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The Three Sum: Zurück zu ihren Wurzeln
Bild/Illu/Video: zVg.

The Three Sum: Zurück zu ihren Wurzeln

«Every Soul you take»
Schon der Opener der neuen EP ist ein richtiges Brett. Der American-Pie-Pop-Punk scheint wie weggeblasen und es herrscht ein düsterer Grundton. Das kurzweilige Stück scheint mehr in Richtung Metal zu gehen, was der Band wirklich super steht und eine vernünftige Entwicklung aufzeigt: weg von der Massentauglichkeit hin zur Musik, die das Herz wirklich machen will.


«Run for your Life»

Komischerweise denke ich bei diesem Titel und diesen Riffs ein wenig an Iron Maiden. Flavio Lamberti aber sorgt für die nötige Eigenständigkeit: mit seiner Stimme, die weiterhin nach internationalem Pop-Punk klingt, aber auch ein wenig rauer geworden ist, Die stimmlichen Ausflüge in höhere Tonlagen sind ein gelungenes Stilmittel, mit dem der Sänger und Bassist zusätzlich Spannung erzeugt. Schon nach dem zweiten Track zeigt sich, dass das Trio nach dem Ausstieg des Gitarristen Can nichts an Tempo und Power eingebüsst hat. Der Sound kommt kompakt und tight nach vorn und die Spielfreude der drei Jungs ist bei jedem Ton hörbar.


«The great Escape»
Dieser Song packt. Durch die Abwechslung zwischen Off-Beats-Rhytmen und schnellen Momenten entsteht eine heisse Nummer. Der Refrain in der höheren Tonart am Schluss geht sofort ins Ohr und bleibt beim ersten Hören hängen. Dieses Lied ist ähnlich wie die Songs vom Vorgängeralbum. Dennoch merkt man sofort, dass Drummer Harry Müller hier deutlich mehr kompositorischen Input geleistet hat. Das klingt innovativ, hat Groove und verleiht dem Sound der Band mehr Relevanz und Komplexität.


«Waiting for Blood»
Eine musikalische Abrechnung mit der Ex. Warum nicht? Der Übergang von melancholischen Strophen, die wie Lava aus den Boxen fliessen, zum kraftvollen Refrain, der zwar noch ein paar «Woohhoohh»-Chöre enthält, aber doch ziemlich heavy rüberkommt, zeigt, welche Entwicklung die Band hinter sich hat. Auch hier bewegt sich das Trio näher am Heavy Metal als am Fun-Punk. Nicht schlecht.


«Kill the Beast»

Hui, was für ein Anfang. Der Song könnte gut von Billy Talent stammen, denn die Herren geben wieder Gas ohne Rücksicht auf Verluste. Das tragende Riff von Pascal Artho ist perfekt geeignet, um den Headbanger-Nacken zu stählen und richtig abzugehen. Eine kompakte Nummer, die zum erneuten Hören animiert und als Schlusspunkt der EP noch lange nachhallt.


Schlussfazit:
The Three Sum sind erwachsen geworden (ok, ein Fünfliber ins Phrasenschwein). Die etwas kurz geratene EP macht mächtig Lust auf mehr und zeigt, dass der Sound des Trios mit den Metal-Anleihen neue Facetten gewonnen hat, die den Musikern und dem Publikum live sehr viel Spass bereiten werden. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es gut, in Musikfragen auf das Herz zu hören. «Nice Night for a walk» von The Three Sum ist eine starke Platte, die auch in ein paar Jahren noch knallt und Freude bereitet.


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