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«Thirteen» im Soundcheck
Bild/Illu/Video: Cover

«Thirteen» im Soundcheck

Mit ziemlich viel Feuer startet die neue Nummer «Fire me up». Heftig, wie druckvoll das Trio hier in die Saiten greift und auf die Küche eindrescht. Und jetzt alle miteinander: «I stand up!» Ein ziemlich gelungener, kraftvoller Einstieg in das Album.


Bluesig und auch ein wenig böse klingt der Covertrack «Souljacker», der nach einer halben Minute kurz ausbricht und nachher wieder zurück in den Groove geht. Die Band Modern Day Heroes scheint sich vorgenommen zu haben, nochmals richtig die Sau raus zu lassen, was ihnen sehr viel Spass bereitet und auch zum Hören genussvoll ist.


Der nächste Kracher heisst «I want you» und ist ziemlich rasant unterwegs. Ich mag die rotzige Attitüde, welche die Jungs hier transportieren. Sie zeigen sich hungrig und wild, was definitiv Lust auf mehr macht.


«Danger Zone» wird getragen vom kreativen Schlagzeugspiel von Heinz Baumann, der mit seinem Handwerk auch schon die Musik vom Bündner Stämpf bereicherte. Es gab eine Zeit, da wurde diese Art von Sound von zahlreichen Bands praktiziert. Beim Hören dieser Scheibe werde ich gleich ein wenig nostalgisch und finde es irgendwie schade, dass die Hitparade heute leider zumeist von anderen Stilen dominiert wird.


«No Time to lose» hat einen ziemlich grandiosen Refrain, der sofort zum Mitsingen einlädt und zusätzlich auch noch eine Weile in den Ohrgängen nachhallt. Der Offbeat-betonte Teil des Songs schiesst sofort in die Beine und wird live sicher einer der grossen neuen Fanfavoriten.


Hier kommt, glaube ich, der erste grosse Zeitsprung, denn «You made my Day» klingt irgendwie anders. Eigentlich noch eine geile Idee, die alten Lieder vor dem Rost zu schützen und frisch aufzupumpen. Bei dem hier gefällt mir das Gitarrensolo sehr.


«Black Betty» ist auch in der Modern Day Heroes-Version ein sicherer Wert und ein ziemlich gut auf’s Album passender Coversong.


«Dressed to kill» kommt mysteriös und klingt irgendwie gefährlich. Mir ist hier jedoch überall ein bisschen zu viel Verzerrung drauf.

«All the wrong Place» ist dafür wieder ein ziemlicher Knaller, der durch den treibenden Bass von Yves Fontana immer mehr Fahrt aufnimmt und nie langweilig wird. So muss dreckiger Rock’n’Roll klingen.


«On my way» ist groovig, mit Wild-West-Einfluss und irgendwie verdammt cool, aber zum Teil auch ein wenig wirr. Ich mag ihre Einstellung, wie sie für ihren geliebten Sound einstehen und dies auch zelebrieren.


«I need a Revolution» - Ja, wer nicht? Wenn der Soundtrack dazu so dynamisch nach vorne klingt, werde ich auch gerne als Demonstrant mitlaufen. Erfrischend!


«Over the Line» hat einen ziemlich witzigen Rhythmus, den Serge Christen und seine Jungs hier bearbeiten. Es verwundert mich immer wieder, wie viel Druck die Jungs als Trio aufbauen können.


Immer wenn ich denke, «die werden doch nicht noch eine Schippe drauflegen…», kommen solche Nummern wie «Won’t be getting easier» aus den Boxen geschossen, die mich eines Besseren belehren. Krass, wie sauber, das trotzdem klingt.

Schwerfällig und ziemlich dirty ist das nächste Lied «On the Run», in welchem Frontmann Christen sich die Seele aus dem Leib singt. Ohne Rücksicht auf Verluste groovt das Werk Schritt für Schritt nach vorne und fesselt das Publikum.


Der alles zusammenhaltende Basslauf im Song «I’m Gone» gefällt mir sofort sehr gut. Was darauf folgt, ist aber auch nicht von schlechten Eltern und macht die Kompositionen zu einer der spannendsten auf dem Longplayer.


Nochmals ziemlich beschwingt und fast schon punkig geht es auf dem Track «On the Edge» zu und her. Ich muss mir die Bieler Jungs unbedingt mal anschauen, wenn sie in der Gegend auftreten, denn live hat dies sicher nochmals einen zusätzlichen Druck.

Auf «A Million light years» gastiert Marc Amacher. Die daraus entstandene Bluesnummer ist rockig und trotzdem ziemlich entspannt, was der Band eine zusätzliche Tiefe verleiht, die ihnen noch gutsteht.


Eine ebenfalls nicht so rasante Nummer ist «Solitude», welche ganz am Schluss des 18-Track-langen-Albums steht. Der melancholische Unterton fährt mir sofort unter die Haut und es irgendwie dünkt es mich fast ein wenig schade, dass die CD schon durch ist.


Schlussfazit:
Das Best Of-Album «Thirteen» der Band Modern Day Heroes ist keine belanglose Aneinanderreihung von alten Gassenhauern, die niemand mehr hören mag, sondern viel mehr ein spannende Kompilation, welche das Schaffen der Band ehrlich und authentisch abbildet. Hier gibt’s mächtig viel druckvollen Rocksound, der zum Teil atemberaubend schnell vorbei rauscht, aber immer einen professionell «gerockten» Hörer zurücklässt. Mit den neuen Songs zeigen die Jungs ausserdem, dass sie noch immer hungrig sind und ihren Weg unbeirrt weiter gehen wollen. Diese Freude an der Sache und das dafür eingesetzte Herzblut ist in jeder Note zu erkennen und bereitet sicherlich einigen Rocknostalgikern ein packendes Hörerlebnis. Sensationell, dass es noch Bands mit eigenen Werten gibt. Weiter so!  

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