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«Here and Now» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Here and Now» im Soundcheck

Ohne grosse Anlaufschwierigkeiten brettert der erste Song «Whiskey» los. Bluesig bringt das Eröffnungsstück viel Freude mit sich, denn vor allem Drummer Nico Looser peitscht mit seinen virtuosen Fill Ins die Formation druckvoll nach vorne. Spannend!


Etwas zurück gelehnter klingt das Titelstück «Here and now», welches auch sehr gut ins Repertoire von Philipp Fankhauser passen würde und einem sofort ein wohliges Gefühl in der Bauchregion zaubert. Im fast schon balladesken Lied fällt vor allem Sänger Chris Ellis durch seine Ausflüge in die hohen Gefilde positiv auf. Es sind genau diese Momente, die der Nummer Emotionen verleihen und es schaffen, die Hörerschaft tief zu berühren. Angenehm, dass sie eine gewisse innere Zerrissenheit auf dem fast fünf minütigen Stück weiter zelebrieren, ohne sich um die Meinungen von Radiomusikredaktoren zu scheren.


«Where we belong» hält ziemlich viel Popappeal bereit, was sicher an den erfrischenden Pianoklängen von Manuel Halter liegen mag. Spannend, welche neue Sphären ein solches Instrument dem Sound einer Band beifügen kann. Durch ihre Offenheit für andere Genres hat die Ellis Mano Band hier ein wundervolles Pop-/Rock-Stück ihrem Repertoire beigefügt, welches auch Hörerinnen und Hörer ausserhalb der Bluesgemeinde anlocken könnte.


Nur mit der Gitarre von Edis Mano und dem Gesang von Chris Ellis startet das nächste Lied mit dem Titel «Goodbye my Love», welches durch seinen erzählerischen Charakter und die allgemeine Entspanntheit sehr gut als Soundtrack für einen faulen Sonntagnachmittag genutzt werden kann. Das Gitarrensolo mit dem coolen Schlagzeugbeat fällt mir dabei sofort auf, da es trotz dem eher melancholischen Thema der Nummer ein Hauch Hoffnung und die Motivation für ein Weitermachen schenkt.


«A Lifetime» in der Mitte der CD ist eine geheimnisvolle Bluesnummer, die mit sehr viel Spannung aufwartet.  Ab der ersten Minute setzt der Rest der Band ein und in regelmässigen Abständen wird nun immer wieder eine Schippe draufgelegt, nur um beim grossen Finale wieder zurück zum Ursprung zu finden. Cool!

«Badwater» brilliert wieder mal durch den kreativen Input vom Meister hinter den Kesseln, welcher die Strophe mit einem innovativen «Tom-Tom-Beat» bereichert. Der Refrain rockt ziemlich solide und bei jedem Ton schwingt ein wenig ein gewisser Wild-West-Spirit mit. Genau so sollte moderner Bluesrock klingen!


«Georgia» hat am Anfang ein verspieltes Riff, welches mich an gewisse Songs von John Meyer erinnert und sofort in den Gehörgängen hängen bleibt. Ziemlich auffällig hört man hier den Bassisten Severin Graf, welcher unaufdringlich ein solides Fundament schafft und bei der doch etwas komplexeren Komposition seinen Kollegen den richtigen Weg zeigt.


«Bad News Blues» ist ein Lehrstück an Bluesmusik, wie sie eigentlich sonst eher in Amerika praktiziert wird. Die Powerblues-Truppe zeigt, wo auf diesem Lied nicht nur, wo ihre Stärken liegen, sondern auch für welche Stilrichtung ihr Herz schlägt. Am besten klingt es eben, wenn man die Musik abgöttisch liebt, die man produziert.


«I want you back» ist ein wundervoll schmachtender Fetzen Musik, auf dem man gerne den Klängen einer akustischen Gitarre zuhört. Das Solo auf der Hammondorgel ist grandios und lädt definitiv zum Träumen ein. Was für ein Hit!


Die letzte Nummer «Jeannine» ist sehr tanzbar und erinnert irgendwie an Salonmusik. Ich mag die Stimmung sehr, die im Hintergrund erschaffen wird und das Gesamtpaket der Nummer zaubert mir sofort ein Lächeln auf die Lippen. Ganz cool kommt auch der Einsatz der Trompete. Witzig und gleich ziemlich episch.


Schlussfazit:
Das neue Album der Ellis Mano Band mit dem Titel «Here and now» ist ein wilder Ritt durch unterschiedliche Genres, der trotzdem einen roten Faden hat und durch Virtuosität zu begeistern vermag. Hier gibt es einige richtig starke Popnummern, grandiose Bluestracks und groovigen Bluesrock, der keine Wünsche offen lässt. Man hört, dass die Herren durchaus Koryphäen auf ihren Instrumenten sind und trotzdem müssen sie dies nie an die grosse Glocke hängen. Sie handhaben es wie Adrian Stern und machen «lieber Lieder» und diese sind verdammt gut, süffig vorgetragen und auch ziemlich zeitlos.

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