse Altersweisheit gemischt mit viel Wortwitz, die wir alle in der aktuellen Situation ganz gut gebrauchen können. Die Band zeigt mit ihrem tighten Zusammenspiel, wie facettenreich Mundartrock 2021 klingen kann und dass es sich durchaus lohnt mit viel Herzblut am eigenen Sound zu arbeiten. Finn’s Finale klingen wie Finn’s Finale und nicht ähnlich wie diese oder jene Band. Diese Eigenständigkeit mit der ersten CD schon zu erreichen, ist eine echt Meisterleistung, die nicht vielen Formationen gelingt. Chapeau und weiter so!

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