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«Der ewige Sommer»
Bild/Illu/Video: Lucas J. Fritz

«Der ewige Sommer»

Es knisterte noch ganz leise. Die Glut glomm hellrot und strömte eine unglaubliche Ruhe aus. Es vergingen einige Stunden. Josh fing an zu schnarchen. Matty musste laut lachen. Josh's Geschnarche klang einfach zu lustig. Josh wachte auf. «Was ist los?», fragte er. «Ach nichts», antwortete Matty, drehte sich von der Glut weg und sehnte sich nach Schlaf. Das Schlafen im Sand tat seinen Händen und Füssen gut. Leider schmerzte sein rücken höllisch. Dafür konnte er aufstehen, sich recken und gleich ins Meer laufen.


Die beiden Jungs erlebten eine herrliche Zeit am Meer. Als sich die Sommerferien dem Ende neigten, es September wurde und anfing kälter zu werden, schliefen sie nicht mehr am Strand. Josh war krank geworden. Auch Matty hustete. Seine Mutter war besorgt und liess ihn nicht mehr am Strand übernachten. Alle Sorgen waren umsonst. Nach einer Woche waren die beiden wieder wohlauf.


Die Beiden wollten ein letztes Mal am Strand schlafen, bevor es zu kalt dafür würde. So packten sie ihre Decken und Schlafsäcke und machten sich auf den Weg. Am Strand entfachten sie das grösste Lagerfeuer. Die Flammen schossen bis zu drei Meter in die Höhe. Wie Indianer tanzten sie um die Flammen, sangen und fuchtelten wie wild mit den Armen umher.


Da diese Nacht die letzte am Strand sein würde für eine lange Zeit, entschlossen sich die Burschen nach einem Snack in ihre Badehosen zu steigen und eine Runde zu schwimmen. Matty und Josh waren gute Schwimmer. Die Mahlzeit lag beiden schwer im Magen und so wurden sie wegen mangelnder Kräfte durch die Strömung aufs offene Meer hinausgetrieben. Sie hatten ihren Spass, lagen rücklings im Wasser und bewunderten die Sterne. Es war eine wolkenlose Nacht. Irgendwann hatte die Strömung die beiden soweit abgetrieben, dass das riesige Lagerfeuer am Strand ausser Sicht geriet. «Schau nur wie hell sie funkeln!», rief Josh Matty zu. Doch dieser hörte ihn nicht mehr. Er war hunderte Meter von ihm entfernt.

Es war die schönste Nacht die die Jungs erleben würden. Leider auch ihre letzte. Das tragische Ende bleibt der Leserschaft erspart, da diese sich selbst ausmahlen kann, was mit zwei Kindern fernab des Strandes auf offenen Meer geschieht. Diese Geschichte ist Jahrzehnte her und wir oft kleinen Kindern erzählt, damit diese das Meer respektierten. Denn egal wie schön es aussehen mochte, das Meer verschlang einem schneller als Mann Kapitän Ahab, sagen kann.

Den Erwachsenen erzählt man die Geschichte, damit sich diese bewusstwerden, dass das Meer zu sich nimmt, was es gerne hat. Es wird gemunkelt, dass die Seelen von Josh L. und Matty M. seit jenem Tag bis in alle Ewigkeit an diesem Strand gebunden sind. Die beiden liebten dieses Plätzchen und würden nun auf ewig den Sommer bei Tag und Nach geniessen können.


We all come from the sea, but we are not all of the sea. Those of us who are, we children of the tides, must return to it again and again, until the day we don't come back leaving behind only that which was touched along the way. – Frosty Hesson

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