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«Not loud enough» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Not loud enough» im Soundcheck

Das Titelstück «Not loud enough» beginnt mit einem sanften Piano, dessen Melodie Marius mit seiner Stimme imitiert. So klingt Musik für die Seele, welche sicher auch sehr gut bei den Radios funktioniert. Ich mag es sehr, wenn er ein wenig in höheren Gefilden fischt, wo sein kraftvolles Organ zusätzlich ein paar zerbrechliche Noten erhält. Was für ein wundervoller Einstieg in die CD.


«Broken» beginnt wie ein Gospel und Marius Bear zeigt mit ein paar amüsanten 80er-Jahren-Keyboard-Sounds, wie man grosse Gefühle federleicht in Klänge verwandelt. Bei mir schiessen augenblicklich eindrückliche Bilder durch den Kopf. Seine Musik entführt mich auf einen Jahrmarkt und ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Lied auch auf einem «Stranger Things»-Soundtrack noch ganz gut funktionieren könnte.

Perfekt für jede Radiostation erwies sich im vergangenen Jahr der Song «My Crown». Dass dieser Song so oft gespielt wurde, hat er vor allem dem stimmigen Gesamtpaket zu verdanken. Das Lied hat Drive, eine catchy Melodie, sowie ruhige und laute Passagen, die sich abwechseln. Das nennt man dann eben eine runde und stimmige Geschichte, die der Appenzeller hier gezimmert hat. Mehr davon!


«Lonely Boy» in der Liveversion ist bluesig und zeigt, welche Magie Bears Stimme auch live ausüben kann. Denn wenn er singt, horcht das Publikum stets gebannt seinen Worten. Hoffen wir darauf, solche Momente in Zukunft wieder öfters zu erleben, denn wenn er mit seinen Jungs richtig losgroovt, ist dies gleich nochmals ein paar Schippen spannender.


«Blood of my Heartbeat» ist wundervoller Pop, wie er sonst von international erfolgreichen Bands wie Coldplay produziert wird. Die Hymne an seine Fans geht unter die Haut und löst bei mir wegen des Festivalsommers, welcher momentan auf wackligen Beinen steht, gemischte Gefühle aus. Bear packt die Emotionen, die einem bei einem Festival überkommen perfekt in dieses Lied und wenn dann gar nichts mehr gehen sollte wegen Corona, kann seine Anhängerschaft wenigsten dieses Lied anhören und ein klein wenig von den grossen Festen träumen.


«Come what may» ist nicht nur eine grossartige Hymne. Für das Lied wurde ausserdem ein grandioser Videoclip gedreht, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Es ist eine ziemlich melancholische Angelegenheit und ich bin fast ein wenig überrascht, dass nicht einmal 3000 Leute sich das filmische Masterpiece auf Youtube zu Gemüte geführt haben…


Wieder ein bisschen ein anderes musikalisches Gesicht offenbart das Lied «Faces», welches durch die lustigen Effekte im Refrain auch noch einen humorvollen Unterton hat und live sicher ziemlich gut angenommen wird.


Das letzte Lied «Hotel Room» ist ein nachdenklicher Schinken, der vor Traurigkeit trieft und nachdenklich stimmt. Das Abschiedslied zeigt noch einmal eindrucksvoll, dass Bears Stimme mit ruhigem Fundament formidabel harmoniert und einem fesselt. Eindrücklich!

Schlussfazit:
Das Album «Not loud enough» von Marius Bear zeigt, wie viel möglich ist, wenn ein Ostschweizer sich komplett auf seine Musik fokussieren kann und die richtigen Leute um sich hat. Das Werk des Appenzellers klingt nämlich reif, mit internationalem Flair und einem eigenen, unverwechselbaren Sound. Die Abwechslung aus sanften Momente, einer Prise Blues, etwas Gospel und vor allem viel Emotionen sorgen für ein packendes Gesamtkunstwerk, dass einem vom Anfang bis zur letzten Note fesselt. Grosses Kino!    

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